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We Are What We Are – Du isst was du bist

19 Jan

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We Are What We Are

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // „Wir sind was wir sind“ von 2010 ist ein sperriges Werk, spröde inszeniert und schwer zu konsumieren, aber allemal sehenswert. Im US-Remake weicht Regisseur Jim Mickle („Vampire Nation“) stark vom mexikanischen Original ab. Das beschränkt sich nicht nur darauf, dass es nun die Mutter ist, die zu Beginn des Films das Zeitliche segnet, während die mexikanische Familie den Verlust des Vaters beklagen musste. Mickle hat obendrein den sozialkritischen Anteil der Vorlage vollständig entfernt und porträtiert so lediglich eine dysfunktionale Familie. Deren kannibalistische Essgewohnheiten allerdings ähneln denen der Sippe im Original.

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Attacke am Straßenrand

Es wäre auch schwierig, Sozialkritik am Moloch Mexiko-Stadt auf die ländliche Gemeinde zu übertragen, in der „We Are What We Are“ spielt. Vater Frank Parker (Bill Sage) ist eindeutig die Autorität in der Familie, seine Töchter Iris (Ambyr Childers) und Rose (Julia Garner) sowie der Sohn Rory (Jack Gore) gehorchen. Doch nach dem Tod der Mutter gerät das nur scheinbar stabile Familiengebilde ins Wanken. Familienoberhaupt Frank will die alten Gebräuche des Parker-Clans um jeden Preis bewahren. Parallel spülen starke Regenfälle Indizien ans Tageslicht, die das grausame Geheimnis der Familie zu enthüllen drohen – die Behörden werden aufmerksam.

„We Are What We Are“ ist deutlich leichter konsumierbar als das Original. Das geht zu Lasten inhaltlicher Substanz, dafür gibt’s eine poetischere Atmosphäre. Dazu trägt ein altes Buch der Familie bei, aus dem eine der Töchter bisweilen vorliest. Es enthüllt Generationen zurückliegende Ereignisse, die die Familie zu dem gemacht haben, was sie ist.

Horror und Gewalt sind wie im Original eher sparsam dosiert. Zum Finale allerdings geht’s schmerzhaft zu. Speziell das Horrorgenre hat ja durchaus gelungene Remakes hervorgebracht, etwa bei „Dawn of the Dead“ und „Evil Dead“. In den Bereich dringt „We Are What We Are“ sicher nicht vor, für einen angenehmen Horrorabend reicht’s aber.

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Was bringt Papa wohl wieder an?

In die Besetzungsliste hat sich sogar ein wenig Prominenz verirrt: Als freundliche Nachbarin Marge ist Kelly McGillis zu sehen, die Mitte der 80er-Jahre mit „Der einzige Zeuge“ und „Top Gun“ zu Ruhm kam, ihr Auskommen seit den 90ern aber hauptsächlich mit TV-Filmen gesichert hat. Als Arzt Doc Barrow, der das Verschwinden seiner Tochter untersucht, tritt Michael Parks auf, den Robert Rodriguez und Quentin Tarantino gern für kleine Rollen verpflichten, unter anderem in „From Dusk Till Dawn“, den „Kill Bill“-Filmen und „Django Unchained“.

Tipp: Die Special Edition der Blu-ray enthält eine Bonus-Disc mit dem Originalfilm. Zu dessen Rezension geht’s auch hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jim Mickle sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Kelly McGillis in der Rubrik Schauspielerinnen, Filme mit Nick Damici in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 24. Januar 2014 als 2-Disc Special Edition Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 105 Min. (Blu-ray), 101 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, nur Special Edition: Englisch
Originaltitel: We Are What We Are
USA 2013
Regie: Jim Mickle
Drehbuch: Nick Damici, Jim Mickle, nach dem Originaldrehbuch von Jorge Michel Grau
Besetzung: Bill Sage, Julia Garner, Ambyr Childers, Jack Gore, Michael Parks, Kelly McGillis, Kassie, Wesley DePaiva, Laurent Rejto
Zusatzmaterial: diverse Featurettes, Original Kinotrailer, Trailershow, nur Special Edition: Originalfilm „Wir sind was wir sind“
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Koch Media

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