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Non-Stop – Terror in luftiger Höhe

10 Mrz

Non-Stop-Teaserplakat

Non-Stop

Kinostart: 13. März 2014

Von Matthias Holm

Actionthriller // Liam Neeson hat ein ziemliches Kunststück geschafft: Seitdem er in „96 Hours“ die Entführer seiner Tochter reihenweise über den Jordan geschickt hat, ist der inzwischen 61-jährige Schauspieler vom Charakterdarsteller zum Action-Star mutiert. Wer aber nun einen weiteren schnörkellosen Actionfilm erwartet, wird enttäuscht sein. Denn „Non-Stop“ entpuppt sich als durchaus spannender Thriller, der geschickt mit der immer noch stark anhaltenden Terror-Paranoia im Flugverkehr spielt.

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Bill Marks muss den Terroristen schnell überführen

Bill Marks (Liam Neeson) ist Trinker und raucht wie ein Schlot. Der Ex-Polizist ist außerdem Federal Air Marshal. Diese Luftpolizisten sitzen in Passagierflügen und sollen die Sicherheit an Bord gewährleisten. Während eines Fluges erhält Marks über sein Diensttelefon die Nachricht eines Unbekannten: Wenn nicht innerhalb von 20 Minuten 150 Millionen Dollar auf dessen Konto wandern, stirbt ein Passagier. Was sich im ersten Moment wie ein dummer Streich anhört, wird nach Ablauf der Frist bitterer Ernst.

Flugzeuge bieten sich als Ort einer Thriller-Handlung an. Wenn der Täter unbekannt ist, kann es theoretisch jeder der Passagiere sein, häufig ist es beinahe klaustrophobisch eng, zudem gibt es in luftiger Höhe keinen Ausweg. Das hat sich bereits bei Filmen wie „Red Eye“ und „Flightplan“ bewährt und funktioniert auch bei „Non-Stop“ recht gut. Vor allem die Enge kommt Liam Neeson zugute: Wenn der 1,98-Meter-Hüne in den Gängen steht, füllt er mit seiner Präsenz den Raum aus.

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Jen Summers hilft dem Air Marshal

Das ist auch dringend notwendig, denn die Geschichte konzentriert sich voll und ganz auf Bill Marks. Alle anderen Personen sind absolute Nebenfiguren und als solche auch noch recht austauschbar. Da hilft es auch nicht, eine Julianne Moore im Film und mit Michelle Dockery in der Uniform einer Flugbegleiterin einen netten Eye-Candy zu haben. Leider ist auch Neesons Bill Marks recht eintönig. Die Geschichte hinter der Figur ist so durchschaubar wie klischeehaft. Weshalb er in Situationen, die Feingefühl bräuchten mit eher groben Mitteln vorgeht, bleibt im Dunkeln. Es wirkt, als ob man Neeson die Figur auf den Leib geschrieben hat, ohne darauf zu achten, ob all das wirklich Sinn ergibt.

Stilistisch hat der Film ebenfalls einige Macken. Gerade am Anfang und am Ende arbeitet Regisseur Jaume Collet-Serra mit zu viel Zeitlupe, was vor allem bei der einzigen längeren Actionsequenz am Ende eher lächerlich wirkt. Auch die vor allem zu Beginn häufig benutzte Unschärfe ist ziemlich unnötig. Vielleicht soll der Zuschauer damit in die Haut des betrunkenen Air Marshals schlüpfen, für die Augen ist das aber nur anstrengend. Ein anderes übertrieben verwendetes Stilmittel ist das Einblenden von Handy-Nachrichten. Das gipfelt in einer Sequenz, in der eine gefühlte Ewigkeit nichts anderes passiert, als dass Bill Marks abwechselnd in die Buisness Class des Flugzeugs und auf sein Telefon guckt. Währenddessen bekommt der Zuschauer die Botschaften übergroß auf der Leinwand eingeblendet. Zum Glück nimmt sich Collet-Serra im Laufe des Films etwas zurück bzw. gewinnt diesem Stilmittel neue Facetten ab. Doch gerade am Anfang nervt dieser übermäßige Einsatz ziemlich.

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I throw my hands up in the air sometimes …

Das Beste am Film ist ganz klar der Mittelteil. Sobald der erste Mord begangen worden ist, entwickelt sich ein nettes Katz-und-Maus Spiel, bei dem man nie weiß, ob Marks dem Täter gerade einen Schritt nähergekommen ist oder ihm genau in die Hand spielt. Zusätzlich gibt das Wissen, dass jeder Passagier als Täter in Frage kommt, dem Film einen Spannungsschub. In dieser Phase wird gekonnt die Terrorangst der Vereinigten Staaten aufs Korn genommen: Natürlich verdächtigen die Passagiere den einzigen Fluggast, der aufgrund seines Äußeren aus dem Nahen Osten zu stammen scheint. Es stellt sich heraus, dass er Arzt ist und sogar bei der Aufklärung des Falls helfen kann. Das ist etwas platt, aber es sorgt doch für den einen oder anderen amüsanten Moment.

„Non-Stop“ ist ein wenig so wie ein Flug. Bei Start und Landung geht’s holprig zu, während der Flug selbst (oder eben die Mitte des Films) ruhig abläuft. Damit ist der Thriller kein Meisterwerk zum Abkauen der Fingernägel, für einen spannenden Abend reicht er allemal.

Liam Neeson bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

High Spirits – Die Geister sind willig (1988)
Darkman (1990)
Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (1999)
Tatsächlich … Liebe (2003)
A Million Ways to Die in the West (2014)
Dritte Person (2014)
The Lego Movie (2014)
96 Hours – Taken 3 (2014)
Non-Stop (2014)
Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones (2014)
Entourage (2015)

Länge: 106 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Non-Stop
USA/F 2014
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: Christopher Roach, John W. Richardson, Ryan Engle
Besetzung: Liam Neeson, Julianne Moore, Anson Mount, Michelle Dockery, Scoot McNairy
Verleih: Studiocanal

Copyright 2014 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Studiocanal

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