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Fast & Furious 6 – Ein Cocktail aus Benzin, Adrenalin und Testosteron

22 Mai

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Furious 6

Kinostart: 23. Mai 2013

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Cineastische Leckerbissen für Feingeister – das sind die Filme der „Fast & Furious“-Reihe. Ähem – Kommando zurück. Logiklöcher, halbgare Schauspielkunst und eher unwichtige Storys, gepaart mit knackigen Kerlen, sexy Ladys, schnittigen PS-Geschossen und Over-the-Top-Action – diese Charakteristika treffen’s dann doch eher. Sie sind auf jeden Film der Reihe anwendbar, eine genauere Differenzierung erscheint unnötig. Teil 3 mit dem Titelzusatz „Tokyo Drift“ (2006) gilt gemeinhin als schwächster, aber welchen man letztlich für den besten hält, darf jeder selbst entscheiden – da sind wir generös. Der Verfasser dieser Zeilen hat die Reihe lange Zeit mit Verachtung gestraft, war aber von Teil 5 überraschenderweise sehr angetan und errötet beim Schreiben dieses Satzes schamhaft ob eines solchen Guilty-Pleasure-Outings.

Das kritische Fazit zum Film kann kurz ausfallen: Er hält das Niveau. Wer den vorherigen Teilen etwas abgewinnen konnte, wird auch Teil 6 nicht als Ärgernis empfinden. Freunden feinsinniger Filmkunst sei abgeraten. Wer in erster Linie Werke von Regisseuren wie Ingmar Bergman, Federico Fellini, Jean-Luc Godard, Eric Rohmer und dergleichen konsumiert, würde sich bei der Sichtung von „Fast & Furious 6“ womöglich fühlen wie ein Thomas-Mann- und William-Shakespeare-Freund, den man zwingt, einen Westernroman von G. F. Unger oder ein Heft der Geisterjäger-John-Sinclair-Reihe zu lesen.

Mit Luke Evans („No One Lives“) hat der Film einen charismatischen Bösewicht zu bieten. Evans spielt den über Leichen gehenden Owen Shaw, der mit seinem Team von Elite-Fahrern einen Coup ausführen will. Shaw auf den Fersen ist Agent Luke Hobbs (Dwayne Johnson, „Snitch – Ein riskanter Deal“). Doch der benötigt die Hilfe von Dominic Toretto (Vin Diesel), Brian O’Conner (Paul Walker) und deren Team. Die genießen in Ländern ohne Auslieferungsabkommen mit den USA ihre Millionen (siehe Teil 5 der Reihe). Die Aussicht auf Amnestie ist reizvoll, und speziell für Dominic hat Agent Hobbs eine besondere Motivation zu bieten …

Dialoge sind zwar bei derlei Actionfilmen nicht von existenzieller Bedeutung, erwähnt seien aber die vielen eingestreuten Einzeiler, die zwischen lässig und unfreiwillig komisch lavieren. Obacht beim explosiven Finale: Dort gibt’s die längste Flugzeug-Startbahn der Welt zu bewundern. Die vorhergehende Verfolgung eines Panzers auf einer spanischen Autobahn ist zwar unblutig inszeniert, aber dennoch derb geraten – etliche plattgewalzte Autos zeugen von Shaws Skrupellosigkeit.

Ein den Bogen zu „The Fast & The Furious: Tokyo Drift“ schlagender Epilog unmittelbar vor dem Abspann gibt einen Hinweis auf Teil 7, der sich derzeit in der Vorproduktionsphase befindet. Da die Information bereits im Netz kursiert und die Internet Movie Database den Namen auch schon verraten hat, ist es an dieser Stelle kein allzu großer Spoiler: Kein Geringerer als der derzeit heißeste Actionstar Jason Statham hat in diesem Epilog einen Kurzauftritt und in „Fast & Furious 7“ die Rolle des Schurken. Das steigert die Vorfreude ebenso wie die Nachricht, dass James Wan („Saw“) die Regie übernehmen wird. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vin Diesel, Luke Evans, Dwayne Johnson und/oder Jason Statham sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 130 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Furious 6
USA 2013
Regie: Justin Lin
Drehbuch: Chris Morgan, Gary Scott Thompson
Besetzung: Paul Walker, Vin Diesel, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez, Luke Evans, Jordana Brewster, Tyrese Gibson, Sung Kang, Shea Whigham, Jason Statham
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Filmplakat & Trailer: © 2013 Universal Pictures

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2 Kommentare

Verfasst von - 2013/05/22 in Film, Kino, Rezensionen

 

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2 Antworten zu “Fast & Furious 6 – Ein Cocktail aus Benzin, Adrenalin und Testosteron

  1. Kay Sokolowsky

    2013/05/27 at 08:14

    Erst mal Gratulation zum eigenen Blog. Glückauf damit und immer schön die eigene Kugel schieben! Was natürlich nicht heißen soll, daß kluge Leserkommentare nicht hülfreich wären. Aber aufs Publikum schielen und sich deshalb mal zurückhalten statt draufzuhauen – ach nö. Dafür ist so ein Blog zu schade.
    Meine Anmerkung zu dieser hübschen „F&F“-Rezension: Der wahre Connaisseur kann SOWOHL Arthouse-Kino ALS AUCH rumpelige Action-Kracher mögen; ist doch alles eine Frage der Tagesform. Zumal gerade das unvergrübelte Explosionsfilmunwesen gelegentlich mehr über den Zustand der Welt und ihrer Insassen mitzuteilen weiß als der Intellektuellenfilm mit seiner Neigung zum Bauchnabelpulen.
    Und deshalb würde ich Dir, lieber Volker, raten, doch mal ein paar Worte zu verlieren über das, was sich aus dem Erfolg der „F&F“-Serie über die seelische und gesellschaftliche Verfassung der U. S. of A. ablesen läßt. Würde sich lohnen, möchte ich behaupten. – Aber, wie gesagt: erst mal schön die eigene Kugel schieben.

     
    • V. Beautifulmountain

      2013/05/28 at 12:04

      Vielen Dank für den hilfreichen Kommentar und die Anregungen. Natürlich ist es schade, wenn sich ein Actionfan so sehr beschränkt, dass er das Arthaus verschmäht, oder wenn sich ein Ingmar-Bergman-Freund eine Trash-Granate entgehen lässt. Ich kann zum Glück die ganze Bandbreite genießen – zugegeben mit Tendenz zum Genrefilm.

       

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