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Geschichtsträchtige Nummer: 42

06 Aug

Kinostart: 8. August 2013

Drama // Am 15. April 1947 streift sich Jackie Robinson das Trikot der Brooklyn Dodgers über und begibt sich aufs Spielfeld. Damit ist er der erste Schwarze, der als Spieler für ein Team der Major League Baseball aufläuft. Ermöglicht hat ihm dies Branch Rickey, Manager der Dodgers, der ihn 1945 verpflichtet und 1946 vorerst in Montréal in der International League spielen lassen hatte. Robinson gilt als eine der wichtigsten Integrationsfiguren des US-Sports. Er wurde 1962 in die Baseball Hall of Fame aufgenommen.

„42“ ist die Nummer, unter der Robinson für die Dodgers auflief. Der Film beginnt mit Branch Rickeys (Harrison Ford) Entscheidung, einen Schwarzen zu verpflichten. Rickey hat dabei die vielen schwarzen Baseball-Fans in New York City vor Augen, denn Dollarscheine seien weder schwarz noch weiß, sondern grün. Der geeignete Kandidat findet sich in dem jungen Jackie Robinson (Chadwick Boseman). Von Beginn an muss Jackie Rassismus erdulden. Er zerbricht beinahe daran, auch wenn ihm Rickey ständig den Rücken stärkt und er Kraft bei seiner Frau Rachel (Nicole Behari) findet.

Der Film folgt den Konventionen von Biopics (biografischen Filmen) und bemüht sich, die Ereignisse von Robinsons Anfängen im Profi-Baseball der Weißen chronologisch und präzise nachzuzeichnen. „42“ bietet insofern keine Überraschungen, aber gute Schauspielleistungen. Positiv zu erwähnen ist, dass Harrison Ford endlich eine seinem Alter angemessene Rolle übernommen hat, nachdem er zuletzt mit „Cowboys & Aliens“, „Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel“ und „Firewall“ den Eindruck erweckt hatte, sich nach wie vor als Actionstar zu sehen.

Baseball-Sequenzen gibt’s in ausreichendem Maße zu sehen. Dennoch ist „42“ ganz klar kein Sportfilm, der Fokus liegt auf Rassismus und dessen Überwindung. Die meist gedämpfte Filmmusik nimmt nur in wenigen Szenen pathetischen Charakter an. Ein paar zeitgenössische Songs hätten dem Gesamtbild gut getan. Alles in allem ist der Film ein sehenswertes biografisches Drama, ohne nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

„42“ ist erst die vierte Kino-Regiearbeit von Brian Helgeland („Payback – Zahltag“), der mehr noch als Drehbuchautor einen guten Ruf genießt. Fürs Skript von „L.A. Confidential“ erhielt er 1998 einen Oscar, für das von Clint Eastwoods „Mystic River“ 2004 immerhin eine Nominierung.

Die Geschichte von Jackie Robinson ist erstmals 1950 als „The Jackie Robinson Story“ verfilmt worden. Der Baseballstar spielte sich darin selbst. 1990 entstand der Fernsehfilm „The Court-Martial of Jackie Robinson“ mit Andre Braugher als Robinson. Der Film behandelt Robinsons Zeit in der US-Army. Auch das TV-Drama „Soul of the Game“ (1996) thematisiert seinen Werdegang. Blair Underwood („L.A. Law“) verkörpert Robinson.

Zum 50. Jahrestag seines Debüts in der Major League Baseball wurde 1997 beschlossen, dass kein Team die Nummer künftig wieder vergeben solle. Lediglich Spieler, die sie zu dem Zeitpunkt trugen, durften sie weiterhin bis ans Karriereende tragen. Robinson war 1972 im Alter von 53 Jahren an den Folgen seiner Diabetes-Erkrankung gestorben.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Harrison Ford sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 128 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
USA 2013
Regie: Brian Helgeland
Drehbuch: Brian Helgeland
Besetzung: Chadwick Boseman, Harrison Ford, Nicole Behari, Christopher Meloni, Ryan Merriman, Lucas Black
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2013 by V. Beautifulmountain

Trailer: © 2013 Warner Bros. Pictures Germany

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