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Archiv für den Monat November 2013

Fright Night 2 – Frisches Blut: Scharfe Professorin mit Biss

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Vampir-Horror // Einnahmen von 41 Millionen Dollar bei einem Budget von 30 Millionen Dollar – überragend ist das nicht. Bei den Colin-Farrell-Fans und Horrorfreunden ist das 2011er-Remake des „Fright Night“-Originals von 1985 dennoch gut angekommen. Es war daher nicht überraschend, dass eine Fortsetzung produziert wurde, wenn auch nur fürs Heimkino. Die hat inhaltlich allerdings weder mit dem 2011er-Film noch mit „Fright Night II – Mein Nachbar, der Vampir“ von 1988 viel zu tun. Ein Franchise will eben gemolken werden.

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Angst in der U-Bahn

Eine Gruppe von High-School-Kids begibt sich per Austauschprogramm nach Rumänien, unter ihnen Charley Brewster (Will Payne), Ed Bates (Chris Waller) und Amy Lee (Sacha Parkinson). Im Fachgebiet Kultur bekommen sie es mit einer Professorin mit heißen Kurven zu tun: Gerri Dandridge (Jaime Murray). Charley allerdings hat die scharfe Akademikerin bei gar unakademischer Aktivität beobachtet: Die Dozentin ist eine Vampirin. Doch bis ihm jemand glaubt, ist der Blutzoll bereits hoch.

Frisches Blut fließt reichlich in „Fright Night 2“. Als nette Idee entpuppt sich dabei der Einfall, die Legende von Elisabeth Báthory in die vampiristische Hintergrundgeschichte einzubauen. Die ungarische Gräfin war 1611 als Serienmörderin verurteilt worden und starb 1614. Später entstand die Legende der Blutgräfin – Báthory habe das Blut ihrer jungen weiblichen Opfer getrunken und darin gebadet. Das tut auch Vampir-Professorin Dandridge gern, was Gelegenheit bietet, gepflegte Nacktheit zu bewundern.

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Die Professorin findet ihre Schützlinge zum Anbeißen

„Fright Night 2 – Frisches Blut“ wartet mit ein paar abwechslungsreichen Schauplätzen auf. Die obligatorischen alten Gemäuer sind natürlich vorhanden, aber auch in der U-Bahn geht’s hoch her. Dem „Twilight“-Wahn ist der Film nicht verfallen, die Vampire sind eher grimmig als romantisch veranlagt. Auch ein paar komödiantische Elemente haben den Weg in die schwarzen Vampirseelen gefunden. All das sieht gefällig aus, ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Von den Schauspielern hat bislang keiner den Weg in eine große Produktion gefunden. Ob das je geschehen wird – Zweifel sind erlaubt. Sei’s drum, „Fright Night 2“ tut nicht weh und lässt sich einmal schauen, ohne dass der Finger auf der Fernbedienung zum Fast-Forward- oder gar Stop-Button zuckt.

Veröffentlichung: 18. Oktober 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 80 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Türkisch u. a.
Originaltitel: Fright Night 2 – New Blood
USA 2013
Regie: Eduardo Rodriguez
Drehbuch: Matt Venne
Besetzung: Will Payne, Jaime Murray, Sean Power, Sacha Parkinson, Chris Waller, Joelle Coutinho
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur Eduardo Rodriguez und den Produzenten Alison Rosenzweig und Michael Gaeta, „Fright Night“-Webisodes, Draculas Wurzeln
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2013 by V. Beautifulmountain
Fotos & Packshot: © 2013 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 
 

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Viel Meer: Die Nordsee – Unser Meer

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Gastrezension von Anja Rohde

Natur-Doku // Vom norddeutschen Wattenmeer über die norwegischen Fjorde nach Schottland, Holland und zurück – die Nordsee und die Landschaft drumherum sind überall traumhaft schön. Das von der NDR-Naturfilmschmiede „Doclights“ im Frühjahr 2013 ins Kino gebrachte Projekt zeigt in technisch perfekten Aufnahmen Küstenlandschaften, typische Menschen und vor allem Tiere, unter und über Wasser – nun auch auf DVD und Blu-ray.

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Schon schön hier

„Das wär‘ doch was für den Beamer“, sagt der technikaffine Mann, und recht hat er. Je größer das Bild, desto besser, denn die Aufnahmen sind grandios. Zehn Helikopterflugtage lang war das Team unterwegs, um klare, scharfe Luftaufnahmen zu machen. Für die Tieraufnahmen wurden Spezialkameras verwendet, beispielsweise HD-Highspeedkameras, mit denen ein rasanter Vogelflug ohne Gewackel begleitet werden kann und das Motiv in keinem Moment aus dem Bild rutscht. Die sensationellen Unterwasseraufnahmen sind dem Rebreather-System zu verdanken – ein Atem-Kreislauf-System für den Taucher, das keine die Tiere störenden Luftblasen verursacht und deswegen besonders nahe Einstellungen ermöglicht.

Thoralf Grospitz und Jens Westphalen sind erfahrene Naturfilmer und mehrfach preisgekrönt. Für das „Meer vor der Haustür“ können sie sich besonders begeistern: 2000 Drehtage, 60 Drehorte, tausende Reisekilometer, Spezialtechnik – und dann beobachten, heranpirschen, warten, Material sammeln. Florian Graner zeichnet für die Unterwasseraufnahmen verantwortlich. Der Meeresbiologe arbeitete als wissenschaftlicher Taucher, bevor er für den Naturfilm tätig wurde. Seine Spezialität ist Tauchen in großen Tiefen, was ihm zusammen mit dem oben genannten blasenfreien Atemsystem zu einzigartigen Aufnahmen verhilft: plaudernde Kegelrobben in einer Unterwasserhöhle, ein aasfressender Eishai, der eine tote Robbe aufspürt und wegträgt, und nicht zuletzt die wunderbare Sequenz mit einer Frau, die zusammen mit einer Robbe schwimmt und taucht.

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Es lässt sich aushalten

Axel Prahl fungiert weniger als Sprecher denn als Erzähler. Aus Schleswig-Holstein stammend, bringt er das richtige Idiom für einen Nordseefilm mit. Manchmal ist der Tonfall vielleicht ein bisschen zu nett. Es ist zwar ganz bezaubernd, wie er mit aufmunternden Worten die kleine Helgoländer Lumme anstupst, ins Wasser zu springen, aber an einigen Stellen wäre auch fast ein etwas trockenerer, mehr dokumentarischer Tonfall angebracht gewesen. Und das schreibe ich als fanatische Axel-Prahl-Verehrerin – er möge mir verzeihen.

Sein Zitat „Wenn alles, was da lebt, aus Wasser ist, dann muss das Meer doch mehr sein als nur Wasser“ allerdings passt hervorragend zu „Die Nordsee – Unser Meer“. Die gelungene Auswahl der Motive, deren abwechslungsreiche Montage, Zeitraffer und Zeitlupen zeigen die immense Vielfalt und Schönheit dieser Landschaft – das ist ein wunderbarer kleiner Urlaub auf dem Heimkinosofa.

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Kreaturen der Tiefe

Veröffentlichung: 29. November 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Holländisch
D 2013
Regie: Thomas Behrend, Florian Graner, Thoralf Grospitz, Jan Haft, Alexander Haßkerl, Christina Karliczek, Hans-Peter Kuttler, Robert Morgenstern, Felix Pustal, Ernst Sasse, Jens Westphalen, Kay Ziesenhenne
Drehbuch: Jörn Röver
Sprecher: Axel Prahl
Zusatzmaterial: Making-of, Interview mit Axel Prahl, Interview mit Producerin Britta Kiesewetter und Schnittregisseur Klaus Müller, Kinotrailer, Kinoteaser, Trailershow
Vertrieb: WVG Medien GmbH / polyband Medien GmbH

Copyright 2013 by Anja Rohde

Fotos, Packshot & Trailer: © 2013 WVG Medien GmbH / polyband Medien GmbH

 

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Killing Season – Duell in den Bergen

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Action-Abenteuer // Kampfschauplatz Bosnienkrieg: Soldaten rücken in einem Gebäudekomplex vor. Auf offenem Gelände kommt es zum erbitterten Feuergefecht. Ein Soldat öffnet einen Güterwaggon. Der ist randvoll mit verwesenden Leichen – von Serben massakrierte Bosnier. Die durch Luftunterstützung der Operation Deliberate Force vordringenden Soldaten der United Nations Protection Force entdecken ein Internierungslager. Hinter dem Stacheldraht: abgemagerte Männer. Nach kurzem Schusswechsel ergibt sich die Wachmannschaft des Lagers.

Kurz darauf wird eine Gruppe von Männern per Genickschuss von Uniformierten hingerichtet. Der letzte Schütze zögert, sein Opfer dreht sich um – doch dann kommt der Schuss. Die Kugel trifft Emil Kovac (John Travolta) zwar, aber offenbar überlebt der Serbe die schweren Verletzungen. 18 Jahre später erhält er in Belgrad die Information, wer sein Henker war. Auf die Frage, was er jetzt tun wolle, erwidert Kovac: „Jagen. Ich gehe jagen.“

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Jäger …

Der ehemalige US-Soldat Benjamin Ford (Robert De Niro) lebt zurückgezogen in einer abgelegenen Hütte in den Appalachen. Von seinem Sohn Chris (Milo Ventimiglia, „Heroes“) entfremdet, kommt er nicht einmal der Einladung zur Taufe seines Enkelkinds nach. Eine Kriegswunde zwackt ihn gelegentlich. Dann begegnet ihm ein einsamer Wanderer – Emil Kovac.

Vito Corleone, Travis Bickle, Jake La Motta, Noodles, Al Capone, James Conway, Leonard Lowe, Neil McCauley – was hat uns Robert De Niro im Lauf seiner Karriere für Schauspielkunst beschert und große Filme noch größer gemacht. Die Zeit der ikonenhaften Rollen scheint für den zweifachen Oscar-Preisträger vorbei zu sein, obgleich er 2013 für „Silver Linings“ noch einmal als bester Nebendarsteller für den Academy Award nominiert worden ist. „Killing Season“ lief in den USA nur kurz in wenigen Kinos, das zudem parallel zur Heimkino-Veröffentlichung. In Deutschland erscheint der Actionfilm gleich direkt auf Blu-ray und DVD.

De Niro kann’s immer noch, das steht außer Frage. Mit John Travolta hat er immerhin einen nicht minder prominenten Akteur als Gegenspieler. Die Handlung lässt allerdings die Notwendigkeit großer Schauspielkunst fragwürdig erscheinen. „Killing Season“ ist ein Duell zweier Kriegsveteranen vor reizvoller Landschaft, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Der zu Beginn dieser Rezension erwähnten Eingangssequenz zum Trotz finden sich keine bedeutsamen Aussagen über den Bosnienkrieg, es geht ausschließlich um zwei Veteranen, die nicht mit ihrer Vergangenheit abschließen können.

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… und Gejagter

Verdrängte und unbewältigte Kriegstraumen werden zwar herangezogen, um das Handeln von Kovac und Ford zu begründen, ein nachhaltig beeindruckendes Ringen mit den Erinnerungen ist aber nicht zu beobachten. „Killing Season“ ist weniger Psychoduell als ganz konkreter Zweikampf auf Leben und Tod. So bleibt der Film zwar nicht als prägende Rolle für Travolta oder De Niro in Erinnerung – auch nicht als glanzvolles Spätwerk –, kann aber als annehmbares Action-Abenteuer bedenkenlos konsumiert werden. De Niros glorreiche Vergangenheit sollte man dabei allerdings außer Acht lassen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Robert De Niro und/oder John Travolta sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 29. November als Blu-ray und DVD

Länge: 91 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Holländisch
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Regie: Mark Steven Johnson
Drehbuch: Evan Daugherty
Besetzung: Robert De Niro, John Travolta, Milo Ventimiglia, Elizabeth Olin
Zusatzmaterial: Interviews, B-Roll
Vertrieb: splendid film GmbH

Copyright 2013 by V. Beautifulmountain
Fotos & Packshot: © 2013 splendid film GmbH

 

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