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Ender’s Game – Das große Spiel: „Starship Troopers“ für Jüngere

06 Mrz

Enders_Game-Cover

Gastrezension von Matthias Holm

SF-Abenteuer // Nur knapp ist die Menschheit ist der Ausrottung durch Aliens entkommen. Im letzten Moment konnte ein Soldat das Mutterschiff der Außerirdischen vernichten. Um den Krieg zu beenden, bildet das Militär Kinder aus, die von Anfang an darauf gedrillt werden, perfekte Soldaten und Strategen zu sein. Unter ihnen ist auch Andrew „Ender“ Wiggin (Asa Butterfield). Er beweist sich schnell als einer der besten Rekruten der Akademie. Doch kann man das Schicksal der Erde in die Hände eines psychisch labilen Kindes geben?

Das ist die zentrale Frage des Films und vermutlich auch der Buchvorlage. Die Begründung, warum ausgerechnet Kinder den Krieg führen sollen, fällt reichlich spärlich aus. So muss der Zuschauer diese Pille schlucken, um an dem folgenden Handlungsverlauf Spaß zu haben.

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Ender (l) wird von Graff gefordert

Das größte Problem von „Ender’s Game – Das große Spiel“ ist jedoch seine Geschwindigkeit. 464 Seiten in knapp 100 Minuten Film unterzubringen ist wohl für jeden Drehbuchautor ein schwieriges Unterfangen, deshalb hätten dem Film ein paar Minuten mehr gut zu Gesicht gestanden. Es ist einfach merkwürdig anzuschauen, wie Ender in Windeseile die militärische Karriereleiter erklimmt und der fiese Drill-Seargent plötzlich vor ihm salutiert – obwohl er erst 20 Minuten vorher gesagt hat, dass er genau das nicht tun wird. So lässt der Film auch dem Zuschauer nicht die nötige Zeit, um über die wirklich interessanten Fragen nachzudenken, die er aufwirft.

Aber sei’s drum: Es ist schön zu sehen, dass sich Hollywood nach dem großen Erfolg von „Die Tribute von Panem“ traut, auch mal anspruchsvollere Romane zu verfilmen. Bei „Ender’s Game“ ist es vor allem die Rollenverteilung, die in Frage gestellt werden muss. In einer Szene sagt der von Harrison Ford schön knorrig gespielte Ausbilder Hyrum Graff zu Ender: „Vergiss nicht, ich bin nicht der Feind“, nur um ein trockenes „Da wäre ich mir nicht so sicher“ zurückzubekommen. Das Ende ist da nur das i-Tüpfelchen: Es trifft den Zuschauer unerwartet und entfaltet so eine schockierende Wirkung.

Dass die Schauwerte bei einer Produktion dieser Größenordnung spektakulär sind, sollte selbstverständlich sein. Und doch schafft es „Ender’s Game“ das eine oder andere Mal, dem Zuschauer die Kinnlade herunterfallen zu lassen. Vor allem die Computersimulationen sehen atemberaubend gut aus – zum Ende hin nehmen sie riesige Ausmaße an.

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Warum nur gucken alle immer so ernst?

So ist „Ender’s Game“ unterm Strich ein gutes Science-Fiction-Epos für Teenager geworden, die bei einem Film gern ein wenig ins Grübeln kommen. Ältere Zuschauer wird der Film aufgrund seiner schwachen Charakterzeichnung wohl nicht hinter dem Ofen hervorlocken – die bleiben vermutlich beim ähnlich gelagerten, aber doch in einer anderen Liga spielenden „Starship Troopers“.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Harrison Ford sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung:
6. März 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 114 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Ender’s Game
USA 2013
Regie: Gavin Hood
Drehbuch: Gavin Hood, nach dem Roman von Orson Scott Card
Besetzung: Asa Butterfield, Harrison Ford, Hailee Steinfeld, Abigail Breslin, Ben Kingsley, Viola Davis, Aramis Knight
Zusatzmaterial: Blick hinter die Kulissen (6 Min.), Interviews (33 Min.), deutscher und englischer Trailer, nur DVD: die Entstehung von Ender’s Welt (2,5 Min.), nur Blu-ray: englischsprachiges Ender’s-Game-Special (47. Min.)
Vertrieb: Constantin Film

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Constantin Film

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