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R.I.P.D. – Men in Black für Arme

29 Aug

R.I.P.D.

Kinostart: 29. August 2013

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Action // Bei einer Drogenrazzia wird der Bostoner Detective Nick Walker (Ryan Reynolds) ausgerechnet von seinem Partner Bobby Hayes (Kevin Bacon) erschossen. Die beiden hatten Gold gestohlen, doch Nick bekam ein schlechtes Gewissen und wollte es zurückgeben, was Bobby gar nicht passte.

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Proctor bringt die beiden Untoten zusammen

Statt im Himmel, der Hölle oder im Nirvana landet Nick vor dem Schreibtisch einer gestrengen Dame namens Proctor (Mary-Louise Parker), die ihm Überraschendes offenbart: Es gibt eine Zwischenwelt, in der das „Rest in Peace Department“ („R.I.P.D.“) die Aufsicht hat. Verstorbene Polizisten haben die Aufgabe, die Menschheit vor sogenannten Deados zu beschützen – Tote, die den Gang in den endgültigen Tod nicht antreten, sondern unerkannt auf der Erde ihr Unwesen treiben und bisweilen ihr wahres Gesicht als monströse Kreaturen zeigen.

Nick wird dem erfahrenen Roy (Jeff Bridges) zugeteilt, einem großspurigen Cowboy. Ihr erster Ausflug zurück in die Menschenwelt führt die beiden zu Nicks Beerdigung, wo der verstorbene Detective seine trauernde Ehefrau Julia (Stephanie Szostzak) anspricht. Auf diese Weise macht Nick die böse Erfahrung, dass er für seine Mitmenschen nicht mehr erkennbar ist: Er ist in Gestalt eines alten Asiaten (James Hong) unterwegs und kann seine wahre Identität nicht enthüllen. Sein Partner Roy hat sich als scharfe Blondine (Marisa Miller) getarnt. Erste Einsätze gegen Deados lassen nicht lange auf sich warten.

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Roy (l.) und Nick kennen kein Pardon

Von seinem Budget von etwa 130 Millionen US-Dollar spielte „R.I.P.D.“ bis Ende August 2013 weniger als die Hälfte in die Kassen von Universal Pictures zurück. Damit gilt er schon vor dem deutschen Kinostart als Misserfolg – zu Recht. Der Film ist schlicht missraten, beginnend bei den Schauspielern: Ryan Reynolds war in „Buried – Lebendig begraben“ klasse, hier zeigt er einfach gar nichts. Seine Figur sitzt im Schattenreich fest und hat auf ewig seine Liebste zurückgelassen, ein wenig mehr Aufgewühltheit kann man da auch in einem Actionfilm erwarten. Was Reynolds gar nicht zeigt, bietet Oscar-Preisträger Jeff Bridges dafür leider im Überfluss: Overacting in Reinkultur. Okay, seine Figur ist ein wenig als Karikatur angelegt. Aber muss man es darum gleich so übertreiben? Kevin Bacon fällt immerhin nicht unangenehm auf, setzt aber auch keine schauspielerischen Akzente.

Zugegeben: Ein solcher Fantasy-Actionfilm muss nicht unbedingt durch Schauspielkunst brillieren. Aber auch die Effekte wirken zahn- und ideenlos. Wie man eine Vielzahl von originellen Fantasyfiguren gestalten kann, hat die „Men in Black“-Reihe eindrucksvoll bewiesen. „R.I.P.D“ geht da schnell die Luft aus. Einzig die von Robert Knepper (der Nazi-Psychopath aus „Prison Break“) gespielte Figur hätte etwas werden können, verschwindet aber zu schnell von der Bildfläche. Die Actionsequenzen sind natürlich routiniert inszeniert und sehen einigermaßen aus. Aber in der Rückschau: Hm, welche waren das noch? Es bleibt also nichts hängen. Von Witz übrigens auch nicht.

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Ob diese Tarnidentitäten unauffällig genug sind?

Die Story ist einfach zu unausgegoren, um über einen ganzen Film zu fesseln. Erneut drängt sich der Vergleich mit „Men in Black“ auf: Eine Quasi-Parallelwelt, in der Gut und Böse unerkannt von der Menschheit agieren, kann man auch charmant, originell und durchdacht konstruieren. Das misslingt bei „R.I.P.D.“ auf ganzer Linie. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Comic von Peter M. Lenkov. Vielleicht wäre Hollywood besser beraten, die Schwemme an Comicverfilmungen künftig etwas zu reduzieren.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jeff Bridges und/oder Ryan Reynolds sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 96 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: R.I.P.D.
USA 2013
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Phil Hay, Matt Manfredi
Besetzung: Jeff Bridges, Ryan Reynolds, Kevin Bacon, Mary-Louise Parker, Stephanie Szostzak, James Hong, Marisa Miller
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2013 Universal Pictures Germany GmbH

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