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The Aswang Chronicles – Crashkurs in philippinischer Mythologie

25 Mrz

Aswang_Chronicles-Cover

Tiktik – The Aswang Chronicles

Von Matthias Holm

Horrorkomödie // Filmfreunde beschweren sich gern mal. „Es werden nur noch Fortsetzungen gedreht.“ „Oh Gott, wieso müsst ihr von meinem Lieblingsfilm ein Remake machen?“ Oder auch: „Der letzte ,Transformers’-Film war mir irgendwie zu sehr Arthouse.“ Also guckt man auch mal über den Tellerrand des amerikanischen und europäischen Kinos hinaus und wird in den Philippinen fündig: „The Aswang Chronicles“ zeigt eine interessante neue Art von Monster, die aber nicht über das fehlende Budget hinwegtäuschen können.

Makoy (Dingdong Dantes) reist in das entlegene Dorf Pulupandan, um seine Geliebte Sonia (Lovi Poe) zurückzuerobern. Immerhin hat er sie geschwängert und sie ist die Liebe seines Lebens. Leider lenkt er mit seinem Auftreten auch die Aufmerksamkeit der Aswangs auf das ungeborene Kind, das schon bald auf der Speisekarte der Ghule ganz oben steht.

Die Aswangs entstammen tatsächlich der philippinischen Mythologie. Es sind Ghule, die sich meist in Menschengestalt fortbewegen und sich von Leichen ernähren. Deshalb haben sie vorzugsweise Jobs wie Leichengräber oder Metzger. Sie können allerdings auch ihre Form wandeln und stehen eben extrem auf ungeborene Kinder, die sie mit ihren hohlen Zungen aus dem Leib der Mutter saugen.

Es empfiehlt sich, vor dem Genuss des Filmes den Wikipedia-Artikel über die Aswangs zu lesen. Die Kreaturen wirken wie ein Zwitter aus Werwolf, Vampir und diversen anderen Fabelwesen. Der Film selbst vermittelt diesen Eindruck allerdings auch: Bisweilen wirkt er überladen mit all seinen Elementen aus Horror, Komödie, Kammerspiel, Familiendrama und und und.

Dabei bleibt der Gore-Anteil einigermaßen gering. Außer dem ersten Aswang, dem der Darm per Mistgabel entfernt und daraufhin wie Spaghetti aufgerollt wird, sterben die Opfer zwar mit einigem Kunstblut, aber nie zu eklig. Ohnehin sterben nicht wirklich viele Personen. Splatter-Fans werden enttäuscht sein, vor allem, da die Aswangs sich nach ihrem Ableben in Asche verwandeln

Apropos Kunst: Anscheinend hat sich der Regisseur kurz vor Drehbeginn „300“ angeguckt. Die künstlichen Hintergründe und das viele CGI erinnert stark an Zack Snyders Schlachtenorgie. Das Problem dabei: Es sieht einfach extrem billig und trashig aus. Der Chef der Aswangs erinnert in seiner Monsterform eher an einen Videospiel-Endgegner aus Playstation-2- und Xbox-Zeiten.

Das Erlebnis „The Aswang Chronicles“ als merkwürdig zu betiteln, wäre also eine Untertreibung. Gut ist das für europäische Augen nicht wirklich, von hemmungslosem Trash ist der Film aber meilenweit entfernt. Wer unkonventionelle Horror-Kost sucht, sollte ihn sich vielleicht in der Videothek ausleihen.

Veröffentlichung: 21. März 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 103 Min. (Blu-ray), 98 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Tagalog
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Tiktik – The Aswang Chronicles
PHIL 2012
Regie: Erik Matti
Drehbuch: Erik Matti
Besetzung: Dingdong Dantes, Lovi Poe, Joey Marquez, Janice de Belen
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ive AG

Copyright 2014 by Matthias Holm
Packshot: © 2014 Mad Dimension

 

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