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The Good Neighbor – Jeder hat ein dunkles Geheimnis: Daher also kommen die Gruseleffekte!

The Good Neighbor

Von Matthias Holm

Thriller // Ja, die Found-Footage-Horrorwelle scheint nach dem Ende von „Paranormal Activity“ wieder abzuflauen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darf jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings scheinen noch nicht alle Geschichten auserzählt zu sein – denn mit „The Good Neighbor“ kommt ein Film, der sich das ganze Spukgeschehen von der anderen Seite anguckt.

Den Nachbarn erschrecken

Die beiden Teenager Ethan (Logan Miller) und Sean (Keir Gilchrist) wollen ein perfides Experiment durchführen: Sie bauen im Haus von Ethans miesepetrigem Nachbarn Harold Grainey (James Caan) Kameras auf und manipulieren Türen, Fenster und Lichtschalter. So können Ethan und Sean alles von ihrer Basis aus steuern. Die beiden wollen sehen, wie lange ein Mensch es durchhält, von scheinbaren Geistererscheinungen heimgesucht zu werden, bevor er verrückt wird. Allerdings scheint mit Mr. Grainey etwas nicht zu stimmen, reagiert er doch ganz anders als erwartet.

Ethan (l.) und Sean terrorisieren …

Zuallererst muss man für „The Good Neighbor“ einiges an gutem Willen mitbringen. Die bloße Idee des Experimentes, das Verkabeln des Hauses, ohne dass die beiden Teenager gesehen werden – das ist alles so unrealistisch, wie es nur sein kann. Sobald man aber mit der Grundidee seinen Frieden geschlossen hat, hat der Thriller durchaus starke Momente.

Zwei Pubertierende kontrollieren alles

Gerade wenn Ethan und Sean Lichter verrückt spielen und Fenster zerbersten lassen, muss man als Fan des Horror-Genres mehrmals grinsen. Die Sachen, die einem normalerweise Angst einjagen, von zwei Pubertierenden steuern zu lassen, ist eine gute Idee. Auch der Wechsel zwischen Kameraaufnahmen und zwei anderen Erzählebenen hält die Zuschauer bei der Stange – auch wenn hier eine andere Reihenfolge manche Wendung nicht direkt preisgegeben hätte.

… den alten Harold Grainey

Das größte Problem sind die Protagonisten. Keiner der drei Hauptfiguren erscheint während des Films besonders sympathisch. Ob der von Altmeister James Caan („Der Einzelgänger“) natürlich versiert verkörperte grantige Nachbar, der coole Ethan oder der Mitläufer Sean – für niemanden drückt man so richtig die Daumen. So zieht einen der Film lediglich mit seiner, streckenweise arg bemühten, Erzählung mit, hinterlässt aber keinen sonderlich starken Eindruck. Vor allem aufgrund seiner Grundidee ist „The Good Neighbor“ ein spannender Film, auch wenn einmaliges Gucken reicht.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit James Caan sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Wird Ethan erwischt?

Veröffentlichung: 23. November 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Good Neighbor
USA 2016
Regie: Kasra Farahani
Drehbuch: Mark Bianculli, Jeff Richard
Besetzung: Logan Miller, Keir Gilchrist, James Caan, Laura Innes, Edwin Hodge, Anne Dudek, Bailey Noble, Lili Reinhart, Mindy Sterling
Zusatzmaterial: Interviews, Trailer, Wendecover
Label/Vertrieb: OFDb Filmworks

Copyright 2017 by Matthias Holm

Fotos, Packshot & Trailer: © 2017 OFDb Filmworks

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Gewinnspiel: 3 x Night of the Living Deb auf Blu-ray

Verlosung

Zombiekomödien scheinen immer Konjunktur zu haben. „Night of the Living Deb“ wartet immerhin mit schönem Titel auf und bereitet den Zuschauern trotz einiger Defizite auf etwas trashigem Niveau doch durchaus Vergnügen. Drei Blu-rays zum Verlosen hat uns Tiberius Film zur Verfügung gestellt. Dafür im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner ein herzliches Dankeschön!

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort bis Mittwoch, 27. Dezember 2017, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Fallen euch keine Filme ein, die Ihr nennen könnt, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Stalkt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die Rezension von „Night of the Living Deb“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

 

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Star Wars – Die letzten Jedi: Reinfall im All

Star Wars – The Last Jedi

Kinostart: 14. Dezember 2017

Von Kay Sokolowsky

SF-Abenteuer // Für eilige Leser das Fazit vorab: Nein, ich mag den neuen „Krieg der Sterne“-Film nicht. Ich kann ihn guten Gewissens nur den Fans dieser Kino-Serie empfehlen. „Episode VIII – Die letzten Jedi“ hat großartige Szenen, ist überbordend ausgestattet, versorgt den Padawan mit Neuigkeiten über das Wesen der „Macht“, setzt Maßstäbe für visuelle Effekte – aber ein guter Spielfilm ist dies leider nicht geworden.

Der beste Schauspieler am Set: Benicio del Toro als DJ

Das müsste ich im Detail begründen. Was ich aber nicht darf, weil sich die meisten Leser – nicht bloß die eiligen – und außerdem der Verleih wünschen, dass der Kritiker keine Spoiler einbaut. Es wäre in der Tat eine Frechheit, hier schon zu verraten, dass Rey ihre Familie (bricht ab in unverständlichen Störgeräuschen.) Ich will versuchen, Rian Johnsons Regiedebüt im „Star Wars“-Franchise gerecht zu behandeln, aber ich muss das auf Umwegen tun und kann leider nicht im Detail begründen, was mich an Episode VIII irritiert, gelangweilt oder geärgert hat.

Fortsetzung eines Verjüngungsprogramms

Der Film beginnt dort, wo „Das Erwachen der Macht“ endete: Rey (Daisy Ridley) besucht auf dem Planeten Ahch-To den letzten Jedi-Meister Luke Skywalker. Er soll der Résistance im Kampf gegen die ziemlich faschistische Erste Ordnung und Rey im Umgang mit der Macht helfen. Derweil erwarten die Rebellen einen Gegenschlag des Feindes. Mit dieser Raumschlacht eröffnet der Film, und das verspricht ein großes Spektakel, ohne es später halten zu können. Kylo Ren (Adam Driver), der Möchtegern-Vader und Sohn Leia Organas (Carrie Fisher), erhält Lektionen vom Höchsten Führer Snoke (Andy Serkis), und es sieht mal wieder nicht gut aus für unsere Helden.

Adam Driver spielt Kylo Ren spielt Hamlet

Ich schätze weiterhin J. J. Abrams’ Idee, die Storys der klassischen „Star Wars“-Filme, also der Episoden IV bis VI, noch einmal zu erzählen, aber kräftig gegen den alten Strich gebürstet. „Das Erwachen der Macht“ (2015) war eine Hommage und eine Unverschämtheit zugleich, und es ist kein Wunder, dass sich George Lucas über Abrams’ Frivolitäten pikiert zeigte.

„Die letzten Jedi“ versucht gleichfalls einen Relaunch, und zwar des schönsten „Star Wars“-Films „Das Imperium schlägt zurück“ (1980). Rian Johnson („Brick“), der auch das Drehbuch schrieb, lässt sich eine Menge einfallen, um die alte Geschichte zu verfremden und zu modernisieren, die düstere, doch niemals hoffnungslose Stimmung des Klassikers mit den Mitteln des topmodernen Unterhaltungskinos zu beschwören. Einige Reminiszenzen an Episode V sind einfach superb: Achten Sie mal auf das Bügeleisen, das an ein Raumschiff erinnert, das an ein … Ups, Spoiler! Wir besuchen einen Eisplaneten, der gar keiner ist, Lando Calrissian hat einen Wiedergänger in dem zynischen Hacker und Hasardeur DJ (Benicio del Toro), und Prinzessin Leia ist gleich dreimal vertreten – als die Frau, die schon seit 40 Jahren die Galaxis rettet, sowie in zwei recht interessanten Alternativversionen.

Die Erste Ordnung veranstaltet einen Raumparteitag

Rian Johnson hat seinen Film gepflastert mit Verweisen auf andere Ecken des „Star Wars“-Kosmos. Er zitiert aus Peter Jacksons „Herr der Ringe“ ebenso wie aus Howard Hawks’ „Rio Bravo“ und Stanley Kubricks „Wege zum Ruhm“. Einige Witze sind tatsächlich witzig. Als Spielfilm jedoch funktioniert dieser Neustart eines alten Programms nur bedingt. Der Hyperantrieb stottert.

Viel Schatten, wenig Licht

„Krieg der Sterne“ ist ein Moloch, der Kinderträume frisst und Dollars scheißt. Aus dem B-Picture, das George Lucas 1977 inszenierte, ist eine Maschine geworden, fast so groß wie das iPhone, ein Multimilliardendollar-Unternehmen, und so was schränkt die Freiheit der Regie beträchtlich ein. Es geht hier in erster Linie ums Geldscheffeln, und nicht mal in dritter um Kunst. Die „Star Wars“-Serie ist der Inbegriff von allem, was man an Hollywood hassen kann, und sie ist es erst recht, seit Disney die Marke eingekauft hat.

Das Lego-Modell wird ein Hit, wetten? AT-ATs, zweite Generation

„Die letzten Jedi“ versucht zwar, eine Balance zu halten zwischen den Göttern des Merchandising und denen des Unterhaltungskinos, aber das gelingt zu selten. Die selbstironischen Anteile, die es durchaus gibt, wirken manchmal, als hätte sie ein Algorithmus ins Skript geschmuggelt.

Die Dramaturgie ist eine Katastrophe. Probleme werden gelöst, indem ein Deus ex machina eingreift – oder die omnipotente „Macht“. Richtig unangenehm wird die Story, wenn sie auf erwachsen tut. Tragisch gemeinte Momente lassen den Zuschauer kalt, und die politischen Anspielungen auf unsere Gegenwart sind nur einmal überzeugend, wirken sonst peinlich aufgesetzt. Völlig bizarr mutet Rian Johnsons Lobgesang auf den Heldentod an: Gleich vier seiner Figuren opfern sich, um ihre Freunde zu retten. Das ist ein Overkill des Pathos, nur Millimeter entfernt von Kriegspropaganda.

Leider im ganzen Film blass: Daisy Ridley als Rey

Es ist jedoch nicht alles misslungen. Die Eröffnungssequenz und das Finale haben ordentlich Schmackes, die CGI ist State-of-the-art, die Ausstattung üppig bis zur Verschwendung, und es gibt jede Menge knuffiger Aliens.

Mark Hamill erfüllt seine ziemlich undankbare Rolle (der Jedimeister, der versagte) mit einer Würde, der auch hölzerne Dialogzeilen wenig anhaben können. Ich hätte Luke Skywalker gern in einer anderen Verfassung wiedergesehen, aber was mich stört, liegt nicht an Hamill. Seine schauspielerische Leistung tröstet über die vielen Schwächen des Films etwas hinweg, ebenso die von Andy Serkis als Snoke.

Gibt sich alle Mühe, kann R2-D2 aber weiterhin nicht ersetzen: Roll-Robot BB-8

Ein echtes Schmankerl liefert Benicio del Toro als DJ ab. Rian Johnson hätte aus diesem Charakter erheblich mehr machen können. Doch in der Fülle neuer und alter Protagonisten bleibt kaum Platz für den einzelnen. In „Die letzten Jedi“ tummelt sich viel zu viel Hauptpersonal. Adam Driver, der das Zeug zu einem überzeugenden Bösewicht à la Darth Vader hätte, erhält weder die Zeit noch die Dialogzeilen, um Kylo Ren etwas Tiefgang zu verleihen.

Gefühlt vier Stunden

Erheblich zu viel Zeit hingegen verbraucht der Film für die langweiligste Verfolgungsjagd der jüngeren Filmgeschichte. 152 Minuten dauert Episode VIII, und es sind oft zähe Minuten. Johnson verzettelt die Geschichte, zeitweise laufen vier Handlungsstränge simultan. So etwas kann man in TV-Epen wie „Game of Thrones“ machen; in einem Kinofilm geht dergleichen meistens schief, in einem Blockbuster sowieso.

So klein und immer noch nicht bei den Sturmtruppen: Mark Hamill als Luke Skywalker

Enttäuscht hat mich auch die Musik zum schwerfälligen Opus. Dem großen John Williams, nach schwerer Krankheit wieder an Bord, fällt offenbar zu den immer gleichen Motiven – Raumkrieg, Laserschwertduell, Jedi-Hokuspokus, putziger Roboter – nichts Neues mehr ein. Freilich sind die Toneffekte so ohrenbetäubend, daß Williams‘ Score selten eine Chance hat.

Kurz: So wenig Spaß an einem „Krieg der Sterne“-Film hatte ich zuletzt bei „Episode I – Die dunkle Bedrohung“. „Star Wars“-Addicts werden das bestimmt anders sehen und in „Die letzten Jedi“ Qualitäten finden, die mir gar nicht auffielen. Man muss allerdings ein sehr großer Fan sein, um diesen Film zu mögen. Oder zwölf Jahre alt.

Ein altes und ein neues Knuddelviech im „Rasenden Falken“

Der Krieg der Sterne bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (The Phantom Menace, 1999)
Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Attack of the Clones, 2002)
Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (Revenge of the Sith, 2005)
Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (A New Hope, 1977)
Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back, 1980)
Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi, 1983)
Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht (The Force Awakens, 2015)
Rogue One – A Star Wars Story (Rogue One – A Star Wars Story, 2016)
Star Wars – Die letzten Jedi (Star Wars – The Last Jedi, 2017)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Adam Driver und Oscar Isaac sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Sehen wie immer klasse aus: die „Star Wars“-Raumschiffe

Länge: 152 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Star Wars – The Last Jedi
Alternativtitel: Star Wars: Episode VIII: The Last Jedi / Star Wars: Episode VIII: Die letzten Jedi
USA 2017
Regie: Rian Johnson
Drehbuch: Rian Johnson
Besetzung: Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro, Joseph Gordon-Levitt (nur Stimme), Peter Mayhew, Kelly Marie Tran, Anthony Daniels,
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Copyright 2017 by Kay Sokolowsky
Filmplakate: © 2017 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany, Fotos: © 2017 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 2017/12/14 in Film, Kino, Rezensionen

 

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