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Edge of Tomorrow – Und täglich killen die Aliens

27 Mai

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Kinostart: 29. Mai 2014

Gastrezension von Dirk Ottelübbert

SF-Action // Tom Cruise geht drauf. Dutzendfach, hundertfach. Das schon mal als gute Nachricht für Cruise-Hasser. Glucks. Hollywoods Megastar wird als Major Bill Cage von Killer-Aliens abgemurkst, von Trainings-Robotern plattgemacht und x-mal erschossen. Der Tod bringt hier allerdings jedes Mal einen neuen Tag und eine neue Chance, den Untergang der Menschheit abzuwenden.

Aber erst mal von Anfang an: Die Welt der nahen Zukunft befindet sich im Krieg. Hochtechnisierte Aliens, die „Mimics“, haben in rasendem Tempo Europa überrollt und ganze Armeen zerrieben. Frankreich – eine Wüstenei. Deutschland ist gefallen. Dennoch versucht das Militär, der grausigen Übermacht Widerstand zu leisten. Auch die Medien kämpfen mit: Allgegenwärtige Transparente zeigen die zum Idol aufgebaute Elitesoldatin Rita Vrataski (Emily Blunt), der aus den USA eingeflogene PR-Experte Major Bill Cage (Tom Cruise) sitzt in TV-Studios, darf Durchhalteparolen herunterrattern und akquiriert neue Soldaten.

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Peng! Du bist tot!

Sehr schnell wird es sehr ernst für den kampfunerfahrenen Schreibtischoffizier. Der Alliierten-General Brigham (Brendan Gleeson) schickt Cage zum Fronteinsatz in die Normandie. Eine „Mission Impossible“: Die Offensive gerät zum Gemetzel, von Granaten getroffene Bomber fallen wie Steine vom Himmel, aus dem Sandboden wühlen sich unzählige tentakelbewehrte Aliens und stürzen sich pfeilschnell auf die überrumpelten Soldaten. Der buchstäblich aus den Wolken gefallene Cage hat keine Chance. Im schweren Kampfanzug stakst er durch das Höllenszenario, er sieht seine Kameraden sterben, ebenso die zufällig seinen Weg kreuzende Rita. Dann ist er selbst dran. Ein riesiges Exemplar der „Mimics“ attackiert ihn, Cage schießt verzweifelt, das quecksilbrige Blut des Aliens klatscht auf sein Gesicht und – Cage erwacht! Auf der Militärbasis, am Tag vor der Schlacht!

Offenbar in einer Zeitschleife gefangen, durchlebt er das Geschehen aufs Neue. Immer wieder und wieder. Jedes Mal findet Cage in der Schlacht den Tod und erwacht im Lager. Aber er lernt. Bald weiß er, wo tödliche Trümmerteile fallen und wo die Monstren aus dem Boden schießen. Als es ihm nach so manchem Anlauf auch gelingt, Top-Kämpferin Rita zu retten, scheint die kaum überrascht zu sein und befiehlt ihm, er solle sie aufsuchen – nach seinem nächsten Tod, auf der Basis, vor dem Einsatz.

Dort erfährt Cage, dass Rita sein Geheimnis kennt und einst selbst mit jener speziellen Unsterblichkeit gesegnet war. Die „Mimics“ sind in der Lage, die Zeit zu manipulieren, und daher jeder Offensive stets einen spinnenbeinigen Schritt voraus. Auf Cage ruht nun alle Hoffnung. Er lässt sich von Rita drillen, kämpft wieder und wieder in der Schlacht. Das Ziel: Gemeinsam mit Rita will er das „Gehirn“ der Alien-Invasoren ausfindig machen. Dieses „Omega“ genannte Riesenwesen hat tief in der Erde, irgendwo in Europa, seinen Schlupfwinkel. Bis er dem Ziel nahekommt, gibt Cage noch so einige Male den Löffel ab …

Ein fabelhaftes Spektakel hat Regisseur Doug Liman („Die Bourne Identität“) da zusammengebraut. Mit sicherer Hand choreografiert er die Action, schneidet schnell, aber nicht zu schnell. Das Alien-Mensch-Schlachtengetümmel bleibt wegen der (vorgesehenen) FSK-Freigabe ab 12 wuchtig, doch weitgehend jugendfrei. Der Zeitschleifen-Plot nach dem Motto „Aufwachen, Kämpfen, Sterben, Aufwachen usw.“ lässt Raum für den einen oder anderen schön makaberen Gag. Und ein bisschen Platz bleibt sogar für die Schauspieler. Neben „Wiedergänger“ Tom Cruise und der sehr fitten Emily Blunt setzen Brendan Gleeson als britischer General und Bill Paxton als Schleifer-Sergeant Akzente. Als Drehbuchautoren firmieren Jez Butterworth („Fair Game“) und Christopher McQuarrie. Letztgenannter beglückte die Kinowelt einst mit seinem famosen Skript zu „Die üblichen Verdächtigen“ und drehte mit Cruise (wiederum nach eigenem Drehbuch) den Actionthriller „Jack Reacher“.

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Ruhe vor dem Sturm: Bill und Rita

Nicht allein wegen des Zeitschleifen-Themas gibt’s in „Edge of Tomorrow“ so einige Déjà-vus: Der SF-Reißer bedient sich so offenkundig wie pfiffig bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“, „Source Code“ und „Starship Troopers“. Die Schlachtensequenz in der Normandie wirkt zudem wie ein Echo auf das erste Viertel von Spielbergs „Der Soldat James Ryan“.

Kurzum: intelligentes Blockbuster-Kino, rasant, pointiert, clever, dabei aber nicht zu komplex. Überambitionierte und humorfreie SF-Großtaten wie „Oblivion“ und „Elysium“ sehen gegen diesen zweistündigen Alien-Action-Trommelwirbel ganz schön alt aus.

Ach ja, ach ja: „Edge of Tomorrow“ läuft natürlich, schnarch, in vielen Sälen in 3D. Stört nicht, muss aber auch echt nicht sein. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tom Cruise sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 113 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
USA/AUS 2014
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
Besetzung: Tom Cruise, Emily Blunt, Bill Paxton, Lara Pulver, Jeremy Piven, Noah Taylor, Brendan Gleeson, Charlotte Riley, Jonas Armstrong, Madeleine Mantock
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2014 by Dirk Ottelübbert

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Warner Bros. Ent.

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