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The House of the Devil – Betörend und erschreckend

17 Mai

The_House_of_the_Devil-Cover

Gastrezension von Simon Kyprianou

Horror // Ti West haucht dem Horrorfilm mit „The House of the Devil“ wieder Leben ein. Fernab von populären modernen Strömungen – Torture Porn und Found Footage –, die nach etlichen mal mehr, mal weniger gelungenen Umsetzungen nur noch ermüden, deht er einen angenehm altmodischen Horrorfilm. Dabei verfällt der Regisseur allerdings nie dem bloßen Nachbustabieren seiner Vorbilder, alles ist streng seinem eigenen Stil untergeordnet.

West sucht sich einen der ikonischen und altbekannten Horrorfilm-Plots aus: die terrorisierte Babysitterin, die er in einem alten Herrenhaus einen Albtraum erleben lässt. Es ist eine geradezu vollkommene Hommage an das Horrorkino der 70er- und 80er-Jahre, musikalisch, inhaltlich und auch technisch – so hat sich West dazu entschieden, „The House of the Devil“ in 16-mm-Format zu drehen.

Die Inszenierung von West ist erhaben und makellos: Seine Kamera bewegt sich langsam durch die Gänge des Hauses, die Protagonistin Samantha (ganz wunderbar: Jocelin Donahue) erkundet erst ganz behutsam und vorsichtig das große, dunkle Haus, nur um im nächsten Moment zu Rock ’n’ Roll aus dem Walkman lachend durchs Bild zu hüpfen. Sie wird von West wundervoll charakterisiert, zärtlich und fragil, aber auch stark und mutig. Dank der meisterlichen Inszenierung merkt der Zuschauer erst gar nicht, wie West von Minute zu Minute die Spannung erhöht, wie die Intensität beständig wächst, und wenn man es dann merkt, ist es längst zu spät, dann hat einen der Film schon in seinen Bann gezogen.

Dabei setzt West kaum auf Schockmomente; es ist das, was man nicht sehen, sondern nur ahnen kann, was sich außerhalb des Bildes befindet, das einem bei West Angst macht. Erst ganz am Ende wird die Spannung gänzlich fallen gelassen, zugunsten eines beinahe schon apokalyptisch anmutenden Finales.

Es ist ein betörender und sinnlicher Horrorfilm, kunstvoll und erschreckend, mit einem wundervollen Look, dank des 16-mm-Formats, der es beinahe so erscheinen lässt, als habe Ti West den Horrorfilm ganz neu erfunden.

Ti West bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

The House of the Devil (2009)
The Innkeepers – Hotel des Schreckens (2011)
The Sacrament (2013)

Veröffentlichung: 29. Janaur 2010 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
USA 2009
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Besetzung: Jocelin Donahue, Tom Noonan, AJ Bowen, Mary Woronov, Greta Gerwig, AJ Bowen, Dee Wallace
Zusatzmaterial: Audiokommentare, Behind the Scenes, Deleted Scenes, ungeschnittenes Material, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Packshot: © 2010 Al!ve AG

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Eine Antwort zu “The House of the Devil – Betörend und erschreckend

  1. A$AP SmokeWeed (@__HateMeNow__)

    2015/10/12 at 23:16

    Absolut langweilig, die ersten 60 Minuten kann man sich sparen, da passiert nichts Relevantes für diese „Story“. Wie man so etwas so hoch loben kann, ist mir ein Rätsel!

     

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