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Der Henker von Venedig – Bringt mir den Kopf von Old Shatterhand!

23 Mrz

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Il boia di Venezia

Von Volker Schönenberger

Abenteuer // Seine Verkörperung von Old Shatterhand in diversen deutschen Karl-May-Verfilmungen machte Lex Barker unsterblich, aber mit welchen Rollen verbindet man ihn darüber hinaus? 1949 gab er in „Tarzan und das blaue Tal“ den Titelhelden, den er in den folgenden Jahren in drei weiteren Filmen spielte. In Harald Reinls „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ (1961) und „Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“ (1962) war er als FBI-Agent Joe Como zu sehen. Erwähnt seien auch seine feine Nebenrolle als Verlobter der von Anita Ekberg verkörperten Sylvia in Federico Fellinis „Das süße Leben“ (1960) und die stimmungsvolle Edgar-Allan-Poe-Verfilmung „Die Schlangengrube und das Pendel“ (1967) von Harald Reinl mit Karin Dor. Von „Der Schatz im Silbersee“ (1962) bis „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ (1968) lasteten ihn die Karl-May-Filme gut aus, doch Barkers Stern verblasste Ende der 60er-Jahre bereits, bevor ihn 1973 mit 54 Jahren ein Herzinfarkt dahinraffte.

Zwischendurch drehte er 1963 den Anfang des 17. Jahrhunderts angesiedelten „Der Henker von Venedig“. Barker spielt Sandrigo Bemba, den Sohn des Dogen von Venedig. Kurz vor seiner Hochzeit mit der zauberhaften Leonora (Alessandra Panaro) offenbart ihm sein vermeintlicher Vater, Sandrigo sei gar nicht sein Kind. Er habe ihn seinerzeit bei der Vernichtung eines Piratenschiffs aufgefunden und aufgenommen.

Derweil schmiedet Großinquisitor Rodrigo Zeno (Guy Madison) finstere Ränke, um die Macht in Venedig an sich zu reißen und Leonora für sich zu gewinnen. Er lässt Sandrigo unter der Anklage des Verrats verhaften, nutzt für seine Beschuldigungen eine zufällige Begegnung Sandrigos mit dem Piratenkapitän Guarnieri (Mario Petri). Der hasst den Dogen, weil er ihn für den Tod seines Sohns verantwortlich macht. Tatsächlich jedoch betreibt der Großinquisitor selbst seine Intrigen mit Guarnieri, hat ihn als Henker verpflichtet, damit der unerkannt Zenos Gegner enthaupten kann. Dieses Schicksal droht nun auch Sandrigo.

Luigi Capuano zeichnete in den 1960er-Jahren für einige Kostümschinken verantwortlich, darunter „Herkules, der Held von Karthago“ (1961), „Der Tiger der Meere“ (1962), „Zorro und die drei Musketiere“ (1963), „Die Rache des Sandokan“ (1964) und „Der Abenteurer von Tortuga“ (1965). Es ist Konfektionsware, die der Regisseur mit „Der Henker von Venedig“ inszeniert hat: anständig kostümiert, mit hübsch anzuschauenden Protagonisten, einigermaßen ansehnlichen Degengefechten und der einen oder anderen schönen Venedig-Einstellung. Dazu eine mörderische Intrige und Ränkespiele um Macht und Liebe – nach heutigen Maßstäben sehr altmodisch und etwas naiv, mit Nostalgiebrille aber durchaus vergnüglich. Obendrein war „Der Henker von Venedig“ in Deutschland bislang nur gekürzt auf DVD erhältlich; nun ist endlich die ungeschnittene Kinofassung zu haben. Auf dem Cover befindet sich zudem ein anderes Motiv als auf dem Schuber, ein vierseitiges Booklet gibt’s als Dreingabe – eine schöne Veröffentlichung.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Lex Barker sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 21. März 2014 als DVD

Länge: 89 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Il boia di Venezia
IT 1963
Regie: Luigi Capuano
Drehbuch: Milton Krims
Besetzung: Lex Barker, Guy Madison, Alessandra Panaro, Mario Petri, Alberto Farnese, Giulio Marchetti, Feodor Chaliapin Jr.
Zusatzmaterial: Englischer Original-Kinotrailer, Bildergalerie, vierseitiges Booklet, Schuber, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Al!ve AG

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