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Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension: Nur Chuck Norris ist härter

10 Dez

Buckaroo_Bonzai_BD

Gastrezension von Matthias Holm

SF-Abenteuerkomödie // Buckaroo Banzai (Peter „RoboCop“ Weller) ist ein cooler Hund. Nachdem der Halb-Japaner Neurochirurg geworden ist, lernt er verschiedene Kampfkünste, gründet die Band Hong Kong Cavaliers und führt mit seinen Bandmitgliedern physikalische Experimente durch, bei denen er in einem klobigen Wagen mit Überschallgeschwindigkeit durch Berge fährt. Dafür benutzt er den von seinem asiatischen Wissenschaftskollegen mit schlecht gefärbten Haaren entwickelten Alpha-Laser, der Buckaroo kurzzeitig in die 8. Dimension schleudert. Davon kriegt auch Lord John Whorfin (John Lightow) Wind, der böse Anführer der roten Lectoiden, der mithilfe des Alpha-Laseres die Verbannung seines Volkes aufheben und auf seinen Heimatplanten „Planet 10“ zurückreisen will.

„Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension“ ist purer 80er-Trash. Das sollte bereits nach der Inhaltsangabe klar sein. Ärgerlich dabei ist nur, dass sich der Film anscheinend viel zu ernst nimmt. Es gibt hier und da ironische Dialoge oder witzige Details (Plüsch-Würfel in Alien-Raumschiffen), allerdings kommen solche Dinge viel zu selten. Und wenn man erst anfängt, das Geschehen zu hinterfragen, erblickt man so viele Logiklöcher, dass einem schwindelig wird. Kostprobe? Buckaroo kriegt aus einem Münztelefon einen Stromschlag. Dieser wurde von den (eigentlich) freundlich gesinnten schwarzen Lectoiden geschickt, damit Buckaroo die Tarnung der Aliens durchschauen kann. So weit, so gut. Warum er allerdings plötzlich weiß, wie sich die Aliens nennen und wo sie herkommen, bleibt im Dunkeln. Das gilt genauso für die übrigen sechs Dimensionen, die ja eigentlich zwischen unserer und der 8. Dimension liegen.

Peter Weller gibt seinen Buckaroo stoisch-cool und verliebt sich auch noch in Penny Priddy (Ellen Barkin), die verlorene Zwillingsschwester seiner verstorbenen Frau! Leider hilft es nicht, mehr als anderthalb Stunden mit nur einem Gesichtsausdruck herumzulaufen. John Lightow darf als verrückter Wissenschaftler / oberböses Alien dem Affen richtig Zucker geben. Leider taucht er nur kurz am Anfang auf, um danach erst mal für eine Stunde nicht mehr präsent zu sein. Und wenn man den Bösewicht schon besser findet als den obercoolen Titelhelden, stimmt tendenziell etwas nicht. Die restliche Garde an Nebendarstellern ist austauschbar, einzig Jeff Goldblum macht in zotteligen Cowboyhosen eine passable Figur.

Den meisten Witz bezieht der Film eben aus seiner verrückten Grundidee. Buckaroo kann einfach alles, sogar der mit Rückenschmerzen im Krankenhaus liegende Präsident fragt ihn um Rat. Da würde sogar Chuck Norris vor Neid erblassen. Doch das allein reicht eben nicht. Für eine Komödie sind auch die Alienschiffe und manches Krabbelzeugs einfach zu ekelhaft mit zu viel Schleim gestaltet. Damit setzt sich Buckaroo Banzai zwischen alle Stühle – und fällt mächtig auf den Hintern.

Die am Ende des Films angekündigte Fortsetzung wurde zum Glück nie gedreht, was wohl am miesen Einspielergebnis liegt, das die Sherwood Studios in die Pleite bugsierte. Zugegeben: Sowohl bei den Usern der IMDb als auch bei Rotten Tomatoes kommt der Streifen besser weg als hier. Über die Jahre hat sich offenbar eine kleine, aber eingeschworene Fangemeinde gebildet, die sich über die Neuveröffentlichung auf DVD und Erstveröffentlichung auf Blu-ray freuen wird.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jeff Goldblum und John Lithgow sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 6. Dezember 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 102 Min. (Blu-ray), 98 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The Adventures of Buckaroo Banzai across the 8th Dimension
USA 1984
Regie: W. D. Richter
Drehbuch: Earl Mac Rauch
Besetzung: Peter Weller, Ellen Barkin, John Lithgow, Jeff Goldblum, Christopher Lloyd, Lewis Smith, Robert Ito, Clancy Brown
Zusatzmaterial: Audiokommentar, alternativer Anfang, Dokumentation zum Film, geschnittene Szenen, Interview mit Regisseur W. D. Richter, Pinky Curruthers unbekannte Fakten, animierter Pitch-Trailer, Banzai-Radio: Audio-Interview, Bildergalerie, Trailer
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2013 by Matthias Holm
Packshot: © 2013 Koch Media

 
 

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Eine Antwort zu “Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension: Nur Chuck Norris ist härter

  1. Tanja Werdenberg

    2013/12/14 at 18:35

    „Purer 89er-Trash“ – ja, das trifft es ziemlich gut und bringt es auf den Punkt. Ein verschenkter Film. Die 80er taten sich halt noch etwas schwerer mit Selbstironie. Trash war noch ein Schimpfwort.

     

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