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Das Concorde Inferno – Überschallflug in den Tod

18 Nov

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Concorde Affair ’79

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Ruggero Deodato – klingelt da was? Der berüchtigte italienische Regisseur wurde in den 70er-Jahren mit brutalen Streifen wie „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ und besonders seinen Beiträgen zum Kannibalengenre wie „Mondo Cannibale 2 – Der Vogelmensch“ und „Nackt und zerfleischt“ bekannt. Seine Exploitationfilme riefen in Deutschland gern mal die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Plan.

„Das Concorde Inferno“ ist im Vergleich deutlich harmloser geraten, in der Inszenierung aber auf dem üblichen Deodato-Niveau, sprich: billig heruntergekurbelt, mit fiesem italienischem Soundtrack und Schauspielern aus der zweiten Reihe. Zwei Ausnahmen gibt’s immerhin, was die Schauspieler angeht: Van Johnson („Die Caine war ihr Schicksal“) spielt den Concorde-Piloten Captain Scott, obendrein ist Joseph Cotten („Der dritte Mann“) als krimineller Industrieller Milland zu sehen. Zwei bekannte Namen als Zugpferde für den US-Markt – nicht unbedingt die prestigeträchtigsten Rollen, die die beiden in ihrer Karriere übernommen haben.

Auf einem Testflug stürzt eine sabotierte Concorde vor der Antilleninsel Martinique in der Karibik ins Meer. Die Besatzung des Überschall-Flugzeugs stirbt, nur die junge Jean Beneyton (Mimsy Farmer) überlebt. Zwei Fischer holen sie aus dem Wasser. Doch offenbar sollte es keine Überlebenden geben: Jean wird von Unbekannten auf einer Segelyacht gefangen gehalten, die beiden Fischer werden als unliebsame Zeugen ermordet.

Derweil trifft der Journalist Moses Brody (James Franciscus) auf der Insel ein. Seine dort lebende Ex-Frau hatte ihm am Telefon angedeutet, dass etwas Schlagzeilenträchtiges passiert sei. Doch sie ist tot – gestorben angeblich an einer Herzattacke. Bald darauf bricht eine weitere Concorde zu einem Atlantikflug auf – mit Passagieren. Auch sie ist sabotiert …

Nach objektiven Maßstäben sind die billigen italienischen Actionfilme mies – so auch dieser. Zu den bereits erwähnten bescheidenen Schauspielerleistungen gesellen sich Logiklöcher und Sinnlosigkeiten. Völlig ziellos und ohne jede Bedeutung für die Handlung ist beispielsweise eine Szene, in der sich ein Taucher an der Tür der abgestürzten Concorde die Hand einklemmt, woraufhin ihm der Arm amputiert werden muss. Aber egal: Exploitationfilme, Trashfilme, C-Filme – welche Schublade auch immer man öffnen will – haben eine Fangemeinde und allein deswegen ihre Existenzberechtigung. Auch der Blogger ist einem gepflegten Exploitation-Filmabend nie abgeneigt. „Das Concorde Inferno“ genießt nicht die größte Aufmerksamkeit, wie die vergleichsweise niedrige Zahl an Bewertungen in der IMDb zeigt. Dennoch: Die nun erschienenen Blu-ray und DVD bieten eine gute Gelegenheit, die Ruggero-Deodato-Sammlung aufzustocken, so man denn eine solche haben möchte.

Veröffentlichung: 5. November 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, nur Blu-ray: Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Concorde Affair ’79
IT 1979
Regie: Ruggero Deodato
Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Renzo Genta
Besetzung: Van Johnson, Joseph Cotten, James Franciscus, Mimsy Farmer, Venantino Venantini, Fiamma Maglione, Edmund Purdom, Francisco Charles
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Packshot & Trailer: © 2013 Ascot Elite Home Entertainment

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