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Guardians of the Galaxy – Arschtritt für die Avengers

25 Aug

GotG-Hauptplakat

Guardians of the Galaxy

Kinostart: 28. August 2014

Gastrezension von Matthias Holm

SF-Action // Bald ist es so weit.: Im kommenden Frühjahr treffen sich Iron Man, Thor, Captain America und der Hulk wieder, um als Avengers gegen den Roboter Ultron ins Gefecht zu ziehen. Doch zuvor lässt Marvel eine komplett andere Heldentruppe auf die Zuschauer los: Die „Guardians of the Galaxy“ sind vulgäre Schwerverbrecher, die die Galaxis eher unsicher machen als sie zu retten. Genau das macht sie so sympathisch.

Von einem Möchtegern-Starlord und einem sprechenden Waschbär

Peter Quill (Chris Pratt), der lieber unter dem Namen Starlord bekannt sein möchte, schnappt seinem Ziehvater Yondu (Michael Rooker) einen wichtigen Fund unter der Nase weg: eine kleine Eisenkugel, hinter der auch der verrückte Kree Ronan (Lee Pace) her ist. Als Quill die Kugel nicht zu Geld machen kann und fast von Ronans Häscherin Gamora (Zoe Saldana) umgebracht wird, kommt er zusammen mit der Attentäterin, dem sprechenden Waschbären Rocket (Stimme: Bradley Cooper) und dem Baumwesen Groot (Stimme: Vin Diesel) ins Gefängnis. Doch zusammen mit Drax (Dave Bautista), dessen Familie von Ronan umgebracht wurde, können sie fliehen. Nun macht sich die ungleiche Schar auf den Weg nach Knowhere, um die Geheimnisse der Kugel zu ergründen.

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Sehen so die Retter des Universums aus?

Wenn man „Star Wars“, „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Firefly“ vermischt, bekommt man „Guardians of the Galaxy“. So hat es bei Twitter der User hmvtweets beschrieben. Und so falsch liegt er da gar nicht. Die Anfangsszene in einer verlassenen Ruinenstadt erinnert an die Abenteuer von Indiana Jones, der Film ist als eine große Space Opera á la „Star Wars“ angelegt und der Humor könnte aus „Firefly“ stammen. Nun machen viele gute Einzelteile noch keinen guten Film. Hier gibt es aber Entwarnung: „Guardians of the Galaxy“ ist all das, was man sich als kleiner Geek erhofft hat – und noch viel mehr.

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Starlord hat nicht immer alles im Griff

Fangen wir bei den Darstellern an. Chris Pratt, den man eher aus Blödelkomödien oder der Serie „Parks and Recreation“ kennt, hat sich für seine Rolle als Weltraum-Outlaw seine überflüssigen Pfunde abtrainiert und Muskeln zugelegt. Mit seiner jugendlichen Art ist er die perfekte Besetzung für den vorlauten Anführer der verrückten Truppe. Zoe Saldana besucht nach „Avatar“ und den beiden jüngsten „Star Trek“-Filmen wieder einmal das All und gibt ihrer Gamora eine exotische, mystische Aura.

Ein Wrestler im Wortgefecht

Eine Überraschung ist Dave Bautista. Der ehemalige WWE-Wrestler wird wohl nie einen Oscar gewinnen oder ein Kassenmagnet wie Dwayne „The Rock“ Johnson werden, allerdings gibt er seiner durchaus tragischen Figur genügend Selbstironie, sodass seine Wortgefechte mit Starlord unfassbar witzig ausfallen. Zu den Genannten gesellt sich Lee Pace, der sich vom Kuchenbäcker in „Pushing Daisies“ in einen düsteren, wahnsinnigen Despoten verwandelt hat, der die Xanadier auslöschen will. Warum das so ist, das wird im gesamten Film leider nicht wirklich erklärt.

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Ronans rechte Hand Nebula ist hinter den Guardians her

Generell ist die größte Schwäche die Vergangenheit der Charaktere. Vieles wird angedeutet oder in einem Nebensatz erklärt, doch gerade bei den interessanten Figuren wie Rocket hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen. Da war das Konzept der Avengers einfach überzeugender, da man alle Figuren bereits kannte.

I Am Groot

Apropos Rocket: Der Waschbär und sein holziger Begleiter Groot sind wohl die besten Charaktere, die das Marvel-Universum hervorgebracht hat. Von der Animation über das Voice-Acting bis hin zur Entwicklung während des Films ist alles so perfekt gehalten, wie man es sich nur wünschen kann. Und auch wenn Groot nur „I am Groot“ sagen kann, spricht seine Mimik meist Bände – ziemlich selten für einen Baum.

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I am Groot!

Drehbuchautor und Regisseur James Gunn wird von Fans fast genauso frenetisch verehrt wie sein „Avengers“-Pendant Joss Whedon. Und bei diesem Film sieht man auch, wieso: Gunn schafft es spielend, die dunkle Grundgeschichte farbenfroh darzustellen und immer wieder mit absurdem Humor aufzulockern – Stichworte: Beinprothese und „Footloose“. Das ist eine willkommene Abwechslung nach dem eher ernsten „The Return of the First Avenger“.

Epische Weltraumschlacht

Spätestens wenn im großen Finale die wohl beste Science-Fiction-Schlacht seit „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ ansteht, müssen sich andere Sommer-Blockbuster wie gewisse transformierende Autos ganz schnell ducken. Hier wird so viel Bombast geliefert, dass einem die Spucke wegbleibt. Und doch bleibt alles jederzeit übersichtlich, sodass sich der Zuschauer nicht verloren fühlt.

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Mit seinem Schiff greift Ronan Xanadu an

Chapeau, liebe Marvel Studios! Mit „Guardians of the Galaxy“ habt Ihr und James Gunn den perfekten Blockbuster des Sommers abgeliefert. Bis in kleine Nebenrollen hochkarätig besetzt, nie langweilig und immer mit einem Lächeln im Gesicht und erhobenen Mittelfinger gegen ihre Gegner haben die „Guardians“ mich zwei Stunden vergessen lassen, dass auf der Erde ein weiteres Superheldenteam auf seinen nächsten Einsatz wartet.

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Rocket Raccoon liebt seine Knarren

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vin Diesel und/oder Chris Pratt sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 120 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Guardians of the Galaxy
USA/GB 2014
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn, Nicole Perlman, nach einem Comic von Dan Abnett und Andy Lanning
Besetzung: Chris Pratt, Zoe Saldana, Vin Diesel, Bradley Cooper, Dave Bautista, Michael Rooker, Lee Pace, Karen Gillan, Djimon Hounsou, Glenn Close, John C. Reilly, Benicio Del Toro
Verleih: Marvel

Copyright 2014 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Marvel

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2 Kommentare

Verfasst von - 2014/08/25 in Film, Kino, Rezensionen

 

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2 Antworten zu “Guardians of the Galaxy – Arschtritt für die Avengers

  1. Christian Weis

    2015/04/11 at 11:06

    Ja, mit dem Film ist den Marvel Studios ein großer Wurf gelungen. Ich bin gespannt auf die weiteren Marvel-Filme, irgendwann wird die Luft ziemlich dünn, um Vorgängerfilme noch zu toppen … 😀

     
    • Matthias

      2015/04/13 at 07:24

      Ich bin jetzt erstmal auf Age of Ultron gespannt. Ant-Man wird dann wahrscheinlich nochmal ein kurzes Luft holen sein, bevor der Civil War ausbricht – da freue ich mich schon drauf 😀

       

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