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Archiv für den Monat Juli 2014

Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle: Im Fegefeuer verschenkter Möglichkeiten

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Hellbenders

Horrorkomödie // Sie saufen und kiffen, sind einer zünftigen Rauferei ebenso wenig abgeneigt wie dem einen oder anderen Ehebruch – die Gruppe der Priester um Angus (Clancy Brown) und Larry (Clifton Collins Jr.) pflegt einen für Geistliche gar sonderbaren Lebenswandel – und führt sogar genau Buch darüber, wann welches Mitglied wie gegen Gottes Gebote verstoßen hat.

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Hirte und sündiges Schaf zugleich: Angus

Dabei sind sie in ihrem Tun selbstlos: Ihr Ziel ist es, unsere Welt von Dämonen zu befreien. Die Priester beschäftigen sich mit Exorzismen und ähnlichen guten Taten. Klappt das mal nicht, muss eben ein Selbstmord herhalten, sich selbst und den Dämon ins Fegefeuer zu befördern. Das klappt auch so einigermaßen. Doch dann beginnt ein besonders mächtiges teuflisches Wesen sein finsteres Treiben. Können die „Hellbound Saints“ dem Dämon Einhalt gebieten? Wie viele Sünden können sie für die Welt auf ihre Schultern laden?

Das Potenzial für einen knackigen Horrorspaß ist auf jeden Fall gegeben, zumal die Kombination Priester gegen Dämonen zwar nicht neu ist, aber einiges hergibt. Leider wird der Plot nicht ausgereizt. Das mag an der grundsätzlichen Schwierigkeit liegen, beim Zuschauer echten Horror auszulösen und ihn gleichzeitig zum Lachen zu bringen. Seine blutigen Hausaufgaben hat Drehbuchautor und Regisseur J. T. Petty immerhin gemacht, es splattert nicht zu knapp.

Woran es hapert, sind die Gags. Ein paar Mal schmunzeln, der eine oder andere Lacher, einige Zoten – das war’s auch schon. „Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle“ ist nicht völlig missraten, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Schade auch um Clancy Brown, der in „Die Verurteilten“ und „Starship Troopers“ sein sinistres Charisma ausgespielt hat. Davon ist hier nicht viel zu sehen.

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Auch Larry lässt nichts anbrennen

Veröffentlichung:
24. Juli 2014 als 3D Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Hellbenders
USA 2012
Regie: J. T. Petty
Drehbuch: J. T. Petty
Besetzung: Clifton Collins Jr., Clancy Brown, Andre Royo, Robyn Rikoon, Macon Blair
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur J. T. Petty und Darstellern, Making-of, Behind the Scenes, „Exorcism“ Short Films, deutscher Trailer, Originaltrailer, Trailershow
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2014 Koch Media

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Almost Human – In den 80ern ging’s blutig zu

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Almost Human

Horror // In Panik klopft Seth (Graham Skipper) spät abends an die Tür seines Kumpels Mark (Josh Ethier). „Irgendwas hat sich Rob geholt – und mich wollten sie auch!“ Ein blaues Licht, ein schreckliches Geräusch – Rob sei hochgebeamt worden. Mark will draußen nachsehen, doch während Seth und Marks Freundin Jen (Vanessa Leigh) angsterfüllt drinnen ausharren …

Zwei Jahre später taucht Mark wieder auf – nackt liegt er im Wald. Doch in ihm ist keine Menschlichkeit mehr, er ist zur gefühllosen Killermaschine geworden.

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Mark kennt keine Gnade

„Almost Human“ kann als Hommage ans handgemachte 80er-Jahre-Horrorkino alter Schule angesehen werden, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass die in Stephen Kings Heimat Maine spielende Handlung am Ende jenes Jahrzehnts angesiedelt ist. Die bei uns ungekürzten Splattereffekte sind mit Liebe zum blutigen Detail gebaut. Der gradlinige Slasher mit Science-Fiction-Elementen sprüht nicht vor Originalität, Genrefans können aber zugreifen. Im Anschluss an das finstere Finale und den achtminütigen Abspann folgt übrigens noch eine kurze Szene – eine eher sinnlose allerdings.

Joe Begos inszenierte seinen ersten Langfilm „Almost Human“ nach eigenem Drehbuch. Zwei Jahre zuvor hatte er mit dem Horror-Kurzfilm „Bad Moon Rising“ sein Debüt vorgelegt.

Veröffentlichung: 27. Juni 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 79 Min. (Blu-ray), 75 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
USA 2013
Regie: Joe Begos
Drehbuch: Joe Begos
Besetzung: Graham Skipper, Vanessa Leigh, Josh Ethier, Susan T. Travers, Anthony Amaral, Michael A. LoCicero
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Mad Dimension / Al!ve AG

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Wer wird denn gleich den Kopf verlieren?

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2014 Mad Dimension / Al!ve AG

 

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Hans Kloss – Spion zwischen den Fronten: So ist Polen bald verloren

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Hans Kloss. Stawka wieksza niz smierc

Gastrezension von Simon Kyprianou

Kriegs-Action // Hans Kloss, Held der polnischen TV-Serie „Sekunden entscheiden“ aus den späten Sechzigerjahren, wurde 2012 von Regisseur Patryk Vega fürs Kino reaktiviert. Der polnische Undercover-Agent (Stanislaw Mikulski) hat sich während des Zweiten Weltkriegs bei den Nazis eingeschlichen und ist kurz vor Kriegsende in der bereits von der Roten Armee belagerten Stadt Königsberg hinter dem Bernsteinzimmer her.

Mühevoll versucht der Film über zähe 110 Minuten, seine wirre Nonsens-Geschichte zu erzählen. Immer wieder vergeblich versucht er, ernste Zwischentöne über den Zweiten Weltkrieg anzustimmen. Die inszenierung ist dilletantisch, laienhaft, oft sogar lächerlich, ebenso Schauspieler, Ausstattung und Maske, die alles künstlich und unecht wirken lassen.

Um als vergnügliche Trash-Unterhaltung zu funktionieren ist „Hans Kloss – Spion zwischen den Fronten“ viel zu steril, nimmt sich selbst zu ernst. So kann er nicht einmal auf niedrigstem Level unterhalten, zu konfus ist die Narration, zu unästhetisch die Bilder, zu plump verhebt er sich an seinem Nazi-Plot und zu billig und bieder sieht er aus.

Wer auf interessantes Genrekino aus Polen gehofft hat, wird enttäuscht. Wer polnisches Kino entdecken will, sollte sich wohl doch besser Andrzej Wajda oder Krzysztof Kieślowski zuwenden.

Veröffentlichung: 22. Juli 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 104 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Polnisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Hans Kloss. Stawka wieksza niz smierc
POL 2012
Regie: Patryk Vega
Drehbuch: Wladyslaw Pasikowski, Przemyslaw Wos
Besetzung: Stanislaw Mikulski, Emil Karewicz, Tomasz Kot, Piotr Adamczyk, Daniel Olbrychski, Marta Zmuda Trzebiatowska, Anna Szarek
Zusatzmaterial: Interviews, Originaltrailer, Trailershow
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Packshot: © 2014 Ascot Elite Home Entertainment

 

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