RSS

Eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs: Blue Jasmine

06 Nov

De pub Main Art Hauptplakat BLJM

Kinostart: 7. November 2013

Gastrezension von Florian Schneider

Melodram // Schon wieder ein Woody-Allen-Film? Der Mann scheint niemals zu ermüden, veröffentlicht jedes Jahr ein neues Werk, führt Regie und schreibt in der Regel auch das Drehbuch selbst. Dabei wechselt Allen die Genres bei beinahe jedem Film, springt mit Leichtigkeit von Komödie zu Tragödie und von Krimi zu Romanze – und das auf gleichbleibend hohem Niveau. So etwas schafft eine treue Anhängerschaft und bringt hohes Ansehen bei Kollegen und Schauspielern.

Für „Blue Jasmine“ konnte Mister Allen dann auch wieder auf ein hochkarätiges Darstellerensemble zurückgreifen. Der Mann kann es sich aussuchen, obwohl er nicht mit hohen Gagen um sich schmeißt. Diesmal fiel seine Wahl für die weibliche Hauptrolle auf Cate Blanchett, nachdem Scarlett Johansson in den vergangenen Jahren ein Abo darauf zu haben schien. Eine ausgezeichnete Wahl! Diese Prognose sei gestattet: Cate Blanchett wird mit ihrer Rolle als Jasmine zu den heißesten Oscar-Kandidaten des nächsten Jahres zählen und ihrem Nebenrollen-Goldjungen von 2005 für „Aviator“ 2014 womöglich ein Hauptrollen-Pendant an die Seite stellen können. Überhaupt ist „Blue Jasmine“ ein Meisterwerk, ein Juwel von einem Film, ganz großes Kino. Nachdem der vierfache Oscar-Preisträger Allen zuletzt 2012 einen Academy Award für sein Drehbuch von „Midnight in Paris“ einheimsen konnte, sollte er für „Blue Jasmine“ mit weiteren Auszeichnungen überschüttet werden.

9204000Production - BLJM

Jasmine verkennt die Realität

Zur Geschichte: Jasmine (Cate Blanchett) ist gestrandet. Durch eine unbedachte Tat hat sie sich selbst von ihrem Thron des Geldadels gestoßen, nun befindet sie sich im freien Fall. Auch ihre Schwester Ginger (Sally Hawkins), selbst gesellschaftlich nicht weit nach oben gelangt, kann den weiteren Absturz nicht aufhalten – auch wenn sie Jasmine Obdach gewährt und versucht, ihr neue Perspektiven aufzuzeigen. Jasmine ist lediglich am schnellen Wiederaufstieg interessiert und merkt dabei nicht, dass es für sie keinen Aufzug mehr nach oben geben kann. Die makellose Fassade, ihr bislang einziges Kapital, ist zerstört und Jasmine besitzt keine innere Stärke, um sich selbst zu restaurieren.

In der realen Welt will man wahrscheinlich eher nicht Zeuge eines solchen Niedergangs sein; und auch beim Betrachten des Films gibt es Momente, die empathisch veranlagten Zuschauern einige Mitleidstränen aus den Augen drücken. So ist das eben mit einem Melodram. Das Mitleiden ist ein Gradmesser für die Qualität.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Woody Allen sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Cate Blanchett sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Länge: 98 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
USA 2013
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Besetzung: Cate Blanchett, Alec Baldwin, Peter Sarsgaard, Sally Hawkins, Andrew Dice Clay, Bobby Cannavale
Verleih: Warner Bros. Pictures

Copyright 2013 by Florian Schneider

Filmplakat, Foto & Trailer: © 2013 Warner Bros. Ent.

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: