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Die Fliege – Der wimmernde Menschleinkopf im Spinnennetz

31 Okt

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The Fly

Von Volker Schönenberger

Horror // David Cronenbergs 1986er-Remake mit Jeff Goldblum mag moderner und tricktechnisch spektakulärer sein, doch der Charme des 1958er-Originals ist unübertroffen – nun erstmals auf Blu-ray. „Die Fliege“ mit Vincent Price („Die Maske des Roten Todes“) erstrahlt in HD bei minimal körnigem Bild in satter Farbenpracht. Jawohl, es ist ein Farbfilm, nicht von den hier platzierten Schwarzweiß-Fotos irritieren lassen. Das Bild ist schärfer, die Farben sind sichtlich kräftiger, als es bei den 2005 und 2006 erschienenen DVD-Editionen der Fall ist. Ob das für Besitzer der DVD den Kauf der Blu-ray rechtfertigt? Schwer zu sagen, das muss letztlich jeder Filmfan selbst entscheiden.

Ein Teleportations-Experiment schlägt auf grausame Weise fehl

Grusel-Großmeister Price spielt François Delambre, den eines Abends seine Schwägerin Helene (Patricia Owens) anruft; sie habe ihren Mann, François’ Bruder Andre (David Hedison) getötet. Die Behauptung stellt sich als entsetzliche Wahrheit heraus: Der Leichnam des Wissenschaftlers befindet sich in einer Metallpresse, die Kopf und einen Arm des Unglücklichen vollständig zerquetscht hat. Nach einiger Zeit ist Helene wieder so weit bei Sinnen, dass sie berichten kann, doch Inspector Charas (Herbert Marshall) glaubt seinen Ohren nicht zu trauen: Andre Delambre habe mit Teleportation experimentiert, dem Transport von Materie von einem Ort zum anderen ohne Durchquerung des dazwischen liegenden Raumes. Bei seinem Versuch, sich selbst zu teleportieren, sei etwas Schreckliches geschehen …

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Andre verbirgt sein Gesicht vor Helene

Die Handlung entspinnt sich als Geschichte in der Geschichte: Den Rahmen bildet Vincent Prices Figur des François Delambre, der gemeinsam mit dem Ermittler zu ergründen sucht, ob seine Schwägerin wahnsinnig ist. Helenes Bericht wird als lange Rückblende gezeigt.

Warnung: Im folgenden Absatz Spoiler

Keine Frage, die visuellen Effekte von 1958 sind veraltet; die Vermischung der Atome eines Menschen mit denen einer Fliege mit dem Ergebnis zweier grotesker Kreaturen wirkt nach heutigen Maßstäben etwas naiv. Dennoch: Die Horrorvision entfaltet auch heute ihre Wirkung. Wenn Helene erstmals das Fliegenbein am Körper ihres Mannes erblickt, wo sich zuvor sein linker Arm befand, wird ihr Grauen spürbar. Und wenn am Ende die Fliege mit dem winzigen Menschenkopf und einem Arm kläglich im Spinnennetz um Hilfe wimmert, während sich die Spinne nähert, dann mag das tricktechnisch überholt aussehen – zum Frösteln ist’s allemal. So oder so gehört „Die Fliege“ in jede gut sortierte Sammlung von Gruselklassikern.

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Delambre und sein Neffe erblicken Entsetzliches

Der Film war der größte Erfolg von Kurt Neumann, doch er erlebte ihn nicht mehr: Der Regisseur starb einen Monat nach der Premiere, noch bevor das Werk flächendeckend in die Kinos kam. „Die Fliege“ basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von George Langelaan, die erstmals 1957 in einer Ausgabe des Playboy-Magazins erschienen war. Ein Jahr nach dem Film folgte die Fortsetzung „Die Rückkehr der Fliege“, erneut mit Vincent Price. In Teil 3 „The Curse of the Fly“ spielte er 1965 nicht mehr mit. Dem oben erwähnten Remake folgte 1989 lediglich eine Fortsetzung: „Die Fliege II“.

Vincent Price bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Die Fliege (1958)
House on Haunted Hill (1959)
Schrei, wenn der Tingler kommt (1959)
Die Verfluchten (1960)
Das Pendel des Todes (1961)
Die Maske des Roten Todes (1964)
Stadt im Meer (1965)
Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (1971)
Die Rückkehr des Dr. Phibes (1972)
Theater des Grauens (1973)
Das Haus der langen Schatten (1983)

Veröffentlichung: 11. Oktober 2013 als Blu-ray

Länge: 94 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch
Originaltitel: The Fly
USA 1958
Regie: Kurt Neumann
Drehbuch: James Clavell
Besetzung: Vincent Price, David Hedison, Patricia Owens, Herbert Marshall, Kathleen Freeman
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Darsteller David Hedison und Filmhistoriker David Del Valle, Vincent-Price-Biografie von 1997, Rückblick auf die Entstehung des Films, Fox Tönende Wochenschau, Original Kinotrailer
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Twentieth Century Fox Home Entertainment

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