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Meine teuflischen Nachbarn – Die Hölle der Vorstadt

25 Mai

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The Burbs

Von Simon Kyprianou

Horrorkomödie // Gut platziert und geschickt getarnt hinter einer Mainstream-Komödie versteckt Regisseur Joe Dante in „Meine teuflischen Nachbarn“ subitle und höchst subversive Gesellschaftskritik bzw. Gesellschaftsdemaskierung. Es ist ein perfides Spiel mit den innersten Ängsten und Traumata des amerikanischen Kleinbürgertums, sie werden gnadenlos offengelegt und zur Schau gestellt.

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Man wundert sich über die neuen Nachbarn

Das Drama beginnt als die Familie Klopek in eine scheinbar makellose Nachbarschaft zieht. Durch wunderliches Verhalten und mangelnde Anpassung an die amerikanischen Idealvorstellungen zieht sie die Aufmerksamkeit dreier Nachbarn (Tom Hanks, Bruce Dern, Rick Ducommun) auf sich, die schon bald fest davon überzeugt sind, die Klopeks seien Serienmörder, denen das Handwerk gelegt werden müsse. Verblendet von der endlosen Langeweile in ihrem Leben und voller Angst vor allem Fremden sind sie fest davon überzeugt, ihre „Gepflegter-Vorgarten-Ideologie“ zu den Klopeks bringen zu müssen – notfalls mit Gewalt. Parallelen zur amerikanischen Außenpolitik sind offensichtlich.

Der Schauplatz, an dem der gesamte Film spielt, die Straße Mayfield Place, wird von Dante als versuchsanordnungsartiger, repräsentativer Mikrokosmos inszeniert, was dem Film eine theaterhafte, surreale Note verleiht und eine ungeheuere Dichte und Intensität entstehen lässt. Dabei vermeidet es der Regisseur, die Amerikaner allzusehr zu demütigen. Er zeigt ihre innere Zerrissenheit, den inneren Konflikt, die immer wieder zum Vorschein kommende Vernunft, ein Widerspruch, der vor allem in Tom Hanks’ Rolle manifestiert ist.

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Das Grauen bricht sich Bahn

Jeder Gag sitzt, der Film ist zum Brüllen komisch und absolut unterhaltsam, dann aber auch wieder schön-schauerlich durch geschickt untergemischte Horror-Elemente. Das (Obacht: nachgedrehte!) Ende allerdings ist eine große Enttäuschung, relativiert und entschärft es doch all die bissige Sozialkritik. Man sollte es am besten so schnell wie möglich wieder vergessen.

Das HD-Bild sieht gut aus, die Blu-ray hat im Gegensatz zur bereits 2004 erschienenen DVD einige schöne Extras zu bieten, etwa eine Einführung zum Film mit Joe Dante, ein alternatives Ende und Interviews. Ein Upgrade ist also durchaus lohnend.

Joe Dante bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Piranhas (1978)
The Howling – Das Tier (1981)
Meine teuflischen Nachbarn (1989)
Weg mit der Ex (2014)

Tom Hanks bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Geschenkt ist noch zu teuer (1986)
Meine teuflischen Nachbarn (1989)
Terminal (2004)
Captain Phillips (2013)
Saving Mr. Banks (2013)
Ein Hologramm für den König (2016)
Inferno (2016)
Sully (2016)

Veröffentlichung: 22. Mai 2014 als Blu-ray

Länge: 101 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The Burbs
USA 1989
Regie: Joe Dante
Drehbuch: Dana Olsen
Besetzung: Tom Hanks, Bruce Dern, Carrie Fisher, Corey Feldman, Wendy Schaal, Henry Gibson,Rick Ducommun,Courtney Gains, Gale Gordon
Zusatzmaterial: Exklusives Interview mit Regisseur Joe Dante, Trailer, Alternatives Ende, Bildergalerie
Vertrieb: Koch Media

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Die Angst vor den Klopeks macht die Amis gaga

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Koch Media

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