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Schöne neue Welt: Psycho Pass – Volume 1

09 Mai

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Gastrezension von Matthias Holm

Anime-Serie // Animes und Cyberpunk haben schon immer gut zusammengepasst. Beispiele dafür gibt es genug, gelten doch „Ghost In The Shell“ und „Akira“ als Klassiker. Nun gibt es nach längerem mal wieder eine richtig gute Serie, die mit den bekannten Motiven des Genres spielt, wie zum Beispiel dem Verlust der Individualität und der Übernahme durch Maschinen.

In der Zukunft ist alles wunderbar: Den Menschen werden durch ein zentrales System die passenden Jobs zugeordnet, Kleidung und Inneneinrichtung werden per Hologramm den täglichen Wünschen angepasst. In dieser Zeit kommt Akane frisch von der Polizei-Akademie.

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Kogami versucht, Licht ins Dunkel zu bringen

Verbrecher werden in dieser Zukunft wenn möglich geschnappt, bevor sie ein Verbrechen begehen – ähnlich wie bei Steven Spielbergs „Minority Report“ nach Philip K. Dick. Ein Scanner ermöglicht es, den sogenannten Psycho-Pass eines jeden Menschen zu überprüfen. Übersteigt dessen Verbrechenskoeffizient einen bestimmten Wert, gilt diese Person als latenter Verbrecher. Ganz verhindern lassen sich Verbrechen damit aber nicht, da es auch Möglichkeiten gibt, den Scannern auf der Straße zu entgehen.

Die Polizeieinheit, in die Akane kommt, arbeitet mit Menschen zusammen, dessen kriminelles Potenzial hoch ist. Statt sich einsperren oder therapieren zu lassen, helfen sie bei der Jagd auf Mörder und Vergewaltiger.

Ganz schön viel Stoff zum Beginn einer Serie. Aber keine Angst, „Psycho Pass“ gibt dem Zuschauer genügend Zeit, sich ans Setting zu gewöhnen. Während in der ersten Folge ziemlich deutlich gezeigt wird, wie alles funktioniert, nimmt sich die Serie in den nächsten beiden Folgen die Luft, um alles genauer und detaillierter darzustellen.

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Akane Tsunemori ist neu bei der Polizei

Dementsprechend ist die vierte Folge dann auch ein Highlight. Es geht um moderne soziale Netzwerke, die man mit Hilfe eines Virtual-Reality-Apparats betritt. Und so sehr das alles nach Zukunftsmusik aussieht: So weit sind wir davon nicht entfernt, wenn man sich anschaut, dass Facebook die VR-Brille „Oculus Rift“ gekauft hat.

Auch in dieser hochtechnisierten Welt scheinen die älteren Menschen noch einen Sinn für Kunst zu haben. So erwähnt der alte Masaoka in einer Folge Rousseau, der Antagonist Makishima liest George Orwells „1984“ und zitiert Shakespeare. Dazu passt, dass er anscheinend Leute sucht, die aus dem maschinellen System ausbrechen wollen – Genaueres wird sich vermutlich erst am Ende der Serie sagen lassen.

„Psycho-Pass“ legt einen vielversprechenden Start hin. Etwas düsterer könnte das Ganze zwar sein und bisher werden die Problematiken einer übertechnisierten Welt nur angeschnitten. Aber die Serie hat ja noch 16 Folgen, um all das zu bringen. Dann hätten wir es mit einer Ausnahme-Serie zu tun.

Zur Rezension von Volume 2 geht’s hier.

Veröffentlichung: 28. Februar 2014 als Limited Edition Blu-ray und Limited Edition Doppel-DVD

Länge: 150 Min. (sechs Folgen à 25 Min.)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
JAP 2012
Regie: diverse
Drehbuch: diverse
Zusatzmaterial: Poster, Clear Opening und Ending, Schuber
Vertrieb: AV Visionen GmbH

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Der Psycho-Pass dieses Herrn ist eindeutig zu hoch

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 AV Visionen GmbH

 

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