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Frances Ha – Everyone’s a Winner, Baby

26 Dez

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Komödie // Ha – ein Frauenfilm! Schon beenden Horden von Lesern die Lektüre dieser Rezension. Ha – ein Schwarzweißfilm! Nur noch eine verschwindend kleine Minderheit erreicht die dritte Zeile. Bleibt doch! Und lasst euch sagen, dass „Frances Ha“ eine Perle des US-Independent-Kinos ist, mit feinen sprachlichen Spitzen und einem unverbrauchten, spielfreudigen Ensemble. Noah Baumbach („Der Tintenfisch und der Wal“) schrieb gemeinsam mit seiner Frau Greta Gerwig das Drehbuch. Sie übernahm auch die Titelrolle, die ihr prompt eine Golden-Globe-Nominierung einbrachte.

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Beinahe unzertrennlich: Sophie und Frances

„Wir sind wie ein lesbisches Pärchen, das keinen Sex mehr hat“. Die angehende Tänzerin Frances lebt in Brooklyn in einer WG mit ihrer besten Freundin Sophie (Mickey Sumner). Für ihren Freund Dan (Michael Esper) will sie das nicht aufgeben, was zur Trennung führt. Dumm nur, dass Sophie bald darauf mit einer anderen Freundin zusammenzieht. Zum privaten Ärger kommen Probleme, als Tänzerin beruflich Fuß zu fassen.

„Ich bin zu groß, um zu heiraten.“ Für eine 27-Jährige geht Frances manchmal etwas altklug durchs Leben. Das macht sie nicht minder liebenswert, hilft ihr aber auch nicht immer. Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit gehen im Film eine zarte Symbiose ein. Für einen Paris-Trip hat sich Frances in Schulden gestürzt, nur um ihn wegen Jetlags fast völlig zu verschlafen. Wenn Frances dann nach einem eher traurigen Telefonat mit Sophie einsam durch die Pariser Straßen zieht und dazu in feiner Ironie „Everyone’s a Winner“ von Hot Chocolate ertönt, kann sich jeder in die Titelfigur hineinversetzen.

Realitätsnähe und Wahrhaftigkeit des Films sind bedingt durch glaubwürdiges Schauspiel. Als Erste unter Gleichen brilliert dabei Greta Gerwig. Ihre Frances laviert auf eine Weise durch die Rückschläge ihres Lebens, die man ihr jederzeit abnimmt. Geht es dann doch mal voran, ist das für Frances noch lange kein Grund zur Euphorie. Einmal tanzt sie immerhin dann doch mal auf der Straße – zu Klängen von David Bowies „Modern Love“. Diese Frances ist eine lebensnahe Figur, als Zuschauer ist man dicht dran an ihr – gut so.

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Wohin wird das Leben Frances führen?

„Frances Ha“ ist dem Mumblecore zuzuordnen, einer Sparte des Independentkinos, die mit Kleinstbudgets, Improvisation und dem Einsatz von Laiendarstellern arbeitet.

Was soll nun eigentlich dieses „Ha“ im Titel bedeuten? Geduld, Geduld – die letzte Einstellung des Films erklärt es. Diese letzte Einstellung kommt überraschend früh. 82 Minuten sind zwar ohnehin keine Überlänge, sie vergehen aber nichtsdestoweniger wie im Fluge. Woody Allen hatte Greta Gerwig 2012 in „To Rome with Love“ besetzt. „Frances Ha“ wird ihm gefallen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Greta Gerwig sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Adam Driver in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 3. Dezember 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 82 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
USA 2012
Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Noah Baumbach, Greta Gerwig
Besetzung: Greta Gerwig, Adam Driver, Charlotte D’Amboise, Grace Gummer, Mickey Sumner, Michael Esper
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Ascot Elite Home Entertainment

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