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Drunter und drüber: Upside Down

19 Aug

Upside Down

Kinostart: 22. August 2013

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Melodram // Puh – gar nicht so einfach, die Grundidee des Films zu erklären. Wir könnten es auch sein lassen, weil die Hauptfigur ihre Welt zu Beginn des Films ausführlich als Stimme aus dem Off erklärt, aber sei’s drum: In „Upside Down“ befinden sich zwei Planeten in unmittelbarer Nähe zueinander. Die Schwerkraft jedes der beiden Planeten zieht jeweils nur die Materie an, die von ihm stammt, nicht die Materie des anderen. Der sogenannte obere Planet („up top“) ist der reiche, der den unteren armen („down below“) ausbeutet. Bewohner des unteren Planeten sind oben ungern gesehen, um es milde auszudrücken. Das gelingt ohnehin nur mit einigen Tricks, etwa dem Tragen von sogenannter inverser Materie. Die aber hat die unangenehme Eigenschaft, sich nach einiger Zeit stark zu erhitzen.

Was würde Sheldon dazu sagen?

Genug der Erläuterungen, die jedem Physiker die Haare zu Berge stehen lassen. Nicht auszudenken, wie Ober-Nerd Sheldon aus „The Big Bang Theory“ den Film in der Luft zerreißen würde. Adam (Jim Sturgess), „down below“ als Waisenjunge aufgewachsen, will unbedingt „up top“ – denn dort lebt seine große Liebe Eden (Kirsten Dunst), die er bis vor kurzer Zeit tot glaubte. Als Kind waren die beiden einander auf gegenüberliegenden Berggipfeln begegnet und hatten sich fortan ständig – quasi über Kopf – getroffen, bis eines Tages die Ordnungsmacht auf den Plan trat und Adam festnahm. Eden stürzte ab und erlitt dabei einen Gedächtnisverlust. Mittlerweile ist sie eine angesehene TV-Moderatorin, kann sich an die Zeit vor dem Absturz aber nicht mehr erinnern. Adam hingegen hat seine Gefühle für Eden niemals vergessen.

Mehr Fantasy als Science-Fiction

Auch wenn es um Schwerkraft geht, ist die Welt von „Upside Down“ doch zu sehr Fantasy, als dass wir das Genre Science-Fiction vergeben könnten. Die in blauem Grundton gehaltene Visualisierung der über Kopf zueinander stehenden Planeten ist bisweilen fürs Auge verwirrend geraten, in manchen Szenen aber durchaus charmant inszeniert – etwa im Großraumbüro des Up-Top-Konzerns TransWorld, in dem Adam eine berufliche Laufbahn einschlägt. Ob das schwerkraftbedingte Drunter und Drüber der beiden Welten immer der Logik der Grundidee folgt, ist schwer zu beantworten. Setzen wir immerhin ein Plus für Originalität. Die Liebesgeschichte wird von zwei sympathischen Akteuren getragen, ohne jedoch großen Taschentuch-Alarm auszulösen. Was den kitschigen Soundtrack angeht, gilt ganz klar: Puh – weniger wäre mehr gewesen. Insofern gilt: eine ansehnliche Fantasy-Romanze, die aber nicht dazu angetan ist, in Begeisterung zu verfallen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Kirsten Dunst haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Timothy Spall unter Schauspieler.

Länge: 100 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Upside Down
KAN/F 2012
Regie: Juan Solanas
Drehbuch: Juan Solanas
Besetzung: Kirsten Dunst, Jim Sturgess, Timothy Spall, Jayne Heitmeyer
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Trailer: © 2013 Concorde Filmverleih GmbH

 

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