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After Earth – Will Smith und wie er die Welt sah

05 Jun

Kinostart: 6. Juni 2013

SF-Abenteuer // Hm – was gehört in dieser Rezension auf jeden Fall thematisiert? Die schauspielerische Leistung von Will-Smith-Sohn Jaden? Die Frage, ob wir von Regisseur M. Night Shyamalan auch mal wieder einen richtig guten Film zu sehen bekommen? Oder die Erörterung, ob der Streifen die Ideologie der Scientology-Sekte vermitteln soll? Sei’s drum.

Beginnen wir mit Jaden Smith. Der 15-Jährige gibt Kitai Raige, den von seinem Vater entfremdeten Sohn des legendären Generals Cypher Raige (Will Smith). Jaden ist beinahe mehr Hauptdarsteller als sein Vater, da seine Rolle mit mehr Leinwandzeit ausgestattet ist. Papa Will hat in seinen Komödien immerhin gezeigt, dass er grimassieren kann. Die Mimik seines Sohns hingegen unterliegt gewissen Beschränkungen. Ausdruckskraft sucht man bei ihm in „After Earth“ vergebens. Der Film markiert den zweiten gemeinsamen Auftritt von Jaden und Will Smith nach „Das Streben nach Glück“ (2006), wo die beiden ebenfalls ein Vater-Sohn-Gespann spielten. Seinerzeit erhielt Jaden immerhin auch Lob für seine Rolle. Was davon zu halten ist, dass Schauspielstars ihren leidlich talentierten Nachwuchs mit Macht in ihre Fußstapfen schieben wollen, möge jeder selbst entscheiden. Will Smith befindet sich da mit Til Schweiger in guter Gesellschaft.

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Cypher (Will Smith) gibt seinem Sohn Kitai (Jaden Smith) vor dessen Aufbruch letzte Anweisungen

Zum Inhalt: In einer fernen Zukunft stranden Vater Cypher und Sohn Kitai raumschiffbrüchig auf einem menschenfeindlichen Planeten – der Erde. 1000 Jahre zuvor war die Menschheit gezwungen gewesen, ihre Heimat zu verlassen. Der Erde hat das offenbar gutgetan, Flora und Fauna haben sich prächtig entwickelt. Weil sich Cypher beide Beine gebrochen hat, muss Kitai allein das 100 Kilometer entfernt niedergegangene Heck des Raumschiffs suchen, weil sich darin ein Sender befindet, mit dem er ein Notsignal absenden kann. Der Weg durch die Wildnis ist lang und gefährlich, auch wenn Cypher seinen Sohn mittels Bildfunk leitet. Dummerweise befand sich im Raumschiff eine monströse Kreatur – ein Ursa, genetisch zur Menschenjagd entwickelt von feindlichen Aliens. Ursa wittern Angst, nur Menschen ohne Angst können sie im Kampf besiegen. General Cypher Raige ist solch ein seltener Fall eines Menschen ohne Angst – „Ghost“ genannt, weil er auf die Ursa wie ein Geist wirken mag. Doch kann sein Sohn die Angst besiegen?

1999 ging ein Stern am Regisseurenhimmel auf: Mit seinem hochgelobten dritten Spielfilm „The Sixth Sense“ stieg M. Night Shyamalan in Hollywoods A-Liga auf. Shyamalan, der vorzugsweise eigene Drehbücher verfilmt, drehte mit Topstars wie Bruce Willis und Mel Gibson. Die Qualität seiner Arbeit jedoch ließ nach. Trotz einiger faszinierender Ideen häuften sich in seinen Filmen unfreiwillig komische Momente. Mit „After Earth“ fügt der Regisseur seiner Filmographie keinen weiteren Höhepunkt zu. Der Vater-Sohn-Konflikt ist ohnehin wenig originell, die Beziehung zwischen Cypher und Kitai bleibt blass und nur leidlich interessant. Auch die Zukunftsvision des Films wirkt banal. Die Menschheit hat den Planeten gewechselt, Aliens sind uns garstig gesinnt – alles schon mal dagewesen. Die Rahmenbedingungen der Welt von „After Earth“ sind ohnehin nebensächlich, weil der Hauptplot letztlich nur vom Überleben in der Wildnis handelt.

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Kitai wandert allein durch die Wildnis

Bleibt die Scientology-Problematik. Der im Film als notwendig thematisierte Sieg über die Angst mag tatsächlich von der Lehre dieser sogenannten Kirche beeinflusst sein. Die mythische Überhöhung von General Cypher als Ursa-besiegender „Ghost“ findet ihre Entsprechung womöglich in der Scientology-Hierarchie und ihren Erkenntnis-Leveln. Der Verfasser dieser Rezension ist jedoch mit der Lehre der Religionsgemeinschaft nur unzureichend vertraut, detailliertere Thesen über Scientology-Inhalte in „After Earth“ wären somit zwangsläufig oberflächlich oder gar irreführend. Zur weiteren Lektüre sei auf Spiegel Online, Hollywood Reporter und das New York Magazine verwiesen.

Die mit Scientology sympathisierenden Will Smith und seine Ehefrau Jada Pinkett Smith sind unter den Produzenten von „After Earth“. Von Will Smith stammt zudem die Geschichte, aus der M. Night Shyamalan das Drehbuch entwickelt hat. Sofern die Smiths tatsächlich vorhatten, mit dem Film die Lehre der Organisation zu propagieren, so wird der Erfolg voraussichtlich bescheiden ausfallen. Dass Kinogänger der Scientology-Kirche nach Betrachtung des eher kruden Streifens wohlwollender gegenüberstehen als vorher, darf bezweifelt werden.

Länge: 100 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
USA 2013
Regie: M. Night Shyamalan
Drehbuch: Gary Whitta, M. Night Shyamalan, Will Smith (Story)
Besetzung: Jaden Smith, Will Smith, Sophie Okonedo, Zoë Kravitz
Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH

Copyright 2013 by V. Beautifulmountain


Fotos & Trailer: © 2013 Sony Pictures Releasing GmbH

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