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Cheap Thrills – Money Makes the World Go Round

20 Mrz

Cheap_Thrills_BD

Gastrezension von Matthias Holm

Thriller-Komödie // Wie weit würde ein Mensch gehen, um Geld zu verdienen? In einer Zeit, in der Z-Promis für ein kleines bisschen Aufmerksamkeit abartige Herausforderungen absolvieren, ist diese Frage wohl akuter denn je. Regisseur E. L. Katz gibt mit seinem Film „Cheap Thrills“ eine bittere Antwort: sehr weit.

Zu sagen, Craig (Pat Healy) hätte einen schlechten Tag, wäre wohl untertrieben. Erst hängt eine Räumungsaufforderung an der Wohnung, in der er mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn lebt. Kurze Zeit später verliert er seinen Job als Automechaniker. Traurig begibt er sich allein in eine Bar, um sich zu betrinken. Immerhin trifft er dort seinen Jugendfreund Vince (Ethan Embry), den er seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Nach kurzer Zeit werden die beiden von einem Ehepaar angesprochen: Violet (Sara Paxton) und Colin (David Koechner) bieten den beiden Geld an, wenn sie Mutproben bestehen oder Streiche durchziehen. Beginn eines perfiden Spiels, dessen Höhepunkte blutig ausfallen.

Cheap Thrills Still (1)

Blutige Angelegenheit: Craig (l) und Vince

Zu was sich Craig und Vince alles überreden lassen, kann man nur als pervers bezeichnen. Eine der leichteren Aufgaben: der Einbruch ins Nachbarhaus des reichen Pärchens, um dort auf den Boden zu scheißen. Die Aufgaben werden immer absurder – alles unterlegt von den desinteressiert wirkenden Kommentaren von Colin und auf Foto festgehalten von Viloet.

Während David Koechner („Anchorman – Die Legende kehrt zurück“) seinen dauerkoksenden Gastgeber komplett überdreht gibt, ist Sara Paxton das komplette Gegenteil: Meist liegt sie gelangweilt in der Gegend herum.

Dass bei einem von nur vier Akteuren geschulterten Film die Figuren gut ausgestaltet und fesselnd sein müssen, wissen wohl auch die Drehbuchautoren David Chirchirillo und Trent Haaga. Am spannendsten ist es, wie sich die Sympathie des Zuschauers während des gesamten Filmes zwischen den beiden Opfern hin und her bewegt, bis zum Paukenschlag am Ende einer als großes Arschloch dasteht.

Cheap Thrills Still (5)

Ob Colin wirklich bügeln möchte?

Zentraler Aspekt des Films ist jedoch seine zutiefst erschütternde Moral. Craig und Vince müssen das Spiel nicht mitmachen. Im Gegensatz zu den Gästen in „Tödliches Spiel – Would You Rather?“ steht es ihnen jederzeit offen zu gehen. Damit würden sie lediglich ihren Gastgeber enttäuschen. Dass keiner der beiden die Sache beendet und sie sich immer tiefer in das Spiel hineinziehen lassen, zeigt, was verzweifelte Menschen für ein wenig Geld alles machen – da werden dann auch ekligere Dinge als Würmer gegessen.

„Cheap Thrills“ ist nichts für Leute mit schwachen Nerven. Vor allem in der zweiten Hälfte, wenn der Tonfall des Films mit zunehmender Härte der Aufgaben kippt, gibt es einige heftige Bilder. Doch ähnlich wie die Aufgaben entwickelt der Film selbst eine Sogwirkung, der man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann.

Veröffentlichung: 20. März 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
USA 2013
Regie: E. L. Katz
Drehbuch: David Chirchirillo, Trent Haaga
Besetzung: Pat Healy, Ethan Embry, Sara Paxton, David Koechner, Amanda Fuller
Zusatzmaterial: Making-of, Original Kinotrailer
Vertrieb: Koch Media

Cheap Thrills Still (2)

Dieses Stillleben fasst den Film sehr gut zusammen

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Koch Media

 

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