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Mandela – Der lange Weg zur Freiheit: Blogger löchern einen Regisseur

05 Sep

Mandela-Cover

Mandela – Long Walk to Freedom

Historiendrama // Justin Chadwicks Biopic über den südafrikanischen Freiheitskämpfer bietet einen guten chronologischen Überblick über die Stationen in Nelson Mandelas Leben. Wie ich schon in meiner Rezension anlässlich des Kinostarts schrieb, verfehlt der Film allerdings sein Ziel, Mandelas Wesen zu ergründen. Vielleicht ist es aber auch kaum filmisch darstellbar, welche inneren Kämpfe ihn zu seinem friedlichen Weg bewogen haben, nachdem ihm so viel angetan worden war.

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Eine letzte Berührung

Im Rahmen einer konzertierten Aktion unter Bloggern hatte ich die Möglichkeit, Regisseur Justin Chadwick anlässlich der Heimkino-Veröffentlichung des Films eine Frage zu stellen. Hier ist sie samt seiner Antwort (meine Übersetzung darunter):

Die Nacht der lebenden Texte: Mandelas biggest life effort was the absolute will to freedom – to free his country and not a violent or hateful approach. Where exactly did you try to show his inner struggle and his inner reasons for that?

Justin Chadwick: I think a lot of his behavior comes from his ancestry – his tribal background – the Xhosa tribe. And he took those values that he had been taught as a young man by the elder. His father was an advisor to the king – Mandela was already predestined to be that as a young man. A lot of his core beliefs were informed by his ancestry. But I also think he has a great belief in his country and his people that was unshakeable and that came from his upringing. And he was true all his life to his people and to his land and he worked so hard all of his life, he sacrificed everything: his freedom, his health, his family, the love of his life – all to work for his people and his land. So that’s a rare thing – isn’t it? Give me an example of a politician who serves under that terms and doesn’t do anything for his own gain but who really truly believes in his principles – and stayed true to this principles. It wasn’t that Mandela adapted through prison – in fact the world came to Mandela. He came to prison with a set of ideas and it was the world who came closer to Mandela. And I think the combination of the character he was and also his background with his family and definately the Xhosan tradition.

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Präsident von Südafrika

Die Nacht der lebenden Texte: Mandelas größte Lebensleistung war sein absoluter Wille zur Freiheit – Freiheit für sein Land ohne Hass und Gewalt. Wo genau haben Sie versucht, sein inneres Ringen und seine Beweggründe dafür zu zeigen?

Justin Chadwick: Ich denke, dass sein Verhalten sich zu großen Teilen aus seiner Abstammung herleiten lässt – aus seinem Stammeshintergrund, den Xhosa. Er hat die Werte angenommen, die ihm als junger Mann von den Älteren vermittelt worden waren. Sein Vater war Berater des Königs – Mandela war schon als junger Mann auserkoren, in seine Fußstapfen zu treten. Eine Menge seiner tiefsten Überzeugungen beruhen auf seiner Herkunft. Ich glaube aber auch, dass er einen ebenso starken wie unerschütterlichen Glauben an sein Land und sein Volk hatte, der seinen Ursprung darin hatte, wie er aufgezogen worden war. Mandela ist sich selbst, seinem Volk und und seinem Land stets treu geblieben. Er hat sein ganzes Leben sehr hart gearbeitet und alles geopfert: Freiheit, Gesundheit, Familie, die Liebe seines Lebens – all das im Dienst seines Volks und seines Lands. Das ist sehr selten, nicht wahr? Gebt mir ein Beispiel eines Politikers, der unter diesen Umständen seinem Land dienen soll und nicht alles für den eigenen Vorteil tut, sondern der aufrichtig an seine Prinzipien glaubt – und ihnen treu bleibt. Es ist keineswegs so, dass die Inhaftierung Mandela geformt hat – tatsächlich ist die Welt zu ihm gekommen. Er ist mit einer Ansammlung von Ideen ins Gefängnis gegangen, es war die Welt, die sich ihm dann genähert hat. Es ist die Kombination aus seinem Charakter, seinem familiären Hintergrund und definitiv der Xhosa-Tradition, die ihn ausmacht.

Die Fragen der übrigen Blogger

Zwei Beiträge sind leider nicht mehr online, somit beginnen wir mit der Frage von Sonja von Zeilenkino.

Last not least geht es hier zur Frage von Arthur von Filmfutter.

Zu meiner Rezension anlässlich des Kinostarts geht’s auch hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Naomie Harris haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt.

Veröffentlichung: 5. September 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 147 Min. (Blu-ray), 142 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Mandela – Long Walk to Freedom
GB/RSA 2013
Regie: Justin Chadwick
Drehbuch: William Nicholson, nach Nelson Mandelas Autobiografie
Besetzung: Idris Elba, Naomie Harris, Tony Kgoroge, Fana Mokoena, Jamie Bartlett, Deon Lotz
Zusatzmaterial: Ausführliches Making-of, Making-of-Featurettes, Nelson-Mandela-Tribute-Videos, Mithäftling und Weggefährte Mandelas über Robben Island, das Massaker von Sharpeville und den Prozess, Audiokommentar des Regisseurs, Kinotrailer und Teaser
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2014 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshot & Trailer: © 2014 Universum Film / Senator Film Verleih

 

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