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The Purge – Die Säuberung

09 Jun

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The Purge

Kinostart: 13. Juni 2013

Von Volker Schönenberger

SF-Horrorthriller // Im Jahr 2022 ist die Verbrechensrate in den USA verschwindend gering. Feine Sache, möchte man meinen. Als ein Hauptgrund gilt „The Purge – Die Säuberung“: Einmal im Jahr lassen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste ab 19 Uhr für zwölf Stunden die Arbeit ruhen. Nicht nur, dass Verbrechen in dieser Zeit mangels Ordnungshütern nicht verfolgt werden – sie sind nicht einmal illegal. Hier ’ne kleine Plünderung, dort ein Raubüberfall, drüben ein Mord, andernorts ein Massaker – alles straffrei.

Diese zwölf Stunden bewirken beim Volk eine kollektive Katharsis, eine innere Reinigung durch Aggressionsabbau, so die Theorie. Dass dieser Nacht der Gesetzlosigkeit in erster Linie Mitglieder gesellschaftlicher Randgruppen zum Opfer fallen, während sich die oberen Zehntausend in ihren mit modernster Technik gesicherten Villen verschanzt haben – ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Hauptsache, man hat seine Unterstützung dieser Aktion mit ein paar blauen Lupinen signalisiert.

Die Machete muss scharf sein

Eine Stunde vor Beginn der nächsten Säuberung kehrt James Sandin (Ethan Hawke) in seine Luxusvilla zurück. Er verkauft Sicherheitstechnik für Villen wie seine und hat gerade erfahren, dass er zum besten Verkäufer der Firma avanciert ist. Seine Ehefrau Mary (Lena Headey) bereitet das Abendessen vor, während die Tochter Zoey (Adelaide Kane) noch heimlich mit ihrem vom Vater abgelehnten Freund Henry (Tony Oller) herumknutscht und der Sohn Charlie (Max Burkholder) sein ferngesteuertes Überwachungsgefährt ausprobiert. Der eine oder andere Nachbar bereitet seine aktive Teilnahme an „The Purge“ vor – die Machete wird gewetzt.

Nach dem Essen ist es soweit: Die Schotten werden dichtgemacht, die Villa wird hermetisch abgeriegelt. Familie Sandin ahnt nicht, dass bereits ein Eindringling in ihrem Heim ist. Schnell beginnen in der Außenwelt die Unruhen. Als bald darauf ein verletzter Schwarzer in lumpigen Klamotten im Viertel auftaucht und laut um Hilfe ruft, entschließt sich Sohn Charlie, dem Mann zu helfen.

Vorbild „Star Trek“

Der Plot erinnert nicht zufällig an die „Star Trek“-Episode „The Return of the Archons“ von 1967. James DeMonaco, Drehbuchautor und Regisseur von „The Purge – Die Säuberung“, hat zugegeben, die TV-Serie mit William Shatner und Leonard Nimoy wieder und wieder gesehen zu haben.

Eine Dystopie soll es wohl sein, die DeMonaco mit seiner zweiten Regiearbeit nach „Staten Island“ (2009) inszeniert hat. Doch die pessimistische Vision einer Gesellschaft der nahen Zukunft bleibt blass, obwohl Nachrichtensequenzen immer wieder Eindrücke von den Ausschreitungen liefern. Zu sehr beschränkt sich der Film darauf, an der Spannungsschraube einer Belagerungssituation zu drehen. Eine solche hat DeMonaco im Übrigen auch schon 2005 als Drehbuchautor des Remakes „Das Ende – Assault on Precinct 13“ abgeliefert. Spannend ist’s immerhin tatsächlich in „The Purge – Die Säuberung“, auch das aber leider nicht ohne Wermutstropfen: Wenn sich im Film Fesselndes tut, weil Protagonisten unlogisch agieren, wirkt das etwas plump. Die eine oder andere vermeintlich überraschende Wendung kündigt sich zudem recht unverhohlen an.

Auch eine Aussage über Verrohung in Ausnahmesituationen ist recht plakativ eingebaut und wirkt oberflächlich. Was bleibt, ist solides Thrillerkino mit gut aufspielenden Akteuren. Lobend erwähnt sei da auch der 1988 geborene Australier Rhys Wakefield („Sanctum“) als Schnösel auf Menschenjagd.

Die Reihe bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

The Purge – Die Säuberung (2013)
The Purge – Anarchy (2014)
The Purge – Election Year (2016)

Länge: 85 Min.
Originaltitel: The Purge
USA/F 2013
Regie: James DeMonaco
Drehbuch: James DeMonaco
Besetzung: Ethan Hawke, Lena Headey, Adelaide Kane, Max Burkholder, Edwin Hodge
Verleih: Universal Pictures International Germany

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Filmplakat & Trailer: © 2013 Universal Pictures International Germany

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