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Daydream Nation – Drei sind einer zu viel: Liebeskomödie mal anders

14 Feb

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Gastrezension von Matthias Holm

Tragikomödie // Viele Liebesfilme kranken an einem Problem: Die Charaktere sind oft so eindimensional und langweilig, dass es dem Zuschauer recht egal ist, wer jetzt nun mit wem zusammenkommt. Einen anderen Ansatz sucht Michael Goldbach mit seinem Film „Daydream Nation“: Seine Hauptfiguren haben mehrere Facetten, die sie nicht immer sympathisch machen.

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Wen liebt Carolin wirklich?

Carolin Wexler (Kat Dennings) ist neu in dem Kaff irgendwo im amerikanischen Nirgendwo. Nach dem Umzug mit ihrem Vater (Tedd Withall) soll sie dort ihren Highscholl-Abschluss machen. Um sich vom langweiligen Alltag abzulenken, verführt Carolin ihren Lehrer Mr. Anderson (Josh Lucas). Die Beziehung scheint beiden gutzutun. Doch als der gleichaltrige Mitschüler Thurston (Reece Thomspon) ebenfalls Interesse an Carolin zeigt, ist sie sich ihrer Gefühle auf einmal nicht mehr sicher.

So sprunghaft wie seine Protagonistin ist auch Michael Goldbachs Inszenierung, bei der sich der Regisseur nicht um Konventionen zu scheren scheint. So vermischt er munter eine Komödie mit tieftraurigen Elementen, fügt ein wenig Thriller-Handlung hinzu und packt über all das eine Weltuntergangs-Atmosphäre. Da es ihm anscheinend zu einfach war, die Geschichte chronologisch zu erzählen, wird dauernd zwischen den Zeiten gesprungen. Zu Beginn erfährt der Zuschauer sogar Dinge aus der Zukunft, die für die eigentliche Handlung komplett irrelevant sind.

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Den Lehrer?

Es erscheint wahrscheinlich, dass Goldbach autobiografische Elemente in den Film eingebaut hat. Das wird vor allem bei den Szenen mit den Jugendlichen deutlich, die sich mit allen möglichen illegalen Mitteln zudröhnen. Es ist unwahrscheinlich, dass Goldbach die Wirkung von Drogen so genau und intensiv zeigen könnte, ohne damit selbst Erfahrungen gemacht zu haben. Auch die jenseits der Romantik-Handlung thematisierten Aspekte wirken, als ob sie dem wahren Leben entsprungen sind und auf Erinnerungen basieren – etwa die brennende Fabrik im Hintergrund und der Serienmörder.

Carolin ist nicht unbedingt als Sympathieträgerin angelegt. Sie kümmert sich eher wenig um die Konsequenzen ihres Verhaltens – wie man als 17-Jährige eben so ist. Auch die Macken und Fehler der anderen Figuren sind näher am Leben, als es manch einem vielleicht lieb ist. So gibt es letztlich niemanden, mit dem der Zuschauer unbedingt mitfiebert.

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Oder den Kiffer?

Das macht aber nichts. Die Liebesgeschichte hat immer wieder gute Wendungen zu bieten und hält den Zuschauer so am Ball. Hinzu kommt, dass die vielen inszenatorischen Kniffe nicht ermüdend wirken, sondern Lust auf mehr machen. So ist „Daydream Nation“ einfach eine schöne Komödie geworden, die eine Sichtung verdient hat.

Veröffentlichung:
14. Februar 2014 als DVD

Länge: 94 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: –
Originaltitel: Daydream Nation
KAN 2010
Regie: Michael Goldbach
Drehbuch: Michael Goldbach
Besetzung: Reece Thompson, Kat Dennings, Andie McDowell, Josh Lucas, Tedd Withall
Zusatzmaterial: Wendecover
Vertrieb: Universum Film Home Entertainment

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Universum Film Home Entertainment

 

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