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Der Übergang – Mindfuck made in Canada

08 Apr

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Von Matthias Holm

Horror // Aus Kanada kommen nicht unbedingt viele Filme, die einen überraschen. Tatsächlich fällt mir in dem Zusammenhang nur „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ ein, der allerdings nur in Kanada spielt. Umso schöner, wenn förmlich aus dem Nichts ein wirklich interessanter Streifen aus dem Land des Eishockeys kommt. Vier Jahre nach seiner Entstehung ist „Der Übergang“ nun auch hierzulande für dass Heimkino erhältlich.

Einige Zeit nach einem tragischen Ereignis treffen sich vier Freunde in einem verschneiten Wald an einer Hütte, um ihren frisch aus der geschlossenen Anstalt kommenden Kumpel Tyler (Stephen Chambers) bei einem zünftigen Männerwochende zu unterstützen. Als dieser allerdings tief im Wald einen merkwürdigen Raum aus Licht findet, kippt die schon angespannte Stimmung der Reisegruppe völlig.

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Sieht ein bisschen wie bei „Donnie Darko“ aus

„Der Übergang“ wird fragende Gesichter hinterlassen. Der Film zeigt einige rätselhafte Dinge, wirklich etwas erklären tut er sie nicht. Da ist als Erstes der obskure Raum. Je mehr Leute ihn bemerken, umso größer wird er. Anscheinend ist er außerirdischen Ursprungs, genau lässt sich das jedoch nicht belegen. Auch bleibt die Frage ungeklärt, was genau dieser Raum nun mit den Leuten macht, die ihn betreten.

Bis zum sonderbaren Ende baut Evan Kelly in seinem Langfilm-Regiedebüt eine bedrohliche Atmosphäre auf. Trotz ihrer vorhandenen Freundschaftsbande aus der Vergangenheit gibt es Spannungen zwischen allen Figuren, am meisten natürlich bei dem immer noch als verrückt geltenden Tyler, den Stephen Chambers glaubhaft verkörpert. Wenn dann zum Schluss hin die Stimmung umschlägt, ist es der Medikamente nehmende Irre, der am vernünftigsten reagiert und den Wahnsinn erkennt.

Eben dieser Wahnsinn macht „Der Übergang“ zu etwas ganz Eigenem. Es hätte auch gereicht, aus der Grundkonstellation einen Film über die Vergänglichkeit von Jugendfreundschaften zu machen. Durch die übernatürliche Komponente bricht eine verstörende Gewalt in dem bis dahin eher ruhigen Film aus, die man in der Form nicht vermutet hätte und ihm eine neue Dimension gibt.

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Die Situation eskaliert

Vielen anderen Zuschauern hat der Film nicht so gut gefallen, wie die unterdurchschnittliche IMDb-Wertung von 4,8 belegt (Stand Februar 2019). Natürlich kann der Film effekttechnisch und auch schauspielerisch nicht mit den großen Hollywood-Produktionen mithalten. Aber „Der Übergang“ ist ein sehr interessanter kleiner Film, den man sich als Freund offener Enden mal geben kann.

Veröffentlichung: 3. April 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Corridor
KAN 2010
Regie: Evan Kelly
Drehbuch: Josh MacDonald
Besetzung: Stephen Chambers, James Gilbert, David Patrick Flemming, Matthew Amyotte, Glen Matthews, Mary-Colin Chisholm, Nigel Bennett
Zusatzmaterial: Trailer
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Tiberius Film

 

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