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Der lange Weg nach Cardiff – Ford und Wayne konnten nicht nur Western

16 Mrz

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von X sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

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Kriegsdrama // Sie waren ein kongeniales Duo: Regisseur John Ford und sein bevorzugter Hauptdarsteller John Wayne zeichnen als Team für einige große Filme verantwortlich – vornehmlich Edelwestern. So entstanden Genreklassiker wie „Höllenfahrt nach Santa Fé“ (1939), „Rio Grande“ (1950), „Der schwarze Falke“ (1956), „Der letzte Befehl“ (1959) und „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ (1962).

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Die Männer hausen auf engstem Raum zusammen

„Der lange Weg nach Cardiff“ von 1940 markiert eine weniger beachtete Kollaboration der beiden und ist womöglich überhaupt der erste Film über den Zweiten Weltkrieg. In der Adaption einiger einaktiger Bühnenstücke von Eugene O’Neill spielt John Wayne den schwedischen Seemann Ole Olsen. Er ist Teil der Besatzung des mit Munition beladenen englischen Handelsschiffs Glencain, das sich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs auf den Weg von den Westindischen Inseln nach Großbritannien macht. Vorerst ohne Feindberührung, gerät der Frachter eines Tages in einen Sturm – mit tragischem Ausgang. Je näher Europa rückt, desto angespannter wird die Stimmung an Bord. Befindet sich gar ein deutscher Spion an Bord?

Obwohl klar zu Kriegszeiten angesiedelt, thematisieren John Ford und sein Kameramann Gregg Toland doch in erster Linie das Leben und die Stimmung an Bord eines spartanisch ausgestatteten Frachters auf großer Fahrt. Die bedrückende Enge kommt sehr gut zur Geltung. John Wayne ist im Übrigen nicht zwangsläufig als Hauptdarsteller auszumachen – er ist vielmehr Teil eines Ensembles diverser gleichberechtigter Figuren. Das tut dem Filmgenuss aber keinen Abbruch.

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Wird das Schiff den rettenden Hafen erreichen?

Bild- und Tonqualität entsprechen zu keinem Zeitpunkt den Maßstäben, die modernes Remastern bietet. Das ist zwar einerseits schade, andererseits ist die Patina eines bald 75 Jahre alten Films aber auch sehr charmant. Drücken wir in der Hinsicht also ein Auge zu. So oder so ist es lobenswert, dass solche Uralt-Perlen mittels Heimkino-Veröffentlichungen wieder einem Publikum zugeführt werden.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von John Ford sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit John Wayne sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 13. März 2014 als DVD

Länge: 89 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Long Voyage Home
USA 1940
Regie: John Ford
Drehbuch: Dudley Nichols, nach Eugene O’Neill
Besetzung: John Wayne, Thomas Mitchell, Ian Hunter,Ward Bond, Barry Fitzgerald, John Qualen, Mildred Natwick
Zusatzmaterial: „Heimkehr“ – Videoessay von Tag Gallagher (17 Min.), Wendecover
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2014 Studiocanal Home Entertainment

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