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Neverlake – Lyrisch

08 Jun

Neverlake-Cover

For love, and beauty, and delight,
There is no death nor change: their might
Exceeds our organs, which endure
No light, being themselves obscure.

(aus „The Sensitive Plant“, Percy Bysshe Shelley)

Horrordrama // Die 16-jährige Jenny Brook (Daisy Keeping) reist in die Toskana, wo ihr Vater (David Brandon) mit seiner Freundin Olga (Joy Tanner) lebt. Jennys Mutter war gestorben, als das Mädchen zwei Jahre alt war, ihre Kindheit verbrachte sie bei der Großmutter in New York.

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Was hat es mit den Figuren auf sich?

Weil ihr Vater beschäftigt ist, erkundet Jenny die Gegend auf eigene Faust. Besonders zieht es sie zum Lake of Idols, einem See, auf dessen Grund viele uralte Steinfiguren aus etruskischer Zeit gefunden worden sind. Dort begegnet sie einem anderen Mädchen, einer Blinden aus dem nahegelegenen Waisenhaus. Ein düsteres Geheimnis liegt über der Region und dem See, wo sich Sonderbares abspielt. Jenny wird obendrein von Visionen geplagt. Ihr Vater verbirgt zudem etwas.

Ein ruhiger Grusler ist „Neverlake“ geworden, bisweilen etwas zu ruhig. Bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, dauert es eine Weile. Auch bleibt lange offen, welche Richtung der Film überhaupt einschlägt. Das muss kein Nachteil sein, ist es in diesem Fall aber doch etwas – die bedächtige Erzählweise senkt die Motivation, am Ball zu bleiben. Andererseits passt das zurückgenommene Tempo gut zur stimmungsvollen Atmosphäre und einigen schönen Toskana-Motiven.

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Jenny muss fliehen

Die Story um See, Waisenhaus, Jenny und ihren Vater ist gar nicht schlecht und auch einigermaßen schlüssig. Aber weshalb muss zum Ende hin so viel erklärt werden? Man kann es eleganter hinkriegen, dem Zuschauer gewisse Dinge begreiflich zu machen, als dass eine Figur eine andere per langem Monolog ausführlich aufklärt. Halten wir Riccardo Paoletti zugute, dass es seine erste Spielfilm-Regiearbeit ist.

Beängstigend ist all das nicht gerade, es ist eher schönes Schaudern als harter Horror. Lyrik spielt eine Rolle, Lieblingsdichter von Hauptfigur Jenny ist Percy Bysshe Shelley. Angeblich sind Motive von Shelleys Gedicht „The Sensitive Plant“ im Film zu finden, aber das möge jeder selbst herausfinden. „Neverlake“ ist keine Großtat, Freunde stimmungsvollen Grusels ohne blutige Details dürfen aber einen Blick riskieren.

Den Lake of Idols gab es wirklich mal, nahe beim Monte Falterona gelegen, ist der Lago degli Idoli allerdings heute ausgetrocknet. Dort sind tatsächlich etruskische Statuetten gefunden worden.

Veröffentlichung: 23. Mai 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 86 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine Angabe
IT 2013
Regie: Riccardo Paoletti
Drehbuch: Manuela Cacciamani, Carlo Longo
Besetzung: Daisy Keeping, David Brandon, Joy Tanner, Martin Kashirokov, Anna Dalton, Lisa Ruth Andreozzi
Zusatzmaterial:
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2014 Lighthouse Home Entertainment / Los Banditos

 

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