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True Detective – Herausragende Krimiserie

03 Sep

True_Detective-Cover

True Detective

Gastrezension von Simon Kyprianou

Krimiserie // Die CBS-Serie „True Detective“ löste bei ihrer Ausstrahlung in den USA ab Januar dieses Jahres einen beinahe ebenso großen Hype und auch einen Rausch der Begeisterung seitens der Kritiker wie zuvor schon „Breaking Bad“ aus. In der Tat kann man wohl sagen, dass „True Detective“ eine, wenn nicht sogar die beste Serie der letzten Jahre ist.

Es geht um die zwei Ermittler Rust und Cole (Matthew McConaughey, Woody Harrelson), die in Louisiana in den 90er-Jahren einen brutalen Mord aufklären müssen. Jahre später begegnen sie einander in der Gegenwart erneut, um die Ermittlungen schließlich zu Ende zu führen.

Im Morast von Louisiana

Regisseur Cary Fukunaga gelingt es, in jedem Bild die Abgründe, den Schrecken und den Verfall eines ganzen Landes zu manifestieren, gleichsam die bestechende Schönheit wie auch das allgegenwärtige Grauen des sumpfigen, verwahrlosten Louisianas einzufangen. Er vermittelt das Gefühl, dass die Gewalt und das Unheil dort allgegenwärtig sind.

„True Detective“ stellt seinen Crime-Plot lange Zeit über zurück, legt den Fokus auf seine hochkomplexen, exzellent geschriebenen Figuren und einen präzisen Blick auf das politische und gesellschaftliche Schrecknis einer ganzen Region. Es sind die Charaktere die Fukunaga interessieren, ihre philosophische Reflexion der Geschehnisse, wofür die Narration immer wieder hinten angestellt und entschleunigt wird. Sie werden mit einer untergehenden Welt konfrontiert, offenbaren dabei ihr Innenleben, das durch die Länge des Serienformats und das herausragende Spiel von Matthew McConaughey und Woody Harrelson behutsam und tiefgründig ausgeleuchtet werden kann.

Die True Detectives und ihre inneren Dämonen

Ihre Figuren Rust und Cole sind ebenso zerfallen und von inneren Dämonen zerfressen wie das Böse, gegen das sie ankämpfen müssen. Ihre Existenz wird zur traurigen Metapher auf die Welt, in der sie leben und „True Detective“ zu einem ernsten moralphilosophischen Diskurs. Funkunaga erzählt bedächtig und langsam, aber konstant spannend, inszeniert bedrohlich albtraumhafte Bilder, beeindruckend rohe Action-Sequenzen, hervorragend geschriebene, wuchtige Dialoge. Unterfüttert mit einem treibenden Soundtrack schafft er starkes Genre-Kino, eine Atmosphäre des Terrors, einen Blick in das Herz eines kaputten Landes und seiner Bewohner.

All das wird zu einem würdigen Finale gebracht, hitzig und hart inszeniert, ehrlich mit seinen Figuren und der Geschichte, ohne die Chance auf Erlösung aber dafür so hoffnungsvoll wie nur irgend möglich.

Das Konzept ist frisch – vollständig unabhängig voneinander funktionierende Staffeln. Insofern scheint die Serie mit „American Horror Story“ vergleichbar, dessen zweite Staffel „American Horror Story – Asylum“ mit dem Vorgänger inhaltlich überhaupt nichts mehr zu tun hatte. Als neuer „True Detective“ ist bereits Colin Farrell bestätigt. Taylor Kitsch, Vince Vaughn und Michelle Forbes werden ebenfalls als Darsteller gehandelt. Wir freuen uns drauf.

Matthew McConaughey bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Mud – Kein Ausweg (2012)
Dallas Buyers Club (2013, Kino)
Dallas Buyers Club (2013, Heimkino)
The Wolf of Wall Street (2013)
Interstellar (2014, Kino)
Interstellar (2014, Heimkino)
True Detective (2014)
Free State of Jones (2016)
Kubo – Der tapfere Samurai (2016)

Veröffentlichung: 4. September 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 458 Min. (Blu-ray), 420 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Ungarisch
Untertitel: Deutsch, Spanisch, Türkisch, Rumänisch, Ungarisch
Originaltitel: True Detective
USA 2014
Regie: Cary Fukunaga
Drehbuch: Nic Pizzolatto
Besetzung: Matthew McConaughey, Woody Harrelson, Michelle Monaghan, Michael Potts, Kevin Dunn, Erin Moriarty
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Packshot: © 2014 Warner Home Video

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Eine Antwort zu “True Detective – Herausragende Krimiserie

  1. Peter Hansen

    2015/05/07 at 08:06

    Gute Rezension. Man sollte vllt. auch mal den Skriptschreiber erwähnen denn den Regisseur.

     

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