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Saving Mr. Banks – Die störrische Mama von Mary Poppins

03 Mrz

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Saving Mr. Banks

Kinostart: 6. März 2014

Melodram // Sie wollte den Schauspieler Dick Van Dyke nicht im Film haben, die Farbe Rot schon mal gar nicht – und erst Lieder? Um Gottes Willen! Die Schriftstellerin Pamela Lynwood Travers hatte einiges auszusetzen an Walt Disneys Plänen zum Film „Mary Poppins“. Zu klare Vorstellungen hatte sie von dem Kindermädchen mit den magischen Fähigkeiten, das sie für diverse Erzählungen geschaffen hatte. Doch obwohl Travers am Drehbuch mitgewirkt hatte, setzte Produzent Disney seine Vorstellungen letztlich durch. Das fertige Werk gefiel Travers dann beinahe zwangsläufig überhaupt nicht, die Autorin verweigerte daraufhin ihre Genehmigung zur Produktion weiterer „Mary Poppins“-Filme.

20 Jahre lang hatte Walt Disney versucht, Travers’ Zustimmung zur Verfilmung zu erhalten. Er hatte es seinen Töchtern versprochen, doch die Autorin verweigerte sich, bis sinkende Verkaufszahlen ihrer Bücher ihr einen finanziellen Engpass bescherten. Beim Verkauf der Filmrechte ließ sie sich 1961 vertraglich Mitspracherecht beim Drehbuch zusichern.

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P. L. Travers hat klare Vorstellungen

„Saving Mr. Banks“ erzählt, wie die in London lebende Travers (Emma Thompson) auf Einladung von Walt Disney (Tom Hanks) nach Hollywood reist, um dort an der Konzeption des Skripts mitzuwirken. Disney und die für die Filmmusik zuständigen Brüder Robert und Richard Sherman (B. J. Novak, Jason Schwartzman) haben es nicht leicht mit der resoluten Dame, die ganz genau weiß, was sie nicht im Film haben will – zum Beispiel Zeichentrick-Sequenzen. Nur gelegentlich bricht ihre harte Schale auf. Zu ihrem Fahrer Ralph (Paul Giamatti) fasst sie immerhin langsam Vertrauen.

Großes Plus des Films: Für die Produktion konnte auf Disneys Archivmaterial, Museen etc. zugegriffen werden. Zudem war der Komponist Richard Sherman als Berater aktiv – er und sein Bruder Robert hatten für den Soundtrack und einen Song aus „Mary Poppins“ Oscars erhalten. „Saving Mr. Banks“ spannt den Bogen bis zurück in die Kindheit der Autorin. Rückblenden (mit Colin Farrell sowie Ruth Wilson, „Lone Ranger“) zeigen, wie sehr ihr Aufwachsen die spätere Schöpfung der „Mary Poppins“-Bücher beeinflusst hat.

„Saving Mr. Banks“ ist ein sentimentales Vergnügen mit Schauspielern, die in ihren Rollen aufgehen und so die Glanzzeit der Traumfabrik aufleben lassen. Aus anderem Blickwinkel funktioniert der Film auch als Charakterstudie einer dickköpfigen Schriftstellerin, die sich aufgrund von Kindheitserfahrungen einen Schutzpanzer zugelegt hat, den sie nur langsam ablegt. Trotz Schwergewicht Tom Hanks in der Rolle des Schwergewichts Walt Disney legt der Film den Fokus ganz deutlich auf Travers. Umso wichtiger, dass sich Emma Thompson achtbar schlägt – aber das kann sie ja, es war sogar eine Golden-Globe-Nominierung wert.

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Walt Disney hat’s nicht leicht mit der Autorin

Ist all das authentisch? Nun ja – Tom Hanks durfte vor der Kamera nicht einmal rauchen, obwohl Walt Disney zwei Schachteln am Tag verqualmt hatte. Klar, dass der Disney-Konzern an einem schmeichelhaften Porträt des großen Produzenten interessiert war – das ist es auch geworden. Da P. L. Travers nach der Produktion von „Mary Poppins“ mit Hollywood nicht mehr viel zu tun haben wollte, ist zu vermuten, dass das Finale von „Saving Mr. Banks“ auch etwas geschönt ist. Aber es ist nun mal eine Traumfabrik, Hollywood darf sich das erlauben. Ob das deutsche Kinopublikum allerdings ausreichend Interesse an der Entstehung von „Mary Poppins“ aufbringt, um in Scharen in die Lichtspielhäuser zu strömen, wird sich zeigen.

Tom Hanks bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Geschenkt ist noch zu teuer (1986)
Meine teuflischen Nachbarn (1989)
Terminal (2004)
Captain Phillips (2013)
Saving Mr. Banks (2013)
Ein Hologramm für den König (2016)
Inferno (2016)
Sully (2016)

Länge: 125 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Saving Mr. Banks
USA/GB/AUS 2013
Regie: John Lee Hancock
Drehbuch: Kelly Marcel, Sue Smith
Besetzung: Emma Thompson, Tom Hanks, Colin Farrell, Ruth Wilson, Annie Rose Buckley, Paul Giamatti, Bradley Whitford, Jason Schwartzman
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures

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Rückblende: das Mädchen und sein Vater

Copyright 2014 by V. Beautifulmountain
Filmplakat & Fotos: © 2014 Disney Enterprises, Inc.

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