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I, Frankenstein – Wichtigtuer

21 Jan

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I, Frankenstein

Von Volker Schönenberger

Kinostart: 23. Januar 2014

Fantasy-Action // Weshalb muss ein Film von der ersten bis zur letzten Sekunde mit einem aufdringlich-schwülstigem Soundtrack versehen sein? „I, Frankenstein“ kommt nicht eine einzige Minute ohne pathetischen Score aus – es nervt! Muss wirklich jede Szene bis zum Erbrechen bedeutungsschwanger sein? Wenn eine Figur einmal einen kurzen Weg ganz normal zu Fuß zurücklegt, setzt sogleich die Zeitlupe ein, um den banalen Moment zu entbanalisieren. Natürlich müssen in einem Blockbuster, der visuell wuchtig sein will, himmliche Wesen nicht zur Toilette gehen und Dämonen sich nicht die Zähne putzen. Aber mal ein Moment des Verschnaufens bei all der Bedeutsamkeit, die der Film ausstrahlen will, das wär’s gewesen, war’s aber nicht.

Für Fans von „Van Helsing“ und „Underworld“

Visuell ist der Fantasy-Actionfilm um die von Viktor Frankenstein erschaffene bedauernswerte Kreatur zwar nicht atemraubend, aber durchaus ansprechend, wenn man Filmen wie „Van Helsing“ und der „Underworld“-Reihe etwas abgewinnen kann. Die Handlung setzt nach dem Ende des Romans gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein; ein Prolog erzählt in wenigen Minuten die Handlung der Vorlage: von der Erschaffung der Kreatur durch den genialen, aber skrupellosen Forscher über die Ermordung von Frankensteins geliebter Gemahlin Elizabeth durch das Wesen bis hin zum Tod des Wissenschaftlers im arktischen Eis. Die Kreatur (Aaron Eckhart) will seinen Schöpfer auf einem Friedhof begraben. Plötzlich greifen dämonische Wesen an. Das Monster kann eines besiegen und erhält unerwartete Hilfe durch zwei andere Kreaturen: sogenannte Gargoyles. Die bringen Frankensteins Wesen zu ihrer Herrin Leonore (Miranda Otto).

I-Frankenstein

Frankensteins Kreatur – Monster oder neuer Mensch mit Seele?

Leonore gibt dem Wesen den Namen Adam und klärt ihn über einen Krieg auf, der seit langer Zeit von den Menschen unbemerkt tobt: Die Gargoyles sind himmlische Heerscharen und bekämpfen Dämonen. Adam jedoch hält sich lieber aus dem Konflikt heraus und zieht für zwei Jahrhunderte einsam durch die Welt – als neu geschaffene Kreatur mit übermenschlichen Kräften hat er offenbar auch eine hohe Lebenserwartung. Doch eines Tages – etwa in unserer heutigen Zeit – holt ihn der Krieg zwischen Gargoyles und Dämonen ein. Naberius (Bill Nighy), Anführer der Dämonen, hat große Pläne. Adam spielt darin eine nicht unerhebliche Rolle.

Gargoyles gegen Dämonen

Man merkt, dass die Storys von „I, Frankenstein“ und „Underworld“ vom selben Autor stammen – Kevin Grevioux. Auch „Underworld“ mit Kate Beckinsale strotzte nicht im Übermaß vor inhaltlicher Substanz. Dennoch wirkt der in der Reihe gezeigte Konflikt zwischen Vampiren und Werwölfen um einiges gehaltvoller als die Auseinandersetzung zwischen Gargoyles und Dämonen in „I, Frankenstein“. Aaron Eckhart ist ein hervorragender Schauspieler, sodass die innere Zerrissenheit der traurigen Kretaur immerhin gelegentlich durch all den Bombast hindurchschimmert. Kluge Gedanken zu Fragen des Seins sind in einem solchen Film ohnehin nicht zu erwarten, also belassen wir es dabei. Wer „Van Helsing“ mochte, wird am Ende auch von „I, Frankenstein“ angetan sein. Manch einen Filmgucker mögen die im ersten Absatz erwähnten Kritikpunkte nicht stören – in dem Fall ist das Epos durchaus unterhaltsam. Während viele ähnliche Filme ihre dünne Geschichte gern auf weit über zwei Stunden aufblähen, ist hier nach knackigen 90 Minuten alles erzählt – ein Pluspunkt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Bill Nighy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: I, Frankenstein
USA/AUS 2014
Regie: Stuart Beattie
Drehbuch: Stuart Beattie, nach einer Graphic Novel von Kevin Grevioux
Besetzung: Aaron Eckhart, Yvonne Strahovski, Bill Nighy, Miranda Otto,Jai Courtney
Verleih: splendid film

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Filmplakat & Foto: © 2014 splendid film

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