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Black Butler – Alte Kostüme, futuristischer Look und ein dämonischer Butler

14 Aug

Black_Butler-Cover

Kuroshitsuji

Gastrezension von Matthias Holm

Fantasy-Abenteuer // Realverfilmungen von Anime-Serien oder Mangas haben – vor allem für westliche Augen – immer ein bisschen das Flair eines Faschingsumzugs. Das beste Beispiel dafür ist wohl Takashi Miikes „Phoenix Wright – Ace Attorney“ nach der gleichnamigen Videospielreihe, bei der sich Männer mit merkwürdigen Haaren wild die Worte „Objection!“ um die Ohren werfen. Diese Art der Kostümparade ist bei „Black Butler“ ebenfalls zu beobachten, doch zum Glück hat der Film auch andere Qualitäten.

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Shioris Butler ist mehr als er vorgibt zu sein

Im Jahre 2020 ist die Welt in Ost und West aufgeteilt. Die Königin des Westens hat Spione in den Osten geschickt, um immer über den Feind informiert zu sein. Auch die junge Shiori (Ayame Gôriki) ist als Geheimagentin im Einsatz. Nach einem Anschlag auf ihre Eltern, bei dem auch sie augenscheinlich gestorben ist, muss sie sich als Junge ausgeben, um das Erbe ihrer Familie antreten zu können. Ihr Butler Sebastian (Hiro Mizushima) unterstützt sie in ihrem Tun. Doch er birgt ein dunkles Geheimnis: Sebastian ist ein Dämon, dem Shiori ihre Seele verkauft hat. Dafür soll er ihr bei der Rache an den Mördern ihrer Eltern helfen. Gemeinsam untersuchen sie einen Fall, bei denen wichtige Persönlichkeiten durch den sogenannten Teufelsfluch ums Leben kommen.

Der Film hat außer dem Titel und der Figur des teuflischen Butlers eher wenig mit der Mangavorlage von Yana Toboso gemein. Ein Zusammenhang wären noch die Kostüme, wobei man sich fragt, warum sich Menschen im futuristischen Japan kleiden wie im England des 19. Jahrhunderts. Als Nicht-Kenner der Vorlage störte mich das wenig, Menschen, die auf eine werkgetreue Verfilmung gehofft haben, werden wohl enttäuscht sein. Die Anime-Serie von 2008 mag da näher am Original sein.

Der Krimiplot wird fein dosiert erzählt, zu den richtigen Zeitpunkten gibt es neue Erkenntnisse oder eben Probleme für die Protagonisten. Dieses gut getroffene Erzähltempo gerät jedoch aus den Fugen, sobald es zum großen Finale kommt. Dann zieht sich der Film ohne erkennbaren Grund plötzlich sehr in die Länge. Nichts, was nach dem letzten Kampf passiert, ist in irgendeiner Form überraschend, obwohl es wohl so sein sollte. Doch bis zu diesem Punkt hat mich „Black Butler“ gut unterhalten.

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Sebastian – ein Butler mit besonderen Fähigkeiten

Ich hätte mir in einem Film über einen Dämon als Butler mehr Fantasy- oder Mystery-Elemente gewünscht, auch die Beziehung zwischen Herrin und Diener hätte mehr Raum verdient. Dafür entschädigen das tolle Spiel von Hiro Mizushima und die gut choreographierten Kämpfe. Der Rest der Darstellerriege fällt etwas ab, vor allem Hauptdarstellerin Ayame Gôriki bleibt eher als pubertierendes Mädchen denn dunkler Racheengel im Kopf hängen. Des Weiteren sollte man kein Problem mit Overacting haben, sonst kann das den Spaß am Film ganz schön verderben.

„Black Butler“ überzeugt durch eine solide Geschichte, schöne Kämpfe und eine interessante Titelfigur. Trotzdem gibt es einiges an verschenktem Potenzial. Doch das offene Ende und das vernünftige Einspielergebnis lassen auf eine Fortsetzung hoffen, die dann hoffentlich die Fehler des ersten Teils ausbügelt.

Veröffentlichung: 7. August 2014 als Special Edition Doppel-Disc im Digipack (inkl. Blu-ray und DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 120 Min. (Blu-ray), 115 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Kuroshitsuji
JAP 2014
Regie: Kentarô Ohtani, Kei’ichi Sato
Drehbuch: Yana Toboso
Besetzung: Ayame Gôriki, Hiro Mizushima, Jonathan Brooks, Mizuki Yamamoto
Zusatzmaterial: Trailer
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Tiberius Film

 
 

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Eine Antwort zu “Black Butler – Alte Kostüme, futuristischer Look und ein dämonischer Butler

  1. schwarzlicht

    2014/08/15 at 19:35

    Schöne Rezension, ich stimme zu, nur dass das Overacting japanmangatypisch normal ist, was Fans vielleicht eher lieben werden und was durch die deutsche Synchro leider negativ verstärkt wird.
    Hier gibts die Special Edion zu gewinnen, wenn man sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte:
    http://schwarzlicht.tv/cms/black-butler-2014/

     

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