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Archiv für den Monat Mai 2014

Krieger der Nacht – Vampirin ohne jeden Biss

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Horror // Selten so gelangweilt – dieser Film hat das gewisse Nichts. Miese Story, miese Schauspieler, miese Dialoge, miese Inszenierung, miese Kämpfe, miese Tricks – hab’ ich etwas vergessen? Ach ja – mieser Film.

Damit ist an sich genug gesagt, ein paar Worte zum Inhalt erlaube ich mir dennoch: Bauarbeiter legen ein altes Steinkreuz und einen Holzpfahl frei. Sie entfernen beides vom Fundort – und ermöglichen so der schönen Vampirin Laura (Caitlin McIntosh), aus ihrem Todesschlaf zu erwachen. Laura ist schwach und ohne Stimme, zudem findet sie sich in der ihr fremden modernen Welt nicht zurecht. Nur langsam erinnert sie sich an ihr Leben Ende des 19. Jahrhunderts.

Werfen wir einen Blick auf die Filmografien der Hauptdarsteller: Für Caitlin McIntosh war „Krieger der Nacht“ 2008 das Debüt als Schauspielerin. Angesichts dieser Referenz verwundert es nicht, dass ihr im Anschluss bis heute keine weitere Rolle angeboten worden ist. Auch die übrigen Akteure des Films stammen eher aus der dritten als aus der zweiten Reihe.

Regisseur Wyatt Weed inszenierte seinen ersten Langfilm nach eigenem Drehbuch. Trotz dieses Machwerks hat er für 2015 mit „Four Colour Eulogy“ eine weitere Regiearbeit übertragen bekommen. Wenn das mal gut geht …

Veröffentlichung: 8. Mai 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 103 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Shadowland
Alternativtitel: Twilight Hunters
USA 2008
Regie: Wyatt Weed
Drehbuch: Wyatt Weed
Besetzung: Caitlin McIntosh, Jason Contini, Carlos Antonio León, Dale D. Moore
Zusatzmaterial: Deutscher Trailer, Originaltrailer, Trailershow
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Tiberius Film

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Black Rock Shooter – Complete: Emotionsbewältigung durch Kampf

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Gastrezension von Matthias Holm

Anime-Serie // Mato ist ein fröhliches, junges Mädchen. Da ihre Mitschülerin Yomi immer allein ist, möchte sich Mato mit ihr anfreunden. Damit tritt sie eine Welle von Ereignissen los, die immer größere Ausmaße annehmen und in der Matos Träume eine wichtige Rolle spielen. In diesen nämlich kämpft das Wesen Black Rock Shooter gegen andere Erscheinungen, die den Mädchen aus der Realität sehr ähnlich sehen.

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Black Rock Shooter kennt keine Gnade

Nur acht Folgen umfasst dieser Anime – verdammt kurz, wenn man es mit Serien wie „Psycho-Pass“ und „Soul Eater“ vergleicht. In diesem Fall ist es jedoch genau die richtige Anzahl an Episoden. Viel mehr hätte mein Kopf vermutlich nicht verkraftet. Denkt man anfangs noch, in der Welt von „Black Rock Shooter“ würden lediglich die inneren Konflikte der Mädchen aus ihrer Realität auf coole Weise visualisiert, kommen ab der dritten Folge immer mehr Verknüpfungspunkte zutage, die beide Welten vereinen.

Ein weiterer Vorteil der geringen Folgenzahl: Man kann alle in einem Rutsch durchgucken. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber doch stark zu empfehlen. Ich habe es so gemacht und hatte trotzdem nicht immer den Überblick, welche Symbolik was genau bedeuten soll. Auch wenn das alles nicht annähernd so komplex ist wie bei „Evangelion“, macht es einfach Spaß, der immer bizarrer werdenden Geschichte bis zum etwas kitschigen Ende zu folgen. Im Grunde genommen geht es bei Black Rock Shooter ums Erwachsenwerden und darum, sich seinen Gefühlen zu stellen. Und obwohl alle Hauptfiguren weiblich sind, kann sich auch der männliche Zuschauer mit dieser Thematik wunderbar identifizieren.

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Gleich geht die Post ab

Während die reale Welt in herkömmlichen Anime-Stil gehalten ist, glänzt das Reich von Black Rock Shooter mit einem ungewöhnlichen Look. Grund dafür ist das Studio Sanzigen, das die komplette Welt als ein einziges, großes CGI-Ungetüm erschaffen hat. Das verleiht beiden Welten eine eigenständige Identität, wobei sie auf eigentümliche Weise doch zusammengehören – was in Anbetracht der Geschichte Sinn ergibt. Da zur Rezension die DVD vorlag und ich selbst da von den Bildern begeistert war, wird die Blu-ray wohl noch eine Schippe drauflegen. Warum man allerdings die Extras auf eine separate Disc gepackt hat, weiß wohl nur der Hersteller.

Ursprünglich war „Black Rock Shooter“ lediglich eine Illustration des Künstlers Ryohei Fuke. Nachdem jedoch die Band Supercell in Zusammenarbeit mit Fuke und dem Vocaloid Hatsune Miku einen Song zu dem Charakter aufnahm – zu hören im Vorspann der Serie –, entwickelte sich „Black Rock Shooter“ zu einem multimedialen Phänomen. Nach zwei Jahren kommt diese Serie nun auch nach Deutschland und bekommt sogar eine vernünftige Synchronisation spendiert. Danke dafür, Nipponart, denn sonst wäre mir eine interessante Erfahrung verwehrt geblieben.

Die Episoden der Serie:

1. How Much Louder Do I Have to Shout?
2. Dawn Envelopes the Sky
3. That So Full of Tears Endured
4. The World I Dreamed of One Day Closes Up
5. Black Rock Shooter
6. The Hope from When It Shouldn’t Have Existed
7. Wish Upon the Star Shooting Through the Dark
8. Overcome the World

Veröffentlichung: 30. Mai 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 200 Min. (Blu-ray), 200 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Burakku Rokku Shuta
JAP 2012
Regie: Shinobu Yoshioka, Hiroyuki Imaishi
Drehbuch: Mari Okada
Zusatzmaterial: Making Of, Clean Opening, Clean Ending, Trailershow, Postkarten
Vertrieb: Nipponart

Copyright 2014 by Matthias Holm
Szenenbilder & Packshot: © 2014 Nipponart

 

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Das alte finstere Haus – Vom Sturm ins Grauen

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The Old Dark House

Von Volker Schönenberger

Gruselkomödie // Stellt sich da wirklich noch Gruseln ein? Ein wohliges durchaus in der einen oder anderen Sequenz. Wenn die holde Margaret Waverton (Gloria Stuart) zur Tür hinausschaut, wo der Wind pfeift, der Regen peitscht und der Donner grollt, und hinter ihr langsam die Hand des Butlers (Boris Karloff) ins Bild kommt und die Tür zuknallt, offenbart sich der Charme nostalgischen Schauderns.

Beim titelgebenden Gebäude handelt es sich um das Haus der Familie Femm. Tief in der Provinz von Wales gelegen, suchen fünf Reisende dort Zuflucht vor dem Sturm. Die Eheleute Rebecca und Horace Femm (Eva Moore, Ernest Thesiger) erweisen sich als gar sonderbares Pärchen. Auch der stumme Butler wirkt nicht gerade vertrauenerweckend. Und die Nacht hat erst begonnen.

Früher Hollywood-Auftritt für Charles Laughton

In weiteren Rollen: Melvyn Douglas, später für „Der Wildeste unter Tausend“ (1963) und „Willkommen, Mr. Chance“ (1979) mit Nebenrollen-Oscars prämiert, und Charles Laughton in einem seiner ersten Hollywood-Filme. Laughton wurde bereits kurz nach „Das alte finstere Haus“ mit dem Oscar ausgezeichnet: für seine Rolle als Heinrich VIII. in „Sechs Frauen und ein König“ (auch: „Das Privatleben Heinrichs VIII.“, 1933).

Zu den bekannten Filmen von Universal-Regisseur James Whale zählen „Frankenstein“ (1931), „Der Unsichtbare“ (1933) und „Frankensteins Braut“ (1935). „Das Haus des Grauens“, so ein alternativer deutscher Verleihtitel von „Das alte finstere Haus“, galt lange Zeit als verschollen, bis er Ende der 1960er-Jahre wieder zum Vorschein kam. Ist’s ein Haus der Geisteskranken, in das sich die Reisenden geflüchtet haben? Die Frage kann man sich stellen, daraus zieht das Werk seinen Reiz. Ohnehin liefert es – wie manch anderer Horrorfilm der damaligen Zeit – modernen Regisseuren gutes Anschauungsmaterial darüber, wie man mit geringen Mitteln stimmungsvolle Atmosphäre auf die Leinwand bringt. Das ist heute sicher nicht mehr beängstigend, dennoch: Immer wieder schön, solche halbvergessenen Kleinode zu sehen zu bekommen.

Nach dem Roman „Benighted“ von J. B. Priestley

Der Film beruht auf J. B. Priestleys Roman „Benighted“. Eine weitere Adaption des Stoffs entstand 1963. Sie kann James Whales Klassiker aber nicht das Wasser reichen. Al!ve AG hat „Das alte finstere Haus“ nun ohne nennenswerte Extras auf DVD veröffentlicht und dem Bild die Patina der 30er-Jahre gelassen. Wer will den amüsanten Grusler schon in HD sehen? Gut, dass wir ihn überhaupt sehen können.

Boris Karloff bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Das alte finstere Haus (1932)
Isle of the Dead (1945)
Der Leichendieb (1945)
Bedlam (1946)
Die, Monster, Die! Das Grauen auf Schloss Witley (1965)

Veröffentlichung: 31. Januar 2014 als DVD

Länge: 70 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Alternativtitel: Das Haus des Grauens
Originaltitel: The Old Dark House
USA 1932
Regie: James Whale
Drehbuch: Benn W. Levy, nach einem Roman von J. B. Priestley
Besetzung: Boris Karloff, Melvyn Douglas, Gloria Stuart, Charles Laughton, Lilian Bond, Raymond Massey
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover mit alternativem englischen Motiv
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Maritim Pictures

 

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