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Gehirnprobleme: Implanted – Die Erinnerung lügt

21 Mrz

Implanted-Cover

Gastrezension von Matthias Holm

SF-Drama // Das Gehirn ist zwar eines der wichtigsten Organe des Menschen, allerdings auch dasjenige, das uns auch heute die meisten Rätsel aufgibt. Aller Hirnforschung zum Trotz: Was etwa Erinnerungen angeht, steht die Menschheit bei Krankheiten wie Alzheimer vor vielen unbeantworteten Fragen. Mit dem Thema der verlorenen Erinnerungen befasst sich auch Regisseur Thomas Verrette in „Implanted – Die Erinnerung lügt“. Herausgekommen ist ein kleiner, aber unterhaltsamer Film über das Vergessen und den menschlichen Forschungsdrang.

Ethan Galloway (Justice Leak) wacht in einem Krankenhaus auf. Er kann sich an nichts erinnern, nicht mal seinen Vater Charles (Robert Pralgo) erkennt er. Nach einiger Zeit kommen einige Erinnerungen zurück, Ethan kann ein nahezu normales Leben führen. Doch als ihm sein bester Freund Lucas (Brian James Irvine) ein Foto gibt, gerät seine fragile Welt aus den Fugen: Das Bild zeigt Ethan in inniger Umarmung mit einer jungen Frau. Allerdings erkennt er sie nicht, kann sich obendrein an die Situation überhaupt nicht erinnern. Eine schwierige Suche nach der Wahrheit beginnt.

Es fällt schwer, „Implanted“ einem Genre zuzuordnen. Science-Fiction ist nicht verkehrt, auch wenn nur ein Bruchteil der Geschichte davon betroffen ist. Größere Elemente sind das Drama innerhalb der Galloway-Familie und Ethans spannende Suche nach der Wahrheit. Seine Erinnerungslücken stellen auch den Zuschauer auf die Probe: Der Film springt hier und da zwischen verschiedenen Zeitebenen; erst am Ende lässt sich mit allen Informationen ein klares Bild zusammensetzen, was genau mit Ethan passiert ist.

Die Familiengeschichte ist so bitter wie realistisch: Nachdem Charles seine Frau Alison (Tara Jean Verrette) verlassen hat, gibt die sich dem Alkohol hin und entfernt sich emotional immer weiter von ihren Kindern. Gerade die Szenen am Esstisch bei der Mutter sind sehr intensiv geworden.

Des Weiteren ist der Stil des Films einzigartig: Es wird viel mit überbelichteten Bildern gearbeitet, sodass helle Tagesaufnahmen schon fast in den Augen wehtun. Das muss man nicht mögen, gibt „Impanted“ aber ein schönes Herausstellungsmerkmal.

Erfahrenere Filmgucker werden wohl recht früh erahnen, wie der Hase im Drehbuch läuft. Doch kleine Wendungen lassen den Film über die volle Laufzeit stets spannend und interessant bleiben. Einzig die deutsche Synchronisation ist etwas daneben geraten. An vielen Stellen hören sich die Stimmen recht emotionslos an, was ein wenig die Atmosphäre des Films stört.

„Implanted“ wird wohl nur wenigen Filminteressierten in den DVD- und Blu-Ray-Regalen auffallen. Doch man sollte ihm auf jeden Fall eine Chance geben. Thomas Verrette ist nämlich ein rundum guter Film gelungen.

Veröffentlichung: 21. März 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Implanted
USA 2013
Regie: Thomas Verrette
Drehbuch: Thomas Verrette
Besetzung: Justice Leak, Robert Pralgo, Elizabeth Keener, Jason Turner, Deborah Childs, Brian James Irvine
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2014 by Matthias Holm
Packshot: © 2014 Maritim Pictures / Al!ve AG

 

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