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Mary Poppins – Ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel

20 Feb

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Mary Poppins

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Komödie // Ein fettes Jubiläum: Im August jährt sich zum 50. Mal die US-Kinopremiere des herzerwärmenden Musicals aus dem Hause Walt Disney nach der Literaturvorlage von P. L. Travers. Rechtzeitig vor dem Jahrestag erscheint „Mary Poppins“ in Deutschland erstmals auf Blu-ray. Der HD-Transfer überzeugt – Technicolor-Filme wie dieser sind offenbar ohnehin gut geeignet, auf Blu-ray in neuer Pracht zu erstrahlen. Das Bild ist scharf und nur minimal körnig, was angesichts des Alters kein Wunder und nicht als Manko anzusehen ist. Und diese Farben – herrlich!

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Mary Poppins kommt herangeschwebt

1965 gab’s fünf Oscars für „Mary Poppins“: für die Musik, den Filmsong „Chim Chim Cher-ee“, den Schnitt, die visuellen Effekte und für Hauptdarstellerin Julie Andrews in ihrer ersten Kinorolle. Damit markiert der Film den mit den meisten Oscars prämierten Disney-Film. Julie Andrews spielt die Titelfigur, die 1910 als Kindermädchen mit ihren ungewöhnlichen Erziehungsmethoden das Leben der wohlhabenden Familie Banks gehörig durcheinanderwirbelt und ihr letztlich die Bedeutung der Familienwerte vor Augen führt. Dafür nutzt Mary Poppins nicht zuletzt ihre magischen Fähigkeiten. Bleiben will sie bei den beiden Banks-Kindern Jane (Karen Dotrice) und Michael (Matthew Garber) so lange, bis der Wind sich dreht.

Die Figurenkonstellation ist bemerkenswert: David Tomlinson gibt Familienvater George Banks, einen etwas steifen Bankier, der am Ende aber selbstverständlich bemerkt, was im Leben wirklich wichtig ist. Seine Ehefrau Winifred (Glynis Johns) engagiert sich derweil als Suffragette für das Frauenwahlrecht. Gern mischt sich auch Bert (Dick Van Dyke) ein, ein alter Freund von Mary Poppins.

Die Inszenierung wirkt heute etwas naiv und angestaubt, aber vielleicht ist diese Sicht auch nur dem Zustand unserer heutigen Gesellschaft – oder dem Zynismus des Rezensenten – geschuldet. Den beiden sechsjährigen Töchtern des Verfassers jedenfalls hat „Mary Poppins“ sehr viel Spaß bereitet, insbesondere die vielen Lieder und die Zeichentrick-Sequenzen. So oder so: „Mary Poppins“ ist als nostalgisch-prachtvolles Disney-Musical auch heute überaus sehenswert – angestaubt hin oder her.

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Pinguine – der Menschen beste Freunde

P. L. Travers, Autorin der literarischen Vorlage, war mit dem fertigen Film nicht einverstanden. Besonders missfielen ihr die Zeichentrick-Sequenzen. Sie hatte aber keine Möglichkeit, die Produktion zu beeinflussen. Das Zustandekommen des Films kommt nun selbst ins Kino: „Saving Mr. Banks“ mit Tom Hanks in der Rolle von Walt Disney und Emma Thompson als P. L. Travers startet am 6. März in den deutschen Lichtspielhäusern.

Ergänzung: Die beiden Mädchen haben noch Tage später geäußert, wie toll sie „Mary Poppins“ fanden.

Veröffentlichung: 20. Februar 2014 als Blu-ray

Länge: 139 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Portugiesisch, Russisch
USA 1964
Originaltitel: Mary Poppins
Regie: Robert Stevenson
Drehbuch: Bill Walsh, Don DaGradi, nach den Vorlagen von P. L. Travers
Besetzung: Julie Andrews, Dick Van Dyke, David Tomlinson, Glynis Johns, Elsa Lanchester, Reginald Owen, Ed Wynn
Zusatzmaterial: So wird man Mr. Sherman, Mary-Oke, Disney am Broadway, Backstage Disney, Ein magisches musikalisches Treffen mit Julie Andrews, Dick Van Dyke und Richard Sherman, zusätzliches Lied: Chimpanzoo, Disney Liederauswahl (Ein Löffelchen voll Zucker, Fröhlicher Ferientag, Supercalifragilisticexpialigetisch, Ich lach’ so gern, Lied der Vogelfrau, Chim-Chim-Cheri, Schritt und Tritt, Drachensteigen), Kurzfilm „Die Katze, die den König ansah“, Audiokommentar von Julie Andrews, Karen Dotrice, Richard Sherman & Dick Van Dyke, Trailershow
Vertrieb: Walt Disney

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Durch den Schornstein aufs Dach – kein Problem

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © Disney

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