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Der Tag, an dem die Erde Feuer fing – Wenn der Weltenbrand droht

26 Sep

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The Day the Earth Caught Fire

SF-Endzeit-Drama // Ein Auto fährt durchs entvölkerte London. Aus einem Lautsprecher erklingt blechern eine Stimme: Es ist genau 10.41 Uhr. Noch 19 Minuten bis zum Countdown – noch 19 Minuten. Ein einsamer Mann wankt – von übergroßer Hitze geplagt – durch die Straßen der Stadt und erreicht ein Bürogebäude.

Mit diesen gespenstischen, in Rotstich gehaltenen Bildern beginnt „Der Tag an dem die Erde Feuer fing“. Es ist eine Szene kurz vor einem letzten verzweifelten Versuch, das Ende der Menschheit zu verhindern. Schnitt: 90 Tage zuvor (in Schwarz-Weiß), Alltag in der Redaktion des „Daily Express“. Ungewöhnliche und bedrohliche Wetterphänomene überall auf der Welt beunruhigen die Bevölkerung. Der Reporter Peter Stenning (Edward Judd) und sein Kollege aus dem Wissenschaftsressort Bill Maguire (Leo McKern) recherchieren die Ereignisse.

Die Angst vor dem atomaren Inferno

Beenden wir an dieser Stelle den Inhalt. Der Film gilt zwar zu Recht als Klassiker des Science-Fiction-Kinos, ist aber am Ende doch nur einer Minderheit bekannt. Wer vollständige Inhaltsangaben bevorzugt, möge sich zu Wikipedia begeben – dort hat es sich aus unerfindlichen Gründen eingebürgert, Filme komplett nachzuerzählen. Ergänzt sei an dieser Stelle nur, dass der Film die damals vorherrschende Angst vor Nukleartests und dem Kalten Krieg der Atommächte USA und Sowjetunion abbildet. Obendrein konnte man Anfang der 1960er-Jahre trefflich über die Auswirkungen von Atomexplosionen spekulieren.

Nebenbei bietet der Film auch einen kurzen Blick auf Geschlechterverhältnisse, wenn der einem guten Drink nie abgeneigte Macho Stenning die Telefonistin Jeanie Craig (Janet Munro) anflirtet. Sie arbeitet beim Meteorologischen Institut – und bald darauf nutzt Stenning Informationen, die er unter der Hand von ihr erhalten hat.

Welt am Abgrund

„Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ bietet trotz heute veraltet anmutender Tricktechnik faszinierende Bilder einer Welt am Rande des Untergangs. Dabei sind Dialogszenen und Actionsequenzen auf angenehme Weise austariert. Es ist trotz der spektakulären Ereignisse kein reißerischer Streifen, Spannung und Atmosphäre gewinnt der Film auch durch Beziehungen und Dialoge. Darüber hinaus allerdings sind die Bilder von den katastrophalen Folgen beklemmend und intensiv, bei aller Übertriebenheit wirken sie glaubwürdiger als in manch modernem effektgeladenen Blockbuster. Gut denkbar, dass Kinogänger Anfang der 60er-Jahre den Saal mit einem mulmigen Gefühl verließen. Bei aller Nostalgie der Bildsprache: ein bis heute faszinierendes Filmerlebnis.

Gedreht wurde zum Teil an Originalschauplätzen, etwa in Londons Fleet Street, traditionell Sitz der englischen Tageszeitungen. Als Herausgeber des „Daily Express“ ist Arthur Christiansen zu sehen, der diese Position tatsächlich lange Zeit innehatte.

Lohnenswert: die im Handel vergriffene Ostalgica-Edition

Eine Neuauflage des Films ist im vergangenen September erschienen. Die im Handel vergriffene Ostalgica-Edition ist über einschlägige Kanäle zu bekommen, wenn man etwas mehr Geld ausgeben will. Sie enthält ein informatives Booklet, dessen Lektüre man sich vorzugsweise nach Ende des Films widme.

„Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ endet – tja, wie endet er nur? World Saved ist eine der Schlagzeilen, die der „Daily Express“ vorbereitet hat – World Doomed die andere.

Veröffentlichung: 31. Dezember 2010 (Al!ve AG) bzw. 20. September 2013 (Dynasty Film / Intergroove) als DVD

Länge: 94 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: keine
Originaltitel: The Day the Earth Caught Fire
GB 1961
Regie: Val Guest
Drehbuch: Wolf Mankowitz, Val Guest
Besetzung: Janet Munro, Leo McKern, Edward Judd, Michael Goodliffe, Arthur Christiansen
Zusatzmaterial: Booklet
Vertrieb: Al!ve AG (Ostalgica)

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Al!ve AG

 

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