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Im Kino: We Steal Secrets – Die WikiLeaks Geschichte

10 Jul

Kinostart: 11. Juli 2013

Polit-Doku // Um die Enthüllungsplattform WikiLeaks ranken sich Gerüchte, Halbwahrheiten und Legenden. 2006 angetreten, wenn nicht die Welt, so doch die Regierenden und ihr Tun zu ändern, haben sich die Betreiber zum Ziel gesetzt, geheime Dokumente zu veröffentlichen, weil freier Zugang zu Informationen im grundsätzlichen öffentlichen Interesse sei.

Fluch oder Segen? Die Bewertung der WikiLeaks-Aktivität unterscheidet sich enorm – je nach eigener Agenda und/oder politischer Einstellung. Ebenso kontrovers wird in der Öffentlichkeit Julian Assange beurteilt, einer der Gründer der Organisation – auch wenn er diesem Attribut widersprochen hat – und für viele das Gesicht von WikiLeaks. Die Doku lässt Weggefährten und Gegner zu Wort kommen und zeichnet ein durchaus zwiespältiges Bild Assanges: vom Kämpfer für die Freiheit einerseits bis zum Paranoiker andererseits. Die Kritik an Assange wird zum Ende des Films stärker, auch wenn etwa die Vergewaltigungsvorwürfe von 2010 ausgewogen dargestellt werden.

Ein Fokus des Films liegt auf Bradley Manning, dem vielleicht bekanntesten Whistleblower rund um WikiLeaks. Der US-Soldat Manning wurde 2011 unter dem Verdacht inhaftiert, WikiLeaks geheime Videoaufnahmen und Dokumente zugespielt zu haben. Eines dieser Videos enthält Bilder, die am 12. Juli 2007 in Bagdad aus einem Apache-Kampfhubschrauber der US-Streitkräfte aufgenommen worden sind. Sie dokumentieren den Luftangriff, dem am Boden mindestens zwölf Menschen zum Opfer gefallen sind, darunter zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. WikiLeaks veröffentlichte diese Szenen drei Jahre später unter dem Titel „Collateral Murder“. In der Doku äußert sich Adrian Lamo, der Manning seinerzeit an die Behörden verriet und seine Rolle in der Affäre heute offenbar bitter bereut.

2011 kam es zu internen Streitereien, weil WikiLeaks-Mitarbeiter eine Erklärung unterzeichnen sollten, die ihnen unter Androhung hoher Geldstrafen die Weitergabe von Dokumenten und Informationen untersagte. Daraufhin verließ u. a. James Ball die Plattform; er heuerte bei der englischen Tageszeitung „The Guardian“ an. Ball begründete seinen Weggang mit einigen desillusionierenden Begebenheiten. Er kommt im Film ebenfalls zu Wort und ist beim „Guardian“ von Beginn an für die Berichterstattung über WikiLeaks zuständig.

Regisseur Alex Gibney gewann 2007 mit „Taxi to the Dark Side“ den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Es ist keine Überraschung, dass Hollywood bereits einen Spielfilm über WikiLeaks und Julian Assange produziert hat. Bis zum Kinostart von „Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt“ bietet der Dokumentarfilm einen guten Überblick. Gibney arbeitet ohnehin geschickt mit stilistischen Mitteln und erzeugt beispielsweise mit gezielt eingesetzter Filmmusik einen Spannungsbogen, der den Film trotz seiner Länge von mehr als zwei Stunden nie langweilig werden lässt. Eine abschließende Bewertung von WikiLeaks überlässt Gibney dem Betrachter – sie fällt schwer genug.

Zum Nachlesen: Liste der WikiLeaks-Enthüllungen

Länge: 130 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: We Steal Secrets – The Story of WikiLeaks
USA 2013
Regie: Alex Gibney
Drehbuch: Alex Gibney
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Trailer: © 2013 Universal Pictures International Germany GmbH

 

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