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The Bay – Die Umwelt schlägt zurück

02 Aug

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The Bay

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // An sich wollte Barry Levinson einen Dokumentarfilm über die Chesapeake Bay südlich von New York drehen. Dies ist mit einer Länge von etwa 300 Kilometern der größte Flussmündungsabschnitt der USA. Die Chesapeake Bay leidet unter Überfischung und der Verschmutzung durch industrielle wie landwirtschaftliche Abwässer. Bei seinen Recherchen stellte Levinson alsbald fest, dass es bereits eine solche, überaus sehenswerte Doku gibt, die jedoch anscheinend niemanden interessiert hat. Also beschloss er, stattdessen einen Spielfilm zu drehen, um damit mehr Menschen zu erreichen.

Unheil am Unabhängigkeitstag

Als Klammer der Geschichte fungiert die junge Donna Thompson (Kether Donohue), die einem Interviewer von den Ereignissen berichtet, die sich rund um den Unabhängigkeitstag 2009 zugetragen haben. An diesem 4. Juli war sie als junge Reporterin mit einem Kameramann in der an der Chesapeake gelegenen (fiktiven) Kleinstadt Claridge in Maryland unterwegs, um über die Feierlichkeiten zu berichten.

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Es beginnt mit schmerzhaftem Hautausschlag

Eine verzweifelte Frau schreit nach ihrem Mann – ihr Körper ist übersät mit starkem Hautausschlag. Sie bleibt nicht lange die einzige Betroffene. Die Teilnehmer eines Krabben-Wettessens müssen sich kollektiv übergeben. Womöglich normal bei derlei Aktivität, aber bald ist nichts mehr normal. Immer mehr Menschen zeigen Symptome. Blasen und Eiterbeulen am ganzen Körper sind schlimm genug, doch es kommt schlimmer, was sowohl die Zahl der Patienten als auch Art und Ausprägung der Symptome angeht. Etliche Bewohner und Besucher von Claridge werden den Tag nicht überleben.

Found Footage aus verschiedenen Quellen

Mit Horrorfilmen ist der Regisseur solcher Glanztaten wie „Good Morning Vietnam“, „Rain Man“ (Oscar!) und „Sleepers“ bislang nicht in Erscheinung getreten. Obendrein bedient sich Barry Levinson der mittlerweile arg ausgelutschten Found-Footage-Technik, um einen semidokumentarischen Charakter zu erzielen. Doch siehe da: Herausgekommen ist ein hoch spannender und glaubwürdiger Schocker, der lange nachwirkt. Skype, YouTube, Podcasts, Handyfilme, Twitter- und SMS-Texte – Levinson nutzt die Vielfalt moderner Medien für eine beklemmende Vision. Dabei verzichtet er auf den belehrenden Zeigefinger, vielmehr bringt er den Zuschauern seine Botschaft mit der Spannungsschraube einer mörderischen Heimsuchung nachhaltig ins Bewusstsein.

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Das medizinische Personal ist überfordert

Wie viel des naturwissenschaftlichen Hintergrunds von „The Bay“ aus Fakten besteht – zu lesen ist von bis zu 85 Prozent –, darf dahingestellt bleiben. Die Inszenierung als Zusammenstellung von Amateur- und Profiaufnahmen verleiht dem Horrorthriller eine Authentizität, die unter die Haut geht – sogar buchstäblich.

Die von Levinson im aufschlussreichen Interview im Bonusmaterial erwähnte Frontline-Doku trägt den Titel „Poisoned Waters“.

Veröffentlichung: 26. Juli 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
USA 2012
Regie: Barry Levinson
Drehbuch: Michael Wallach
Besetzung: Kristen Connolly, Kether Donohue, Christopher Denham, Jane McNeill
Zusatzmaterial: Audiokommentar und Interview mit Regisseur Barry Levinson, Trailer
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Koch Media

 

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