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Get the Gringo – Mel Gibson im mexikanischen Knast

13 Jul

Gringo Blu 3D

Get the Gringo

Von Volker Schönenberger

Actionkrimi // Alkohol am Steuer, reaktionäre Äußerungen, religiöser Fanatismus – Mel Gibsons fragwürdige Verhaltensweisen der vergangenen Jahre ließen seine Arbeit als Schauspieler und Filmproduzent zuletzt etwas in den Hintergrund treten. Auch Kritikerstimmen und Einspielergebnisse der Filme mit seiner Beteiligung ließen zu wünschen übrig. „Get the Gringo“ kam in den USA gar nicht erst ins Kino. Das kann man schade finden, weil dem Film der Unterhaltungswert nicht abzusprechen ist. Andererseits ist Heimkino auch was Feines.

Gibson spielt einen namenlosen „Driver“, der zu Beginn im Clownskostüm mit einem Spießgesellen und einer Millionenbeute im Auto vor der Polizei flieht. Schließlich bleibt dem Eingekreisten keine andere Wahl, als mit Karacho die Grenzmauer zu Mexiko zu durchbrechen. Die korrupten mexikanischen Polizisten reißen sich die Beute unter den Nagel und verfrachten den Ganoven in den Knast. Drivers Kumpan hat derweil das Zeitliche gesegnet.

Ein sonderbares Gefängnis ist’s, in dem der Driver landet: eine wie ein Slum wirkende Parallelgesellschaft, in der ein Menschenleben nichts wert ist, man sich als Insasse aber mit ausreichend Barschaft einigermaßen einrichten kann. Manche Häftlinge lassen sogar ihre Familien bei sich leben. Ein Gangsterboss hat das Sagen, dem Gefängnisdirektor ist das Treiben egal, solange er ausreichend Schweigegeld kassiert. Driver versucht, sich einzurichten und zu überleben. Seine Skrupellosigkeit und ein Zehnjähriger (Kevin Hernandez) helfen ihm dabei.

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Der Knirps hilft dem neuen Insassen

Mel Gibsons Figur meldet sich gelegentlich mit zynischen Kommentaren als Stimme aus dem Off zu Wort. Das verursacht durchaus den einen oder anderen Schmunzler, teils gezielt, teils unbeabsichtigt. Die Handlung treibt ein paar Kapriolen, vor allem im letzten Drittel, aber Glaubwürdigkeit ist nicht immer ein entscheidendes Kriterium. Bisweilen wirkt der Film ebenso sonderbar wie der darin skizzierte Knast, sodass eine saubere Kategorisierung schwerfällt. Action, Krimi, Thriller, komödiantische Elemente – alles enthalten. Mel Gibson gibt den Einzelgänger, der keine Hemmungen hat, anderen Menschen eine Kugel in den Kopf zu jagen, und der dennoch an sich ein ganz Lieber ist. Das ist für den Australier keine originelle Rolle, stört aber nicht weiter. Man sieht dem Film sein vergleichsweise geringes Budget von geschätzt 20 Millionen US-Dollar an. Für einen angenehmen Action-Abend vor dem Fernseher mit ein paar Kumpels und einer Kiste Bier erfüllt „Get the Gringo“ aber dennoch seinen Zweck.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von und/oder mit Mel Gibson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 11. Juli 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Get the Gringo
USA 2012
Regie: Adrian Grunberg
Drehbuch: Mel Gibson, Stacey Perskie, Adrian Grunberg
Besetzung: Mel Gibson, Kevin Hernandez, Dolores Heredia
Zusatzmaterial: Making-of, Am Set, Interviews mit Mel Gibson, Kevin Hernandez und Adrian Grunberg, B-Roll, Trailer, Programmtipps, Wendecover
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Foto & Packshot: © 2013 Concorde Home Entertainment

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