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47 Ronin – Neo gegen japanische Monster

05 Jun

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Gastrezension von Matthias Holm

Fantasy-Abenteuer // Japan zu Zeiten des Shogun Tokugawa: Das Halblut Kai (Keanu Reeves) wächst am Hofe des Fürsten Asano (Min Tanaka) auf. Zwar wird er aufgrund seiner ungewissen Herkunft wie ein Ausgestoßener behandelt, doch er hat den Segen seines Fürsten und hilft den Samurai unter der Führung von Kuranosuke Oishi (Hiroyuki Sanada) bei der Jagd. Als jedoch eines Tages der böse Fürst Kira (Tadanobu Asano) Asano hereinlegt und ihn zum Seppuku zwingt, müssen Asanos Samurai in die Verbannung, Oishi wird eingekerkert. Nach einem Jahr wird er freigelassen und sinnt auf Rache für seinen Herrn. Für diese Aufgabe trommelt er 46 weitere Ronin zusammen, unter ihnen auch Kai, mit denen Oishi gegen Wesen aus der japanischen Mythologie kämpfen muss.

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Kai könnte mal wieder eine Dusche vertragen

Ein Rōnin ist ein herrenloser Samurai, wie zu Beginn des Films erklärt wird. Schön und gut, aber warum braucht der Film so arg lange, bis die Verschwörung ihren Lauf nimmt? Erst nach knapp einer Stunde treffen sich die herrenlosen Samurai alle zum ersten Mal wieder. Das hätte man zügiger inszenieren können. Lächerlich ist auch, dass der Tattoo-Künstler Rick Genest alias Zombie Boy auf dem Cover abgebildet ist. Es wäre sicherlich interessant gewesen, ihn in die Geschichte einzuweben, doch er hat gerade mal ein paar Sekunden Screen-Time.

Die Story ist eine typische Rachegeschichte. Keine der Figuren hat in irgendeiner Form Tiefgang, alle bleiben an der Oberfläche. Dabei wäre zum Beispiel die Vorgeschichte der Hexe, die Fürst Kira dient, durchaus interessant gewesen. Doch „47 Ronin“ kommt nie über Andeutungen hinaus. Immerhin ist das Ende eine positive Überraschung, da es erfreulich konsequent von der Hollywood-Norm abweicht.

Der konsequent durchgezogene düstere Ton steht dem Film recht gut. Leider steht er sich dabei selbst im Weg. Regisseur Carl Rinsch verzichtete in seinem Langfilmdebüt auf Gewaltdarstellung – vermutlich für eine niedrigere Altersfreigabe. Das hat jedoch den merkwürdigen Effekt, dass zwar alles todernst und bedrohlich ist, aber nicht einmal irgendwo Blut zu sehen ist, nicht einmal, wenn beim Seppuku der Kopf von jemanden abgeschlagen wird.

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Wen erinnert der Typ noch an den letzten Gegner von Wolverine?

Trotz all dieser negativen Aspekte macht der Film Spaß. Keanu Reeves passt gut zwischen die asiatischen Darsteller, seine Kämpfe sind immer wieder schön anzusehen. Das CGI geht in Ordnung und verdirbt einen nicht den Filmspaß, auch wenn die Macher wohl ziemlich viel Spaß mit schwebenden Textilien hatten. Was den Film ein wenig aus dem Mittelmaß reißt, ist sein japanisches Setting – dafür bin ich ja immer zu haben.

Der Film ist kein Muss und keine akkurate Darstellung dieses großen Nationalmythos Japans, aber ein guter Happen für zwischendurch.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Keanu Reeves sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 5. Juni 2014 als 3D Blu-ray (inkl. Digital Ultraviolet), Blu-ray und DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 114 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel:
USA 2013
Regie: Carl Rinsch
Drehbuch: Chris Morgan, Hossein Amini
Besetzung: Keanu Reeves, Hiroyuki Sanada, Ko Shibasaki, Tadanobu Asano, Min Tanaka, Jin Akanishi, Hiroshi Sogabe, Takato Yonemoto
Zusatzmaterial:
Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Universal Pictures Home Entertainment

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