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The Frankenstein Theory – Found Footage ist nicht totzukriegen

19 Aug

The_Frankenstein_Theory-Cover

The Frankenstein Theory

Horror // Die Kreatur aus Mary Shelleys Schauerroman „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ war keine Fantasiefigur, sondern real – und sie lebt noch in den Weiten Kanadas. Diese absurd scheinende These hat Professor Jonathan Venkenhein (Kris Lemche) seine akademische Laufbahn gekostet. Um seinen Ruf wiederherzustellen, stellt er ein Filmteam zusammen und bricht in die kanadische Wildnis auf. Als Führer engagiert Venkenhein den kernigen Karl McCallion (Timothy V. Murphy). In den schneebedeckten und einsamen Bergwäldern im hohen Norden bemerkt die Gruppe bald, dass sie nicht allein ist. Nachts scheint ein Wesen mit finsteren Absichten um sie herum zu schleichen.

Noch ein Found-Footage-Film. Die Technik eignet sich vorzüglich fürs Horrorgenre, da sie auf einfache Weise Schockmomente und Spannung bei kleinem Budget ermöglicht. Das funktioniert auch in diesem Fall, wenn man ein paar Logikmängel bei der Kameraführung gnädig übersieht. Die Kamera einfach Kamera sein zu lassen und Fersengeld zu geben, dieses Verhalten kommt der jeweils filmenden Figur in Found-Footage-Filmen arg selten in den Sinn. Aber da in dem Fall die Handlung schnell vorbei wäre, nehmen wir es gern hin.

Found Footage in verschneiter Wildnis

„The Frankenstein Theory“ zieht sich im ersten Drittel etwas. Die Einführung der Figuren ist etwas lang geraten, zumal sie kaum Identifikationspotenzial bieten. Echtes Interesse am Schicksal der Teilnehmer kommt nicht auf. Sobald es in die verschneite Landschaft geht, bietet der Film stimmungsvolle Bilder, obendrein steigt dann auch die Spannungskurve. Letztlich leidet der Film aber an einer gewissen Vorhersehbarkeit und mangelnder Originalität. Beides liegt an den Limitierungen der Found-Footage-Technik.

Dass da draußen ein übel gesinntes Wesen umherstreift, wird schnell klar. Seine Ursprünge sind kaum von Belang, der Frankenstein-Hintergrund wirkt insofern etwas beliebig – es könnte auch Bigfoot, der Yeti oder der Slender Man sein. Die Besessenheit Jonathan Venkenheins ähnelt zwar der von Viktor Frankenstein aus dem Roman, wobei auch der Name sicher nicht zufällig gewählt ist; dennoch überzeugt die Verbindung der Filmhandlung mit Mary Shelleys Klassiker nicht recht.

„Der weiße Hai“ als Inspiration?

Als schöne Hommage an „Der weiße Hai“ kann ein Monolog Carls durchgehen, der an die berühmte Rede von Quint (Robert Shaw) über die Mannschaft der USS Indianapolis erinnert. Das mag Zufall sein, aber die Szene ist gut gelungen. Überhaupt gibt es in der zweiten Hälfte des Films diverse feine und fesselnde Sequenzen. Das macht „The Frankenstein Theory“ noch nicht zu einem Found-Footage-Highlight, reißt den Film aber aus der völligen Belanglosigkeit. Als Horrorhappen für zwischendurch reicht’s.

Veröffentlichung: 23. Mai 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
USA 2013
Regie: Andrew Weiner
Drehbuch: Vlady Pildysh, Andrew Weiner
Besetzung: Kris Lemche, Joe Egender, Timothy V. Murphy, Eric Zuckerman
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow
Vertrieb: Mad Dimension / Al!ve AG

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Mad Dimension / Al!ve AG

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