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Archiv für den Monat Juni 2013

Promised Land – Das Gute im Menschen

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Promised Land

Kinostart: 20. Juni 2013

Von Florian Schneider

Drama // Jack Butler (Matt Damon) hält sich für einen netten Kerl. Dass er für einen Gaskonzern arbeitet, mit seiner Kollegin (Francis McDormand) über die Dörfer zieht und für relativ schmales Geld – im Vergleich zum zu erwartenden Gewinn – den ansässigen Farmern die Nutzungs- bzw. Bohrrechte für deren Land abkauft, geht aus seiner Sicht schon in Ordnung. Musste er doch selbst erleben, wie die Farm seiner Eltern dem Bankrott verfallen ist, weil kein Retter mit dickem Geldbeutel rechtzeitig vorbeigekommen ist. Die Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt, die die Erdgasförderung durch das sogenannte Fracking mit sich bringt, werden von Jack einfach totgeschwiegen oder geleugnet.

Ihre neueste Aufgabe führt das Duo wieder in eine ländliche Kleinstadt. Auch dabei verläuft vorerst alles nach Plan. Doch dann durchkreuzt ein pensionierter Wissenschaftler (Hal Holbrook) den Plan, zu einem schnellen Vertragsabschluss zu kommen: Er erzwingt einige Wochen Bedenkzeit, nach der es zur entscheidenden Abstimmung kommen soll. Als zudem ein smarter Umweltaktivist (John Krasinski) auftaucht, der Jack anscheinend mühelos in seine Schranken verweist und die Herzen der Kleinstädter im Sturm erobert, droht das Projekt zu scheitern. Jack muss alle Mittel einsetzen, um das Ruder noch einmal herumzureißen, gerät dabei aber mehr und mehr in einen inneren Konflikt. Steht er wirklich auf der richtigen Seite?

Nach „Good Will Hunting“ und „Gerry“ stellt „Promised Land“ bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen Matt Damon und Regisseur Gus Van Sant dar. Jedes Mal spielt Damon die Hauptrolle – jedes Mal schreibt er auch das Drehbuch mit. Doch wo es für „Good Will Hunting“ noch Oscars und Oscarnominierungen regnete, wurde „Promised Land“ bei den Oscarverleihungen 2013 nicht berücksichtigt. Durchaus zu Recht, denn so richtig zu überzeugen vermag die Geschichte nicht. Als Polit- oder Ökothriller bleibt der Film zu sehr an der Oberfläche. Zum einen werden die Strukturen und Praktiken des Gaskonzerns nicht detailliert entlarvt, zum anderen bleiben auch die Bewohner der Kleinstadt eine mehr oder weniger gesichtslose Masse. Als Drama, das die Wandlung des Konzernangestellten vom Saulus zum Paulus aufzeigen möchte, funktioniert der Film zwar anfänglich ganz gut – was vor allem dem guten Spiel von Damon und McDormand zu verdanken ist –, er verschenkt aber auch hier durch ein unsägliches Ende sein Potenzial.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Frances McDormand sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Matt Damon und Hal Holbrook unter Schauspieler.

Länge: 106 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Promised Land
USA/UAR 2012
Regie: Gus Van Sant
Drehbuch: John Krasinski, Matt Damon, Dave Eggers (Story)
Besetzung: Matt Damon, Frances McDormand, John Krasinski, Titus Welliver, Hal Holbrook
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2013 by Florian Schneider

Filmplakat & Trailer: © 2013 Universal Pictures Germany GmbH

 
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Verfasst von - 2013/06/19 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Man of Steel (3D) – Superman fliegt wieder

Man of Steel

Kinostart: 20. Juni 2013

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Action // Superheldenkino geht an sich immer. Und wenn’s einmal nicht geht, wie 2006 mit Bryan Singers „Superman Returns“, dann versucht es Hollywood einfach ein paar Jahre später erneut. Es wäre doch gelacht, wenn es misslänge, mit dem größten aller Superhelden ein neues Franchise aufzubauen. Warner Bros. und Legendary Pictures haben für „Man of Steel“ Zack Snyder auf den Regiestuhl gesetzt. Snyder ist für atemraubendes Kino bekannt – siehe „Dawn of the Dead“, „Watchmen“ und „300“. Und auch wenn seine jüngste Regiearbeit „Sucker Punch“ kontrovers aufgenommen wurde, so verspricht Snyders bisherige Filmographie doch auf jeden Fall einen interessanten Ansatz.

Nach Christopher Reeve, Dean Cain und anderen übernimmt diesmal Henry Cavill („Die Tudors“) die Rolle des Journalisten Clark Kent alias Kal-El alias Superman, der seine übermenschlichen Fähigkeiten in den Dienst des Guten stellt. Jahre zuvor war er als Kleinkind auf die Erde gelangt und von einem braven Ehepaar (Diane Lane, Kevin Costner) großgezogen worden. Kent muss gegen zwei Überlebende seines Heimatplaneten Krypton antreten, die mit finsteren Absichten auf die Erde gekommen sind: General Zod (Michael Shannon, „Take Shelter“) und dessen bösartige Partnerin Faora (Antje Traue, „Pandorum“).

Dem Blogger war es leider nicht möglich, vorab die Pressevorführung von „Man of Steel“ zu besuchen. Er bat jedoch seinen Kollegen Andreas, ihm ein paar Zeilen zur kritischen Würdigung des Films zu liefern. Dessen Vergnügen war allerdings kein ungetrübtes: Auf der Habenseite stünden die ebenso lauten wie brachialen Actionsequenzen. Doch wenn sich beim großen Finale Superman und Zod gegenseitig durch Wolkenkratzer schleudern und dabei fast ganz Metropolis in Schutt und Asche gelegt werde, stelle sich schnell das bekannte „300“-Syndrom ein: Am Anfang mag all das noch spektakulär wirken, doch nach kurzer Zeit treten enorme Ermüdungserscheinungen auf. Man kann es Zack Snyder zugute halten, dass er sich gezielt von den bunten Bildern der Marvel-Konkurrenz abhebt; doch bei aller Düsternis muss man bei einer so aalglatten Heldenfigur einfach ein wenig Humor unterbringen, sonst bleibt Superman auch für den Zuschauer, das, was er eigentlich ist: ein Alien von einem fernen Planeten ohne jegliche menschliche Züge. Fazit: Es hätte groß werden können. Vielleicht klappt es ja bei der bereits bestätigten Fortsetzung von „Man of Steel“ besser.

Christopher Nolan, Regisseur der jüngsten Batman-Trilogie, produzierte den Film. Er war auch an der Entwicklung der Story beteiligt. Im Interview hat er allerdings betont, es sei definitiv Zack Snyders Film, was Hauptdarsteller Henry Cavill bestätigt hat.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Zack Snyder sind in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Amy Adams unter Schauspielerinnen, Filme mit Russell Crowe, Laurence Fishburne und Michael Shannon in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 143 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Man of Steel
USA/KAN/GB 2013
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: David S. Goyer
Besetzung: Henry Cavill, Amy Adams, Kevin Costner, Diane Lane, Russell Crowe, Michael Shannon, Laurence Fishburne
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Trailer: © 2013 Warner Bros. Entertainment Inc.

 

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Die Monster Uni – Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

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Monsters University

Kinostart: 20. Juni 2013

Von Volker Schönenberger

Computertrick-Komödie // Glubschaugen-Zyklop Mike und Zottelmonster Sulley sind die besten Kumpels – in „Monster AG“ (2001). Das war nicht immer so: Als die beiden einander auf der Monster-Uni erstmals über den Weg laufen, kann von Freundschaft keine Rede sein. Beide wollen die größten Schrecker von Monstropolis werden, um in der Monster AG Karriere zu machen. Ihre Methoden auf dem Weg dahin unterscheiden sich enorm: Sulley vertraut auf sein Naturtalent – immerhin entstammt er der alteingesessenen Familie Sullivan, die einige der berühmtesten Schrecker hervorgebracht hat. Die Uni will er auf einer Backe absitzen und zum Partymachen nutzen. Ob das hinhaut?

Mike lernt

Mike lernt fleißig

Mike hingegen ist hochmotiviert und lernt wie wild. Allerdings hat er ein Manko: Er ist einfach nicht schrecklich. Monstropolis ist aber auf die schrecklichsten Monster angewiesen, weil der Schreck der Kinder der Menschenwelt Energie liefert. Es kommt, wie es kommen muss: Nach einem Missgeschick im Hörsaal wirft die ebenso furchteinflößende wie hartgesottene Dekanin Hardscrabble Mike und Sulley am Ende des ersten Semesters aus dem Schrecker-Studiengang. Aus der Traum von der Schrecker-Karriere?

„Die Monster AG“ (2001) gehört zu den Highlights des Computertrickfilms. Kein Wunder, dass die Produktionsfirma „Pixar“ eine Fortsetzung nachschiebt, die die Vorgeschichte erzählt. Das Prequel glänzt mit zahlreichen fantasievoll gestalteten Monstern – Mike und Sulley sind ohnehin zum Knuddeln. Schönste neue Figur: Dekanin Hardscrabble. Auch Randall Boggs beginnt in „Die Monster Uni“ seine Laufbahn als Schrecker, und wir erfahren, weshalb er zum Rivalen der beiden Helden geworden ist. Die Klasse und den Witz des Vorgängers erreicht „Die Monster Uni“ nur selten, für einen angenehmen Kinogang mit den Kleinen reicht’s aber auch für Erwachsene. Der Film beleuchtet satirisch das Wesen der US-Studentenverbindungen mit seinen tonangebenden Großmäulern, sexy Schnitten und Außenseitern, auf denen herumgehackt wird. Das wird Kinder nicht weiter stören und Erwachsenen keine neuen Erkenntnisse bringen.

Dekanin Hardscrabble

Unerbittlich: Dekanin Hardscrabble

Etwas schade ist der unauffällige Umgang mit der dritten Dimension. An sich sind gerade Computertrickfilme prädestiniert für ein herausragendes 3D-Kinoerlebnis. „Toy Story 3“ und „Oben“ seien als Referenzen genannt, beides ebenfalls Pixarfilme. „Die Monster Uni“ hingegen bietet mit 3D-Brille keine überwältigenden Ansichten.

„Hallo, Freunde!“ – „Hallo, Ilja!“ Wer in den 1970er-Jahren als Kind oder Teenager deutsches Fernsehen geschaut hat, wird sofort wissen: Das war Ilja Richters Begrüßung des Studiopublikums in seiner Popshow „Disco“. Der Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher spricht erneut den kecken Mike – eine ähnliche Ansage wie Richters „Disco“-Gruß wäre eine nette Reminiszenz gewesen, aber das nur am Rande. Unter den übrigen deutschen Stimmen sei der Kurzauftritt von Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer genannt, der im Prolog des Films als Mikes Idol Frank McCay zu hören ist. Schuster, bleib bei deinen Leisten, hätte der Blogger fast geschrieben – ups, nu’ hat er’s ja geschrieben. Ungleich spektakulärer liest sich die Reihe der Originalsprecher: Billy Crystal (Mike), John Goodman (Sulley), Steve Buscemi (Randall Boggs), Frank Oz (Fungus), Nathan Fillion (John Worthington), Alfred Molina (Professor Knight), Jennifer Tilly (Celia) und nicht zuletzt Helen Mirren (Dekanin Hardscrabble) – da sucht man sich gern ein Kino, das Originalversionen zeigt.

Mike und Sulley streiten

Sulley und Mike sind einander gar nicht grün

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Helen Mirren sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit John Goodman in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 110 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Monsters University
USA 2013
Regie: Dan Scanlon
Drehbuch: Robert L. Baird, Daniel Gerson, Dan Scanlon
Originalstimmen: Billy Crystal, John Goodman, Steve Buscemi, Helen Mirren, Alfred Molina, Nathan Fillion
Deutsche Stimmen: Ilja Richter, Elyas M’Barek, Axel Stein, Manuel Neuer
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Filmplakate & Fotos: © 2013 Walt Disney / Pixar

 

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