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Straßen in Flammen – Inspiriert von Bruce Springsteen

24 Nov

Strassen_Cover_BD

Streets of Fire

Von Volker Schönenberger

Action // A Rock & Roll Fable. Another Time, another Place … Mit diesen Worten beginnt der Film. In einem nicht näher bestimmten, eher heruntergekommenen Stadtviertel einer nicht näher bestimmten Stadt gibt die Rocksängerin Ellen Aim (Diane Lane) ein umjubeltes Konzert. Plötzlich erscheint Schurke Raven Shaddock (Willem Dafoe) mit seiner gewalttätigen Gang „Bombers“ auf der Bildfläche und verschleppt die Sängerin vor den Augen des Clubbesitzers Billy Fish (Rick Moranis), ihres Freundes. Bald darauf trifft Tom Cody (Michael Paré) ein, den seine Schwester Reva (Deborah Van Valkenburgh) zu Hilfe gerufen hat. Ellen ist seine Ex-Freundin, doch er will nur gegen ein stattliches Honorar zu ihrer Befreiung schreiten. Die Ex-Soldatin McCoy (Amy Madigan) zieht mit ihm in den Kampf.

80er-Action

Regisseur Walter Hill („Last Man Standing“) persönlich bewertet „Straßen in Flammen“ so: Einerseits sei der Film ziemlich albern, andererseits ziehe er viel Dynamik aus romantischer Liebe. Dies erzählt er in der Doku „Rumble in the Lot“, die im Bonusmaterial der Blu-ray zu finden ist. Man kann dieser Ansicht zustimmen, obendrein ist zu konstatieren: Seiner nicht zu leugnenden Eigenständigkeit zum Trotz wirkt der Film in mancher Hinsicht typisch für das Actiongenre der 80er-Jahre: Zwei Gegenspieler überbieten einander an Coolness und liefern sich zum Ende einen heißen Zweikampf – mit schweren Hämmern. Der Filmtitel ist zwar etwas übertrieben, aber die für die B-Actionware jener Zeit prägenden Explosionen und Flammen sind zu bemerken. Dank der Klamotten, Frisuren und der Musik mit ihrem Hall und den E-Drums atmet „Straßen in Flammen“ die 80er-Jahre aus jeder Pore.

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Zwischen Cody und Ellen flammt erneut die Leidenschaft auf

Soundtrack von Ry Cooder, Songs von Jim Steinman

Die Musik spielt allerdings eine größere Rolle als üblicherweise in derlei Streifen. Das ist einerseits zwangsläufig, geht es doch um die Entführung einer Sängerin. Einige Songs werden ausgespielt oder nahezu ausgespielt. Zum anderen waren große Namen am Soundtrack beteiligt: Für den Score etwa zeichnet Slide-Gitarrist Ry Cooder verantwortlich. Fünf Songs des Films wurden von Jimmy Iovine produziert, der u. a. mit Bruce Springsteen, U2 und Lady Gaga gearbeitet hat. Zwei weitere – bombastische – Lieder stammen von Jim Steinman, dem langjährigen Produzenten von Meat Loaf.

Gelungene Blu-ray-Umsetzung

Zusätzliche Originalität zieht „Straßen in Flammen“ aus der Verwendung neuartigen Filmmaterials mit hoher Lichtempfindlichkeit. Das ermöglichte es, Nachtszenen nahezu ohne zusätzliche Ausleuchtung zu drehen, weil die zu den Kulissen gehörende Beleuchtung – Neonreklamen, Brände, Straßenlampen – ausreichte. Der Film sieht nun sehr gut aus, die Blu-ray ist den nach wie vor im Handel erhältlichen älteren DVDs vorzuziehen. „Straßen in Flammen“ ist kein zeitloses Werk, sondern klar in den 80ern verortet, ist aber mit seinen klar konturierten Figuren, den lässigen, bisweilen unfreiwillig komischen Sprüchen, der guten Besetzung und der auf solidem B-Niveau angesiedelten Action auch heute noch sehenswert.

Als Inspiration zum Filmtitel diente der Song „Streets of Fire“ von Bruce Springsteens 1978er-Erfolgsalbum „Darkness on the Edge of Town“. Der Song sollte auch im Film vorkommen, doch angeblich zog Springsteen seine Genehmigung dazu zurück, als er erfuhr, dass im Film jemand anders den Titel singen sollte.

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Endkampf mit Hämmern: Raven gegen Cody

Kein Erfolg an den Kinokassen

An sich sollte der Film zwei Fortsetzungen nach sich ziehen, doch sein kommerzieller Misserfolg verhinderte das. Erst 2008 entstand mit „Road to Hell“ ein inoffizielles Sequel, in dem Michael Paré und Deborah Van Valkenburgh erneut ihre Figuren aus „Straßen in Flammen“ verkörperten.

Walter Hill hat sich seit Ende der 70er-Jahre als versierter Actionregisseur von Filmen wie „The Warriors“, „Nur 48 Stunden“ und „Red Heat“ einen Namen gemacht. Dass er es immer noch drauf hat, hat er zuletzt mit „Shootout – Keine Gnade“ mit Sylvester Stallone bewiesen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Walter Hill sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Willem Dafoe, Michael Paré und/oder Bill Paxton in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 8. November 2013 als Blu-ray

Länge: 94 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Streets of Fire
USA 1984
Regie: Walter Hill
Drehbuch: Walter Hill, Larry Gross
Besetzung: Michael Paré, Diane Lane, Willem Dafoe, Rick Moranis, Amy Madigan, Deborah Van Valkenburgh, Bill Paxton
Zusatzmaterial: Dokumentation „Rumble in the Lot“ mit Regisseur Walter Hill, Michael Paré und anderen (78. Min.), Making-of (9 Min.), Musikvideos (16 Min.), Bildergalerie mit seltenem Werbematerial und Fotos vom Set, deutscher Kinotrailer, US-Kinotrailer
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Koch Media

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