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Venus im Pelz – Wild und rauschhaft

31 Mrz

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La Vénus à la fourrure

Von Simon Kyprianou

Drama // „Venus im Pelz“ fühlt sich ganz und gar nicht wie ein Alterswerk an, es wirkt frech, jung und wild. Der 1933 geborene Roman Polanski zaubert nur zwei Jahre nach „Der Gott des Gemetzels“ erneut virtous den Wahnsinn auf die Bühne, inszeniert den Kampf der Geschlechter als kunstvolles Kammerspiel. Dabei ist er nie hintersinnig, verhüllt seine Intentionen nie in Symbolik oder Metaphorik, macht nie einen Hehl aus ihnen, sondern legt seine Absichten stets offen vor seinem Publikum dar und stellt sie so frei und willig zum Diskurs.

Ein Theatervorsprechen artet aus – in einen Kampf zwischen Regisseur und Darstellerin, ein Kampf zwischen Mann und Frau, in helles, gleißendes Licht getaucht, ausgetragen auf einer Bühne, wobei die Grenzen zwischen Kunst und Realität zusehens verschwimmen. Vielleicht, so deutet Polanski an, sind sie ja sowieso fließend oder gar nonexistent.

„Venus im Pelz“ ist emotional stets ambivalent, auf der einen Seite betörend, sinnlich und stimulierend, auf der anderen Seite unangenehm, aggressiv und feindselig. Irgendwo zwischen diesen Extremen kann man den Film als selbstreflexive Reaktion Polanskis auf seine eigene Person und die Rezeption seiner Filme im Allgemeinen sehen.

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Zwischen Vanda und Thomas geht’s hoch her

Roman Polanski ist mit „Venus im Pelz“ ein verrücktes, wildes und rauschhaftes Zwei-Personen-Kammerspiel gelungen, getragen von den beiden wundervollen Schauspielern und unterlegt mit einem großartigen, unaufdringlichen Soundtrack. Ein Film, der seine Zuschauer mit Sicherheit lange Zeit beschäftigen wird.

Roman Polanski bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Tanz der Vampire (1967)
Der Ghostwriter (2010)
Venus im Pelz (2013)

Veröffentlichung:
28. März 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 92 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: La Vénus à la fourrure
F/POL 2013
Regie: Roman Polanski
Drehbuch: Roman Polanski, David Ives, nach David Ives’ Bühnenstück auf Grundlage von Leopold von Sacher-Masochs Novelle
Besetzung: Emmanuelle Seigner, Mathieu Amalric
Zusatzmaterial:
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Foto & Packshot: © 2014 EuroVideo Medien GmbH

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