RSS

Can a Song Save Your Life? Yes, it can!

28 Aug

Can_a_Song_Save_Your_Life-Plakat

Can a Song Save Your Life?

Kinostart: 28. August 2014

Gastrezension von Solveig Westphalen

Melodram // Es wäre der perfekte Hochsommerfilm gewesen – nun startet das gefühlvolle Musiker-Drama immerhin im goldenen Vorherbst. Das sommerliche New York bildet die Kulisse für die Aufnahmen eines Singer-Songwriter-Albums der besonderen Art: Die Londoner Musikerin Gretta (Keira Knightley) interpretiert die Songs, nachdem sie zu Beginn des Films von ihrem aufstrebenden Teeniestar-Musiker-Freund Dave („Maroon 5“-Sänger Adam Levine) betrogen und abserviert wird.

Can_a_Song_Save_Your_Life-1

Entschlossen, ihren Traum zu leben: Produzent Dan und Musikerin Gretta

Allein auf der Straße trifft sie nachts in einem kleinen Club im East Village auf den versoffenen und desillusionierten Musikproduzenten Dan (großartig: Mark Ruffalo), der als Highlight seines echt miesen Tages aus seinem eigenen Plattenlabel rausgeworfen wurde. Er will den Abend mit viel Alkohol und gepflegtem Bewusstseinsverlust beenden. Davon hält ihn Grettas Auftritt ab – etwas ungelenk trägt sie ihre melancholische Songperle „Lost Stars“ vor. Wie elektrisiert will Dan sie unter Vertrag nehmen und mit ihr ein Album aufnehmen, auch wenn er nicht mal sein Bier bezahlen kann, geschweige denn Geld für ein Studio hat. Letztlich überzeugt Gretta genau die aus der Not geborene Idee eines, „handgemachten“, ausschließlich auf den Straßen von New York aufgenommenen Albums, untermalt von den Geräuschen der Stadt.

Can_a_Song_Save_Your_Life-8

Kids von der Straße machen für Grettas (l.) und Dans (r.) Album den

Unweigerlich vergleicht man den Film mit seinem Independent-Vorgänger „Once“ (2006, Oscar für den besten Originalsong) des irischen Regisseurs und Drehbuchautors John Carney. Da er selbst Musiker ist, kennt sich der Mann in der Gefühlswelt von Musikern und musikliebenden Menschen aus – und das ist tatsächlich das Geheimnis beider Filme. Nichts lässt vergangene Momente in uns so schnell und intensiv wieder auferstehen, wie Musik. Sie erinnert die Protagonisten (und uns) schmerzlich an verlorene Ideale und Träume; sie hilft, verletzte Seelen zu heilen.

Keira Knightley singt selbst

Gretta und Dan hadern mit ihren schmerzlichen Erfahrungen, ziehen aber auch neuen Lebensmut aus ihrem gemeinsamen Projekt und ihrer wachsenden Verbundenheit durch die Musik. Dem Film gelingt trotz starken Wohlfühlfaktors ein angenehmes Maß an Authentizität. Das mag auch daran liegen, dass Knightley ihre eher pop- als folkmäßig angehauchten Songs tatsächlich selbst singt und sich dabei beachtlich schlägt.

Can_a_Song_Save_Your_Life-2

Ihre Musik verbindet sie noch immer: Gretta und ihr Ex-Freund Dave

Schauspielerisch ist der Film ein Hochgenuss. Das ist vor allem Ruffalo und seiner Catherine Keener („Captain Phillips“) zu verdanken – sie spielt Dans Ex-Frau Miriam. Die vorsichtige Wiederannäherung der beiden ist wunderschön gespielt. Kameramann Yaron Orbach streut vielleicht einige Close-Ups zu viel von Knightleys verletzten Rehaugen-Blicken ein. Visuell ist der Film trotzdem stark erzählt und New York als Kulisse eine sichere Bank. Das größte Pfund allerdings, mit dem der Film wuchern kann, sind zweifelsohne die eingängigen, schönen Songs, die zum größten Teil Gregg Alexander von den „New Radicals“ beigesteuert hat. Vermutlich möchte sich niemand ein Leben ohne Musik vorstellen. Und so kriegen Musikfilme viele von uns am Ende doch immer – spätestens über unsere eigenen Gefühle.

Länge: 104 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Begin Again
USA 2013
Regie: John Carney
Drehbuch: John Carney
Besetzung: Keira Knightley, Mark Ruffallo, Catherine Keener, Hailee Steinfeld, Adam Levine, CeLoo Green, James Corden
Verleih: Studiocanal

Copyright 2014 by Solveig Westphalen

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Studiocanal

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2014/08/28 in Film, Kino, Rezensionen

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Eine Antwort zu “Can a Song Save Your Life? Yes, it can!

  1. friedlvongrimm

    2014/08/28 at 17:31

    Ich finde, der Film ist ein netter Sonntagsfilm. Aus dieser brillianten Idee der Albumaufnahme an öffentlichen Plätzen hätte man so viel machen können. Und ich muss gestehen, die Songs klangen doch irgendwie alle gleich. Bei der schauspielerischen Leistung hast du aber Recht. Ruffalo und Co. haben das gut getragen.

     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

 
%d Bloggern gefällt das: