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Escape Plan: Prison Break – Der Film

26 Mrz

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Escape Plan

Von Matthias Holm

Knast-Thriller // Stallone trifft Schwarzenegger. Gäbe es nicht schon die „The Expendables“-Filme, dieses Aufeinandertreffen wäre wahrlich etwas Besonderes gewesen. Spielte der ehemalige Gouverneur Kaliforniens in den beiden All-Star-Actionstreifen eher eine Nebenrolle, haben die beiden 80er-Ikonen nun im Ausbruchs-Thriller „Escape Plan“ die Chance, sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Ray Breslin (Stallone) hat ein besonderes Talent: Er kann aus jedem Gefängnis entkommen. Diese Gabe nutzt er, um mit seinem Team Sicherheitslücken in den vermeintlichen Hochsicherheitstrakten der USA aufzudecken. Als er den Auftrag bekommt, ein Gefängnis von Privatinvestoren auf Herz und Nieren zu überprüfen, riecht etwas an dem Auftrag nicht ganz sauber – aber das Honorar ist allzu verlockend. Zu spät erkennt Breslin, dass er in eine Falle tappt: Nun sitzt er als Häftling fest. Zusammen mit dem inhaftierten Hünen Rottmayer (Schwarzenegger) schmiedet er einen Plan, aus der angeblich ausbruchssicheren Festung zu entkommen.

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Hast du meine Faltencreme gesehen?

Kommt euch Schwarzeneggers Stimme fremd vor? Der deutsche Filmverleih hatte Bedenken, beide Hauptdarsteller mit derselben Stimme zu synchronisieren und engagierte für den Österreicher kurzerhand einen anderen Sprecher, sehr zum Unmut von Thomas Danneberg, der gewöhnlich sowohl Stallone als auch Schwarzenegger die Stimme leiht – auch in den „The Expendables“-Filmen. Eine Fan-Petition mit der Forderung nach einer Neusynchro für die Heimkino-Auswertung blieb allerdings folgenlos. Auch auf Blu-ray und DVD ist Danneberg somit nur für Stallone zu hören.

Was erwartet man von einem Film, der die beiden wohl bekanntesten 80er-Jahre-Action-Schauspieler als Hauptdarsteller hat? Eine ausgefeilte Geschichte oder große darstellerische Glanzleistungen? Mit Sicherheit nicht. Die Story reicht aber auch aus, den Job zu erledigen: Sie bringt die beiden Hauptfiguren zusammen und hat in der Mitte einen netten Twist. Leider gibt sie die Motivation ihrer Figuren zu spät preis. Wenn der Film bereits auf seine Endphase zusteuert, hat man es als Zuschauer schon ohne Murren und Knurren hingenommen, dass Breslin Ausbruchsexperte ist. Leider bekommt er dann noch eben schnell in zwei Sätzen eine passende Hintergrundgeschichte. Das wirkt lieblos, nicht durchdacht und ist im Grunde unnötig.

Darstellerisch bleibt am ehesten Jim Caviezel („Die Passion Christi“) im Gedächtnis. Sein Direktor Hobbes ist ein Sadist, wie er im Buche steht. Stallone und Schwarzenegger bieten wie immer nicht die ausgefallenste Mimik, haben den Film aber mit ihrer Präsenz jederzeit unter Kontrolle. Eine positive Überraschung ist es, endlich mal wieder Sam Neill in einer Kinorolle zu sehen, auch wenn sein Gefängnis-Arzt die wohl schwächste Rolle ist. Oder vielleicht doch nicht ganz: Der von Rapper 50 Cent gespielte Techniker ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Etwas passender besetzt ist da der Part von Ex-Fußballprofi Vinnie Jones („Mean Machine“) als Chef der Wärter.

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Drake führt die Wärter an

Was man jedoch erwarten darf, sind brutale Action und flotte Oneliner. Leider wurde der beste Spruch bereits im Trailer verbraten (den wir deshalb auch nicht unter dieser Rezension platzieren). Glücklicherweise gibt es auch ansonsten genügend unterhaltsame Dialoge. Was die Action angeht, wird der nächste Männerabend wohl wieder zu anderen Filmen greifen. „Escape Plan“ ist in erster Linie ein Thriller. Bei einem Ausbruch muss nun mal viel geplant und erklärt werden.

Allerdings kommt der Film auch gut ohne massive Leichenberge aus. Das Design weiß zu gefallen, vor allem die Masken tragenden Wärter sehen cool aus. Unterm Strich ist „Escape Plan“ somit ein kurzweiliger Film geworden, der keine Begeisterungstürme auslöst, allerdings auch alles andere als vertane Zeit ist.

Sylvester Stallone bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Capone (1975)
Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts (1985)
Shootout – Keine Gnade (2012)
Escape Plan (2013)
Zwei vom alten Schlag (2013)
Electric Boogaloo – Die unglaublich wilde Geschichte der verrücktesten Filmfirma der Welt! (2014)
The Expendables 3 (2014, Gastrezension Matthias Holm)
The Expendables 3 (2014, Gastrezension Florian Schneider)
Creed – Rocky’s Legacy (2015)

Veröffentlichung: 27. März 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 115 Min. (Blu-ray), 111 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Escape Plan
USA 2013
Regie: Mikael Håfström
Drehbuch: Miles Chapman, Jason Keller
Besetzung: Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Jim Caviezel, Faran Tahir, Amy Ryan, Sam Neill, Vincent D’Onofrio, Vinnie Jones, 50 Cent
Zusatzmaterial: Making-of, Featurettes, Audiokommentar von Regisseur Mikael Håfström und Drehbuchautor Miles Chapman, entfallene Szenen, deutscher Trailer, Originaltrailer, Wendecover
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

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So alt und doch so treffsicher

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Concorde Home Entertainment

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