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Begrabt die Wölfe in der Schlucht – Ein Schotte in der israelischen Wüste

27 Apr

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Von Volker Schönenberger

Western // Schießerei in einem staubigen Kaff: Sheriff Henry Gifford (Jack Warden) kann einen Ganoven erschießen, das Halbblut Billy Two Hats festnehmen. Der Schotte Arch Deans (Gregory Peck) jedoch entkommt. Bei einem Banküberfall der drei hatte Deans einen Menschen erschossen. Es gelingt dem Schotten, seinen indianischen Partner zu befreien und Gifford eine Kugel in den Leib zu jagen. Auf der Flucht jedoch wird Deans verwundet. Billy schleppt den Verletzten bis zu einer Hütte, in der der Rancher Spencer (John Pearce) mit seiner jungen Frau Esther (Sian Barbara Allen) lebt.

Ted Kotcheffs bekannteste Regiearbeit ist „Rambo“ („First Blood“, 1982) mit Sylvester Stallone. Mit „Begrabt die Wölfe in der Schlucht“ drehte er 1974 in der israelischen Wüste mit ruhiger Hand einen stimmungsvollen Spätwestern, dessen Figuren sich jenseits eindimensionaler Gut-Böse-Charakterisierung bewegen. Der marktschreierische deutsche Verleihtitel führt dabei etwas in die Irre, handelt es sich doch diversen Schießereien zum Trotz keineswegs um einen bleigeladenen Action-Western, sondern um ein teils bedächtiges Drama mit durchdachter Charakterzeichnung. „Billy Two Hats“, so der Originaltitel, folgt klassischen Westernstrukturen und unterscheidet sich damit von den Genre-Abgesängen der 70er. Dennoch gelang Kotcheff keine Wiederbelebung des Genres. Die Neuveröffentlichung im Rahmen der Reihe „KSM Klassiker“ hat der Film jedenfalls verdient – womöglich ist es sogar die deutsche Erstveröffentlichung.

Oscar-Preisträger Gregory Peck („Wer die Nachtigall stört“) läutete mit der Rolle des Outlaws Arch Deans den Herbst seiner Karriere ein, nachdem er in den drei Jahren zuvor keinen Film gedreht hatte. In der Originalfassung mit imitiertem schottischem Akzent ungewohnt klingend, wurde er in der Folge für die Filmindustrie offenbar wieder interessant: „Das Omen“, „MacArthur – Held des Pazifik“ (Titelrolle!), „The Boys from Brazil“ (Rolle: Josef Mengele) und „Die Seewölfe kommen“ folgten.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Gregory Peck sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 16. April 2012 als DVD

Länge: 96 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Billy Two Hats
USA 1974
Regie: Ted Kotcheff
Drehbuch: Alan Sharp
Besetzung: Gregory Peck, Desi Arnaz Jr., Jack Warden, David Huddleston, Sian Barbara Allen, John Pearce
Zusatzmaterial: Deutscher Kinotrailer, Biografien, Bildergalerie, Trailershow, Wendecover mit alternativem Motiv
Vertrieb: KSM GmbH

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2012 KSM GmbH

 
 

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2 Antworten zu “Begrabt die Wölfe in der Schlucht – Ein Schotte in der israelischen Wüste

  1. V. Beautifulmountain

    2014/05/01 at 10:35

    Lieber Kay, vielen Dank für deinen freundlichen Kommentar. Ein schönes Lob, zumal wenn es von jemandem kommt, der selbst vortrefflich und wortgewaltig bloggt (der geneigte Leser möge dazu in meiner Blogroll den Link „Abfall aus der Warenwelt“ anklicken).

    Zu deinem Filmtipp „Duel in the Sun“: ein toller Western, den ich zuletzt vor einigen Jahrzehnten gesehen habe. Mir scheint, der ist in Deutschland nie auf DVD erschienen, von der Blu-ray ganz zu schweigen. Beim großen A ist eine Uralt-VHS von Polyband gelistet. Zu denen hab‘ ich Kontakt und werde mal anfragen, ob was geplant ist.

    In England ist „Duel in the Sun“ für kleines Geld erhältlich, aber eine Rezension zu einem bei uns nicht lieferbaren Film ist ein wenig vergebene Liebesmüh‘. Es gibt obendrein ein paar kommende Western-Veröffentlichungen, für die ich Texte einplane. Einer meiner Gastautoren wird die im Juni erscheinende Audie-Murphy-Box rezensieren bzw. nach und nach die vier Filme der Box. Obendrein erscheint Anfang Juni endlich „Zwei glorreiche Halunken“ in einer dann hoffentlich adäquaten Blu-ray-Fasung (die erste war suboptimal). Am selben Tag erscheinen auch der Klassiker „Faustrecht der Prärie“ (Originaltitel: „My Darling Clementine“) – die beste Verfilmung der Ereignisse am OK Corral – sowie „Die Comancheros“ mit John Wayne.

    Die Western-Rubrik wird somit kontinuierlich ausgebaut.

     
  2. Kay Sokolowsky

    2014/04/29 at 22:34

    Ich mag diesen Film nicht besonders – wie alle Kotcheff-Werke leidet er unter außerordentlich uninspirierten Einstellungen. Will sagen: Kotcheffs Szenen sind immer sehr sauber, sehr ordentlich, sehr eindeutig. Doch nie ist mehr zu sehen als das, was man sieht. – Aber ich finde ich es prima, daß Du Dir die Mühe machst, solche gründlich vergessenen Stücke unter die Lupe zu nehmen. Denn wo ein sehr Großer wie Mr. Peck mitspielt, da sollte man auch mal hinschauen. (Und deshalb solltest Du Dir demnächst Greg Pecks größten Western-Auftritt vornehmen, den in King Vidors „Duel in the Sun“. Ein Film, der den vierjährigen Martin Scorsese derart beeiindruckte, daß er sich bis heute daran mit Begeisterung daran erinnert. DIE Kritik würde ich von Dir echt gern mal lesen!)
    Ach ja, noch was: Ich finde es großartig, wie Du Deinen Blog bestückst und gestaltest. Mach bitte weiter so – Deine „Nacht der lebenden Texte“ (ein phantastischer Name, übrigens) ist vorbildlich für alle Themen- und nicht nur die Film-Blogs.

     

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