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Resolution – Cabin of Death: Das Grauen kommt auf leisen Sohlen

01 Jun

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Resolution

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Chris (Vinny Curran) ist ein Wrack. Süchtig nach Crystal Meth, vegetiert er in einem heruntergekommenen Haus in den Bergen vor sich hin. Eine E-Mail nebst Filmanhang an seinen Kumpel Mike (Peter Cilella) scheint ein Hilferuf zu sein. Mike sucht Chris auf und kettet ihn kurzerhand an – kalter Entzug ist angesagt. Bald sieht der Junkie ein, dass er seinen Freund nicht überwältigen kann und alles Bitten nichts nützt.

Lange Tage liegen vor den beiden, doch sie verlaufen nicht ungestört: Zwei Drogendealer tauchen auf und verlangen den Stoff, den Chris für sie lagere. Ein resoluter Indianer klärt Mike darüber auf, dass Chris unberechtigt ins Haus eingedrungen ist und sich die beiden obendrein in einem Reservat befinden. Mittels Bargeld gelingt es Mike, ein paar Tage Aufschub auszuhandeln. Es bleiben nicht die einzigen beunruhigenden Begegnungen.

Was wie ein Psychodrama beginnt, nimmt im Verlauf einige unerwartete Wendungen. Stehen zu Beginn Chris’ Entzug und die Beziehung der beiden Kumpels im Vordergrund, scheint sich der Film mit dem Auftauchen der beiden Dealer zu einem Thriller zu entwickeln. Als Mike einige rätselhafte Fotos findet, kommt eine gehörige Prise Mystery hinzu, die sich später zum Grusel und dann zum Horror steigert. Es ist ein sanfter Horror, der ohne Blut auskommt und auf spektakuläre Schockmomente verzichtet, der aber dennoch mehrfach schaudern lässt.

„Resolution – Cabin of Death“ ist ein bedächtiger Film. Ein paar Längen in der ersten Hälfte sind zu überstehen, wenn der Grundplot steht, sich die Ereignisse aber ziehen. Einige Dialogsequenzen zwischen Chris und Mike wirken ziellos – immerhin lernen wir sie so kennen, und etwas Witz ist auch dabei. Richtig Fahrt nimmt das ohne musikalische Untermalung auskommende Low- bis No-Budget-Werk auch später nicht auf, aber der Mystery-Faktor hält den Zuschauer bei der Stange.

Für Justin Benson, der auch das Drehbuch schrieb, ist es das Debüt als Langfilm-Regisseur, sein Ko-Regisseur Aaron Moorhead hat 2010 immerhin schon die Krimikomödie „A Glaring Emission“ inszeniert. Ein paar Anschlussfehler seien ihnen verziehen. Auch die bisweilen etwas amateurhafte Anmutung lässt sich verschmerzen – so sieht ein mit geringsten Mitteln gedrehter Independent-Film nun mal aus.

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Nicht den Filmemachern anzulasten, dafür leider schwerer wiegend, ist die unterdurchschnittliche Synchronisation. Nicht nur, dass es sich im Deutschen um miese Dialoge handelt, auch die Abmischung ist missraten. Vogelgezwitscher, das die Stimmen der Personen übertönt – das muss nicht sein. Wir raten zur Original-Tonspur.

Ein Blick auf andere Rezensionen und Meinungen im Netz offenbart höchst unterschiedliche Bewertungen. Von hohem Lob bis tiefem Verriss ist alles dabei. Mehr als einmal liest man obendrein Verweise auf „The Cabin in the Woods“. Das trifft immerhin insofern zu, als „Resolution – Cabin of Death“ auf eine deutlich unspektakulärere Weise ebenfalls als Genre-Reflexion verstanden werden kann. Eine tiefere Betrachtung würde an dieser Stelle aber zu akuter Spoiler-Gefahr führen, also unterbleibt sie.

Die FSK hat dem Film eine Altersfreigabe ab 12 Jahren verpasst. Maritim Pictures hatte den Film ursprünglich sogar mit einem roten FSK-18-Logo versehen, vertreibt ihn nun aber immerhin mit dem blauen 16er-Logo – vermutlich aufgrund einiger Trailer im Zusatzmaterial.

Das durchschnittliche User-Rating der IMDb schlägt mit 6,3 (Stand: November 2019) in die wohlwollende Richtung aus. Dem schließen wir uns an – im Wissen, dass der eine oder andere Leser von „Die Nacht der lebenden Texte“ uns nicht folgen wird. „Resolution – Cabin of Death“ hat als origineller Genremix aber eine Chance verdient.

Veröffentlichung: 25. April 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Resolution
USA 2012
Regie: Justin Benson, Aaron Moorhead
Drehbuch: Justin Benson
Besetzung: Peter Cilella, Vinny Curran, Zahn McClarnon, Bill Oberst Jr., Kurt David Anderson, Emily Montague, Skyler Meacham
Zusatzmaterial: Drei Audiokommentare, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Foto & Packshot: © 2014 Maritim Pictures

 

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